Natürlich gibt es einen Plan. Aber ob der immer stimmt? Waldemar Fäht grinst: "Wir haben schon viele Sachen gefunden, die nirgendwo eingezeichnet waren", erklärt der 48-jährige Ortungstechniker. "Einmal sind wir sogar auf Öl gestoßen." In Eltmann sind Fäht und seine Kollegen derzeit dabei, ein Loch in den Hang an der Buhlleite zu bohren. Vor der Mainhalbinsel beim Sportheim der SG Eltmann hat die Firma Richter aus Altenkunstadt ihre 16-Tonnen-Felsbohranlage mit dem Namen "MT-Rockdrill" aufgestellt. Von hier aus bohrt Waldemar Fäht ein 156 Meter langes Loch den Hang hinauf.

In den später 40 Zentimeter durchmessenden Kanal wird dann ein Rohr eingezogen, in dem Stromkabel verlegt werden. So entsteht fünf Meter unter der Erde eine 20.000-Volt-Leitung.
Der Auftraggeber, die Bayernwerk AG, will damit "die Sicherheit der Stromversorgung erhöhen", weil die unterirdischen Kabel nicht so störungsanfällig sind wie oberirdische Leitungen, die durch Blitzeinschlag, Ast- oder Baumbruch beeinträchtigt werden können.

Ölfund, der keine Freude auslöst

Die Bohrung ist ein aufwändiger Prozess, aber Waldemar Fäht und sein Kollege Georg Herbst, der am anderen Ende des Bohrlochs weitere Arbeitsschritte koordiniert, haben genügend Erfahrung, um mit allen möglichen Schwierigkeiten fertig zu werden. Und die kann es durchaus geben. Besagter Ölfund zum Beispiel: nicht etwa eine Reichtum versprechende Ölquelle war bei einer Bohrung in der Region der Grund, sondern ein alter Tank, der im Erdreich zurückgelassen wurde. Eingezeichnet war der nirgends, erinnert sich Fäht. So musste dann erstmal die Altlast entfernt und entsorgt werden, bevor es weiterging. Und vorhandene Gas-, Wasser oder Stromleitungen liegen auch nicht immer da, wo sie im Plan eingezeichnet sind, sagt Fäht. Man müsse vorsichtig sein, und ein Risiko bleibt: Hin und wieder trifft man auf Hindernisse. "Neulich hatten die Anwohner hier mal kurzzeitig kein Kabelfernsehen", sagt Bruno Schell und lacht. Er ist Tiefbaufacharbeiter der ebenfalls an der Kabelverlegung beteiligten ELG (Elektro- & Leitungsbau Gesellschaft).

Teures Gerät

Das kann mitunter teuer werden. Allein die Geräte, die etwa Fäht und sein Kollege Herbst verwenden, kosten viel Geld. Der wertvollste Bohrkopf liegt bei 15 000 Euro. Auch die anderen Materialien schlagen ordentlich zu Buche: Allein die Sonde, die am Bohrkopf befestigt wird und Signale an ein Empfangsgerät zur Positionsbestimmung sendet, kostet laut Fäht 4500 Euro.

Bleibt mal ein Bohrkopf stecken und kann nicht mehr gerettet werden, sind schnell 20.000 Euro futsch. Das sei aber zum Glück bislang nicht passiert. Kleinere Bohrköpfe dagegen mussten die Facharbeiter aber schon einmal aufgeben. Der hohe Materialaufwand macht eine solche Aktion denn auch nicht gerade günstig: 160.000 Euro investiert Bayernwerk eigenen Angaben zufolge für die Aktion, bei der diese Woche auch noch ein Stromkabel unter dem Main verlegt werden soll.