In den letzten Monaten wurden Zimmer umgestaltet und das Personal geschult, um den Gedanken der Sterbebegleitung umsetzen zu können. Am kommenden Samstag, 28. April, um 14 Uhr wird der palliativmedizinische Dienst in der Eberner Krankenhaus-Kapelle gesegnet und öffentlich vorgestellt.

So angenehm wie möglich


"Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben." Dieser Satz von Cicely Saunders, Gründerin der Hospizbewegung, hat auch für Andreas Engelhardt große Bedeutung. "Wir sind bemüht, in unserem Handeln den uns anvertrauten Menschen, gemäß diesem Leitbild, nahe und treu zu bleiben", erklärt der Oberarzt der inneren Abteilung der Haßberg-Kliniken in Ebern. Ab 1. Mai übernimmt er als Leiter des neuen palliativmedizinischen Dienstes eine anspruchsvolle Aufgabe. "Wir wollen dem pflegedürftigen Menschen seine letzten Tage, Wochen oder Monate so lebenswert und angenehm wie möglich gestalten."

Miteinander hat große Bedeutung


Um dieses Ziel zu erreichen, wurde ein Team aus Ärzten, Pflegern, Therapeuten, Sozialdienst, Seelsorge sowie ehrenamtlichen Hospizhelfern gezielt geschult und auf die neue Herausforderung vorbereitet, erklärt ein Sprecher des Klinik-Unternehmens, das die Krankenhäuser in Haßfurt, Ebern und Hofheim trägt. Das Miteinander aller Bereiche, die im Krankenhaus arbeiten, sei ein wesentlicher Bestandteil der Betreuung. Neben der Schmerztherapie gehörten demnach auch die seelsorgerische Begleitung von Patienten und Angehörigen sowie therapeutische Angebote zum Gesamtpaket eines gemeinsamen Wegs durch die letzten Tage und Wochen des Lebens.

Das ehrenamtliche Engagement der Hospizhelfer nötigt Stephan Kolck Respekt ab. "Ihr Einsatz ist unglaublich wichtig und nicht selbstverständlich", meint der Vorstandsvorsitzende des Kommunalunternehmens.
Drei Zimmer im Südflügel der internistischen Station zwei in Ebern stehen für den neuen Dienst zur Verfügung. Sie wurden neu gestaltet. Der Bereich wurde zwar in die Station eingebettet, stellt aber sicher, dass Patienten und Angehörige die nötige Ruhe finden. Die Einzelzimmer wurden hell und großzügig eingerichtet. Neben dem Krankenbereich gibt es auch eine Küchenzeile nebst dem Aufenthaltsraum und die Möglichkeit zur Übernachtung für Angehörige im Patientenzimmer oder in einem separaten Raum.

Alte Werte der Patientenbetreuung


Kolck war die Einrichtung des palliativmedizinischen Dienstes sehr wichtig, wie er sagt: "Das Projekt liegt mir sehr am Herzen, da in dieser Einheit Ärzte, Pfleger, Therapeuten und Sozialdienst besonders eng zusammenarbeiten und damit die alten Werte der Patientenbetreuung wieder auf den Schild gehoben werden." Zudem werde mit dem Dienst eine Lücke im breiten medizinischen Angebot des Landkreises geschlossen. Bisher mussten schwerkranke Patienten in den letzten Wochen oder Monaten ihres Lebens den Weg in die Krankenhäuser in Bamberg, Coburg oder Schweinfurt antreten. Nach der kirchlichen Segnung besteht am Samstag für die Bevölkerung die Möglichkeit, einen Blick in die neu gestalteten Zimmer zu werfen.