Eine Woche ist es gerade her, dass die Theatergruppe Fischbach-Höchstädten den Erlös ihres letzten Stückes gespendet hat (die Lebenshilfe Ebern sowie die Opferhilfsorganisation "Weißer Ring" durften sich über jeweils 700 Euro freuen) - schon stehen die Laienschauspieler wieder auf der Bühne. Natürlich auch diesmal für den guten Zweck - selbst wenn die Rollen, in die sie schlüpfen, von Idealen wie Nächstenliebe nichts wissen wollen.

Sechs von ihnen sind "Insassen, äh, Bewohner" im Seniorenheim Roberta Kammerjägers (Michaela Horn), in dem "noch Zucht und Ordnung herrscht", wie die Chefin selbst sagt. Sämtliche Freuden des Alltags - sei es das morgendliche Ausschlafen, der Nachtisch zum Mittagessen oder gar eine Romanze unter Heimbewohnern - verwehrt sie nämlich den Senioren. Die sehen sich letztendlich gezwungen, die vielen Verbote heimlich zu hintergehen, und tatsächlich könnte alles so wunderbar funktionieren - wäre unter ihnen nicht ein Maulwurf. Denn Erwin (Heinrich Deringer) hat sich durch Petzen, Flunkern und Reinreiten die Rolle des "Vorzeigeheimbewohners" gesichert, ist aber auch selbst nicht frei von Lastern.

Ein gegenseitiges Streichespielen der ehemaligen Opernsängerin Ottilie (Sieglinde Bühling), der liebesbedürftigen Betty (Martina Bach), dem trinkfreudigen Adi (Dieter Hunger) und deren baldigem Daueropfer Erwin entbrennt. Auch "das soziale Jahr" Pelle (Christian Bach), die Auszubildende Meggie (Sandra Berthel) und die Köchin Lohre (Anita Seemann), sind mit von der Partie.

Und dann ist da noch Wendelin (Edmund Stahl). Den interessiert gar nichts mehr; er isst nicht, lacht nicht, hat keinen Spaß am Leben. Bis eines Tages ein gewisser Herr Wendel von Glupsch (Werner Will) seine Frau Mama (Christine Ebert) ins Seniorenheim von Roberta Kammerjäger bringt - eine alte Bekannte von Wendelin. Da scheinen mit einem Mal dessen Lebensgeister neu erwacht - ganz im Sinne des Titels "Alter schützt vor Liebe nicht, aber Liebe vor dem Altern". Schließlich muss sich also auch Wendelin in die Riege der Heimlichtuer einreihen - bis alles ganz schön chaotisch wird... Die weiteren Ver- und Entwicklungen des Stücks werden am Freitag, 10. Januar, und Samstag, 11. Januar, noch einmal auf der Fischbacher Bühne in der Alten Schule zu sehen sein.

Eine Premiere ist auf jeden Fall der Auftritt des Regisseurs: Jochen Horn darf in diesem Jahr nämlich nicht nur zur Begrüßung und Verabschiedung auf die Bühne, er hat auch eine winzige Rolle als Komparse ergattert - ein kleines Schmankerl im Jubiläumsjahr, denn der "Mann für die Technik" ist nun schon seit 25 Jahren fester Bestandteil der Theatergruppe. Auch Christian Bach darf sich über eine Urkunde freuen - "Pelle" ist bereits seine 15. Rolle auf der Fischbacher Bühne. Welche die nächste sein wird, ist noch nicht entschieden, aber vorerst begnügt er sich ein weiteres Wochenende damit, dem alten Erwin den ein oder anderen Streich zu spielen.