Mit einem schlagkräftigen, wieder kompletten Vorstand geht der TV Haßfurt daran, sein Projekt "Sportpark Eichelsee" in den nächsten Jahren zu verwirklichen. Ein wenig Geduld brauchen die Mitglieder allerdings noch, bis sie in einem modernen Umfeld Sport treiben können. Wegen der Umplanung und der umfangreichen Auflagen, die der Haßfurter Stadtrat bei der Genehmigung des 4,625-Millionen-Euro-Projekts im vergangenen November gemacht hatte, ist der Baubeginn nach allen Vorarbeiten frühestens in einem Jahr - also im Mai 2014 - denkbar, wie der Verein in seinem Bericht zur Jahresversammlung des TV mitteilte.

98 Mitglieder füllten das Turnerheim bei der Hauptversammlung. Die letzte Mitgliederversammlung hatte es vor 22 Monaten gegeben. "Danach ist uns das Projekt aus dem Ruder gelaufen.
Wir wurden zum Politikum", sagte Helene Friedrich, die Vorsitzende für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, in ihrem Rückblick.
Kritisch setzte sie sich mit dem Verhalten mancher Haßfurter Stadträte auseinander. Das öffentliche Gezerre um den Sportpark habe die TV-Führung großen Belastungen ausgesetzt. "Es fällt zwar schwer, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, aber blicken wir nach vorne", meinte Friedrich.

Die Finanzen

Dass der TV Haßfurt trotz des leichten Mitglieder-Rückgangs und hoher Unterhalts- und Energiekosten für die überalterten Gebäude gut dastehe, zeigte Udo Zehe in seinem Finanzbericht für die beiden letzten Jahre auf. Alleine die Mitgliedsbeiträge von jährlich 100 000 Euro sorgten für ein stabiles Vereinsergebnis. Der um außerordentliche Einnahmen und Ausgaben bereinigte Überschuss betrug etwa 38 000 Euro (2011) sowie 41 000 Euro (2012). Der Finanzmittelbestand und die Forderungen zum 31. Dezember 2012 beliefen sich den Angaben zufolge auf rund 194 000 Euro, obwohl bereits 66 000 Euro an Planungskosten bezahlt wurden. Um die Vorgabe des Stadtrats zu erfüllen, muss der TV insgesamt 450 000 Euro an Eigenmitteln aufbringen.

Das heiße, in den kommenden drei Jahren müssten noch jeweils 35 000 Euro an Spenden erwirtschaftet werden, um diese Summe zu erreichen. "Das ist nicht utopisch, aber wir müssen uns darum bemühen", meinte Zehe. Die geplante Investitionsumlage für die aktiven erwachsenen Mitglieder solle zusätzlich 48 000 Euro bringen. Den Restbetrag könne der Verein aus den laufenden Ergebnissen der nächsten drei Jahre aufbauen.

Die Satzungsänderung, um die Vorstandsressorts von bisher fünf auf vier zu reduzieren, wurde von den Mitgliedern ebenso durchgewunken wie die anschließende, vom Ehrenvorsitzenden Rolf Beinke geleitete Neuwahl. Das zuletzt vakante Ressort Finanzen ist mit Bilanzbuchhalterin Hanne Pfister als Vorstand und ihrem Vorgänger Udo Zehe (vor einem Jahr zurückgetreten) als Beisitzer nun kompetent besetzt. Neuer Kombi-Vorstand für Sport, Veranstaltungen und Organisation wurde Gerd Wolf, der bisher Beisitzer im Bereich Veranstaltungen war.

Beisitzerin bleibt Sybille Kern. Keine Veränderungen gab es im Ressort Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Vorstand bleibt Helene Friedrich und Beisitzer Hans Strauß. Und auch im Ressort Gebäude und Sportanlagen ist mit Vorstand Georg Hiernickel und Beisitzer Roland Dusold, der entschuldigt fehlte, alles beim Alten. Bestätigt wurden Protokollführerin Sabine Stierhof, die Kassenprüfer Thorsten Suckfüll und Thomas Ringeisen, sowie Petra Benkert, Robert Lutz und Andreas Oehrl als Beisitzer für den Vereinsausschuss.

Einen Überblick über die nach der Komplettierung des Vorstands wieder angelaufene Planung zum Sportpark gab Architektin Susanne Baur von der Firma "B&O-Concept". Am Standort an Platz drei Richtung Flugplatz ändert sich nichts, ein neuer Bauantrag ist trotz der Umplanung nicht nötig. Gespart werden soll an den Flächen, um das geringere Budget und die mittlerweile gestiegenen Baupreise aufzufangen.

Das Konzept

Der Raumbedarf besteht aus einer Zweifach-Halle, einem größeren und dem kleineren Gymnastikraum sowie einem im Ausmaß reduzierten Kraftraum. Die Umkleiden sollen zusammengefasst werden. Auf den Ausbau des Obergeschosses soll verzichtet werden, was die aufwändige behindertengerechte Erschließung ersparen würde. Die Gaststätte ist nicht Bestandteil des Projekts; der Standort neben der Halle wird aber freigehalten.