Ab ins Auto und los geht die Fahrt zur Arbeitsstelle. Täglich 50, 70 oder gar 100 Kilometer pendeln - keine Seltenheit. Das kann ganz schön ins Geld gehen und ist auch für die Umwelt nicht besonders schön. Aber was tun, wenn der Personennahverkehr wie im Landkreis Haßberge nicht ausreichend ausgebaut ist? Die Lösung scheint ganz einfach und doch nicht unbedingt leicht umsetzbar: Eine Mitfahrgelegenheit finden.

Der Landkreis Haßberge bietet deshalb auf der Internet-Seite www.has.mifaz.de die Möglichkeit, passende Fahrten zu finden. "Der Landkreis ist im August 2010 im Zuge der VGN-Erweiterung der Mitfahrzentrale beigetreten", erklärt die Pressesprecherin des Landkreises, Monika Göhr.

Gut angenommenes Angebot

Das Angebot wurde in den vergangenen vier Jahren gut
angenommen und versteht sich nicht als Konkurrenz, sondern als umweltfreundliche Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs.
"Insgesamt wurden 54 323 Einträge in die MiFaz erstellt", sagt Göhr. "Davon sind 3318 Einträge aktuell." Aktuell bedeutet dabei, dass der Eintrag jünger als sechs Monate ist oder der Nutzer, der das Angebot eingetragen hatte, die Aktualität per E-Mail bestätigt hatte.

"Die Einträge bestehen aus 3295 regelmäßigen Fahrten und 23 einmaligen Fahrten", erläutert Göhr die Zahlen. Das bedeutet also, dass sich die Mitfahrzentrale durchaus für Berufspendler bezahlt machen könnte. Allerdings beziehen sich die Zahlen nicht nur auf den Landkreis Haßberge, sondern auf MiFaz insgesamt.

Angebote und Gesuche

Außerdem sind nicht alle Einträge angebotene Fahrten, sondern es befinden sich darunter auch Gesuche. Über 2000 der Einträge sind gleichzeitig Angebot und Gesuch, heißt also, diese könnten als Pendlergemeinschaft genutzt werden.

Auch auf der Seite der Gemeinde Knetzgau werden die Fahrten von MiFaz gezeigt - mit dem Augenmerk auf die Fahrten von und nach Knetzgau.

Es gibt viele Gründe, die für die Gründung einer Fahrgemeinschaft sprechen: Man kann sich die Spritkosten teilen, hat Unterhaltung während der Fahrt und kann auch mal den Kopf ausschalten - sofern man der Beifahrer ist. Trotzdem entscheiden sich nur wenige für einen Zusammenschluss. Verschiedene oder gleitende Arbeitszeiten, Schichtarbeit und zeitlicher Mehraufwand, zum Beispiel beim Abholen oder Absetzen der Mitfahrer, schreckt viele Menschen ab. Oft ist es aber auch einfach die Faulheit. Dabei sollte man die Vorteile doch bedenken, denn ein Inserat ist kostenfrei. Die Gebühr, die für die Nutzung von MiFaz anfällt, geht an den Landkreis. Dieser bezahlt jährlich rund 1000 Euro, um MiFaz auf der Homepage führen zu können.


Informationen rund um die Mitfahrt


Funktion Mit einer Mitfahrgelegenheit können die Pendler Geld sparen, indem sie sich die Fahrtkosten teilen.

Ablauf Man sucht sich online ein geeignetes Angebot, kontaktiert den Fahrer, meist per E-Mail, und macht einen Treffpunkt aus. Anschließend fährt man dann die ausgewählte Strecke gemeinsam.

Kosten Es gibt viele kostenfreie Angebote, darunter auch die Mitfahrgelegenheit auf der Seite des Landkreises. Die Fahrtkosten allerdings werden von den Mitfahrern geteilt. Kostenfrei ist also nur das Inserat. Die Fahrt selbst kostet freilich. Meist wird im Voraus ein Betrag vereinbart. Bei regelmäßigen Fahrten kann auch abgemacht werden, dass man sich abwechselnd mitnimmt.

Anbieter Es gibt im Internet viele Angebote für Mitfahrgelegenheiten. Innerhalb der Metropolregion Nürnberg haben 26 Kreise und Städte eine gemeinsame Mitfahrzentrale im Internet eingerichtet, die den Bürgern kostenfrei zur Verfügung steht. haj