Das Siegesbanner weht im Itzgrund: Fünf Dörfer aus dem Landkreis Haßberge haben am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" teilgenommen und intensive Anstrengungen für ihre Bewerbung unternommen. Den Sieg trug Untermerzbach davon.

"Die Entscheidung, wer der neue Kreissieger werden würde und wer vor allen Dingen ein aussichtsreicher Repräsentant des Landkreises im nächsten Jahr auf Bezirksebene sein wird, bedurfte auch in diesem Jahr intensiver Diskussionen und Abwägungen", berichtet Kreisfachberater Guntram Ulsamer." Alle Orte hatte die Kreisbewertungskommission, die neben Ulsamer aus Elfriede Weikert (Landwirtschaftsamt), Johannes Bayer (Kreisverband für Gartenbau und Landespflege), Manfred Hußlein (Naturschutzbeauftragter am Landratsamt Haßberge), dem Architekten Bernhard Joos (Landratsamt) und den Bürgermeister Dieter Möhring (Aidhausen) und Thomas Stadelmann (Zeil) bestand, in den vergangenen Tagen besucht.

Laut einer Mitteilung der Pressestelle am Landratsamt Haßberge gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das Untermerzbach nur mit knappem Vorsprung vor Rügheim entschieden hat. Für die übrigen Teilnehmer, den Burgpreppacher Gemeindeteil Ibind, den Bundorfer Gemeindeteil Stöckach und den Gädheimer Gemeindeteil Ottendorf, gab es jeweils Sonderpreise.


Schön allein genügt nicht

So schmuck sich die prämierten Orte auch präsentierten: Interessanterweise stand der optische Eindruck, der in den frühen Jahren des Wettbewerbs "Unser Dorf soll schöner werden" die dominante Rolle spielte, bei weitem nicht im Mittelpunkt. Vielmehr rückte die Kommission, Anstrengungen und Attribute in den Blickpunkt, infrastrukturelle Initiativen und soziale Einrichtungen, die für die Lebensqualität und die Zukunftsfähigkeit der Dörfer stehen, wie sie der zweite Teil im Wettbewerbsnamen "Unser Dorf hat Zukunft" zum Ausdruck bringt.
Die Zielvorgabe des Wettbewerbes "Unser Dorf hat Zukunft" sei von allen Teilnehmern auf sehr unterschiedliche Weise interpretiert und angegangen worden, urteilt der Wettbewerbsleiter. Alle Ortsteile hätten dabei sehr individuelle Lösungsansätze präsentiert, zugeschnitten auf die jeweils eigenen Bedingungen ihres Ortes. Die Kommission konnte dabei, wie es in der Schlussbilanz heißt, beeindruckende Aktivitäten, aber vor allem auch bei allen teilnehmenden Dörfern ein außergewöhnliches bürgerschaftliches Engagement feststellen.


Die Vorschläge umgesetzt

Ausschlaggebende Argumente der Kommission für den Kreissieger Untermerzbach waren zunächst die gelungenen Bemühungen, die Verbesserungsvorschläge aus der letzten Wettwettbewerbsteilnahme im Jahr 2005 umzusetzen, und die vorbildliche interkommunale Zusammenarbeit mit der Rodachtal-Allianz sowie die vorbildliche Kooperation mit anderen Gemeindebauhöfen in der Region. Weiter lobte die Jury den Breitbandausbau und die flächendeckende Versorgung mit Internet, die eine Grundvoraussetzung für Innovation und Zukunftsfähigkeit bilde.

Die Dorfgemeinschaft präsentierte, wie es weiter heißt, ein gelungenes Erscheinungsbild und die Revitalisierung der innerörtlichen Anwesen werde mit Erfolg betrieben. Auch seien Aktivitäten, wie die Neuerrichtung des Schulgartens und des Mehrgenerationenspielplatzes vorbildlich.
Weiterhin sei die Integration von Neubürgern vorbildhaft und der genossenschaftlich organisierte Dorfladen "Mio" gewährleiste die Eigenversorgung im Dorf.


Von langer Hand vorbereitet

Die Bewertungskommission kommt zu dem Ergebnis: "Die intensive Vorbereitungsphase auf den Wettbewerb, bei der sowohl an der Ortsbildgestaltung gefeilt, als auch die Bürger intensiv in Entscheidungsprozesse zur Verbesserung des eigenen Lebensumfeldes eingebunden werden konnten, hat gefruchtet."
Vorbildlich in Rügheim sei das generationenübergreifende bürgerliche Engagement und auch das Bestreben, den gemeinsamen Lebensraum in eigener Verantwortung aktiv zu gestalten, sei im Hofheimer Stadtteil stark ausgeprägt. Gar als "Leuchtturmprojekt" wird die Revitalisierung der alten Schule und die Neunutzung des Schlossareals durch den neugegründeten Brauhausverein bewertet. Es gebe intensive Bestrebungen die historische Bausubstanz zu bewahren und weiterzuentwickeln und die dorfgerechte Gestaltung und Pflege der privaten Gärten gelinge. Zudem belebten Kletterpflanzen in Form von Rosen wirkungsvoll die Ortsstraßen und setzten Akzente. Der Natur- und Artenschutz besitze in Rügheim besonders hohen Stellenwert. Die Jurymitglieder sind sich den Angaben zufolge sicher, dass durch den vorhandenen Gemeinschaftssinn und die vielen Initiativen und Aktivitäten bei den Wettbewerbsteilnehmern die Lebensqualität nachhaltig gestärkt und die Zukunftsfähigkeit gegeben ist.
In Untermerzbach wurde sofort nach der Bekanntgabe das Rathaus beflaggt und ein Banner aufgezogen mit der Aufschrift "Kreissieger 2016".
Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) kam gar nicht nach, alle Beteiligten am Telefon zu informieren. "Wir haben uns unheimlich gefreut", erzählt Verwaltungsleiter Edgar Maier. "Das gibt Auftrieb."
Das Ziel ist klar: Der Wettbewerb auf Bezirksebene im nächsten Jahr. "Das wird ein steiniger Weg", ist man sich in der Ostbastion Unterfrankens sicher. Die Vorbereitungen dazu haben schon begonnen. eki/RK