Zu Gast beim Kulturamt Haßfurt bot die Sängerin und Songwriterin im vollbesetzten Gewölbekeller der Stadthalle herrliche Ausschnitte aus ihrem emotional berührenden Programm. Dass sie so erfrischend wirkt, hängt vielleicht damit zusammen, dass sie sich etwas Kindliches bewahrt hat: die Freude an den kleinen Dingen im Leben, das Staunen über das Schöne in der Welt und die Lust am Leben. Sie freut sich ehrlich über jeden Applaus und hält gerne Zwiesprache mit ihrem Publikum. Sie zeigt ihren Zuhörern, wie "wahnsinnig schön" Musik sein kann, und steckt sie mit ihrer Freude an. "Hört niemals auf, an Eure Träume zu glauben", ruft sie ihnen zu und betont, dass, auch wenn nicht jeder Tag ein Cinderella-Tag ist, es immer noch den "Chef" oben im Himmel gibt und man ihm vertrauen kann.


Fokus auf den 80er und 90er Jahren



Suzan Baker singt alles, was ihr gefällt, wobei sie die Musik aus den 1980er und 90er Jahren bevorzugt. Sie beherrscht ihr Metier und scheut sich nicht, auch die Songs einer Gruppe wie Led Zeppelin zu interpretieren oder ein Medley aus Songs der Beatles, von Deep Purple und Rage Against the Machine zu singen. Sie liebt das Gedankengut und die Lieder von Bono, Adele, Christopher Cross, Amy Whinehouse, Bananarama und U2, die sie mit ihrem Partner, dem Gitarristen Dennis Lüddicke, interpretiert. Er kann über die Saiten flitzen und gleichzeitig mit der Schlaghand für den richtigen Beat sorgen. Dazu unterstützt er die Frontfrau mit warmer Stimme. Als Special Guest erfreute diesmal der Saxophonist Jowan Czerkas das Publikum mit einfühlsamen, quirligen und jazzigen Improvisationen.

Vor allem hat Suzan Baker selbst viel über das Leben zu erzählen: Ihre eigenen Songs hat sie auf CDs gebracht ("The loudest thougths ever", "Return of the Butterflies") und sang sie auch hier: Die Lieder sind ausdrucksstark, regen zum Nachdenken an und bezaubern durch ihre Melodien. "Es ist wichtig, ein gutes Herz zu haben, für andere da zu sein und immer wieder eine Kerze anzuzünden, anstatt über die Dunkelheit zu jammern" - Suzan Baker will mit dieser und und weiteren altruistischen Botschaften Mut machen. Ganz pragmatisch appellierte sie in Haßfurt, an der Typisierungsaktion für den an Leukämie erkrankten Linus aus Rentweinsdorf teilzunehmen. Und hier wie da zeigt sich die Sängerin bewusst, wie wichtig Menschen sind, die sich einsetzen. Warmes Lob spendete Baker denn auch Petra Lettang vom Kulturamt: "Sie hat ein Kulturleben geschaffen, das seinesgleichen sucht. Es gibt inzwischen viele Städte, die deswegen neidisch nach Haßfurt blicken."