Die Bürgerenergiegenossenschaft Haßberge e. G. aus Haßfurt möchte auf der ehemaligen Deponie an der Prappacher Straße eine großflächige Freiland-Photovoltaikanlage errichten. Dem Antrag, der kurzfristig gestellt wurde, um noch möglichst viele Fördermittel zu erhalten, gab der Haßfurter Stadtrat in seiner Sitzung am Montagabend im Rathaus ohne Vorbehandlung im Bau- und Umweltausschuss statt.

Rund 950 Kilowatt soll die Leistung der Anlage betragen, wie Norbert Zösch, Geschäftsführer der Stadtwerk Haßfurt GmbH, mitteilte. Er gab an, dass die Photovoltaikanlage von der Straße aus nicht zu sehen sei.

Passende Nutzung für ehemalige Mülldeponie

Dass das Gelände geeignet ist, erklärte Robert Barth, Leiter der Bauverwaltung der Stadt.
Denn das Grundstück ist als frühere Mülldeponie in seiner Nutzung vorbelastet. Nach der Stilllegung wurde es zunächst als Erdaushub-, Bauschutt-, Schlammdeponie verwendet und von 1994 bis 2011 als Kompostier- und Lagerplatz genutzt.

Derzeit, sagte Wolfgang Braun, Leiter des technischen Bauamtes der Stadt, befinde sich die Fläche in der Nachsorge einer ehemaligen Deponie. Messungen seien erfolgt und positiv ausgefallen; die Gasmessung könne auch ausgeführt werden, wenn die Photovoltaikanlage stehe.

Bevorzugt

Wie Robert Barth ausführte, würden solche Flächen vom Gesetzgeber für den Bau von Anlagen regenerativer Energie begrüßt. Da die Fördersätze aber von Monat zu Monat sinken, solle mit dem Bau der Anlage im August begonnen werden.

Dafür müssten der Flächennutzungsplan für das Grundstück geändert und ein Sondergebiet "Solar" ausgewiesen sowie ein vorhabenbezogener Bebauungsplan für das Sondergebiet "Photovoltaik Deponie Haßfurt" aufgestellt werden. Sämtliche Kosten trage die Bauherrin.

Der Stadtrat stimmte dem gesamten Vorhaben zu, so dass, sobald die Projektunterlagen vorliegen, die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange erfolgt.