Etwas mehr als eine Million Euro kostete die Umrüstung der Kläranlage Kirchlauter. Aus einer Teichkläreinrichtung am südlichen Ortsrand wurde damit eine moderne Scheibentauchkörper-Anlage. Seit etwa einem halben Jahr ist das Bauwerk jetzt am Netz und läuft gut. Fast alle sind zufrieden.Doch es gibt auch sehr kritische Stimmen, vor allem, was die Gesamtkosten angeht.

Positive Stimmung

Nun hatte die Gemeinde am Samstag zu einem Tag der offenen Tür geladen. Bei Würstchen, gegrillt vom Zweiten Bürgermeister Reinhold Stöhr, und kühlen Getränken konnten sich die Bürger ausführlich informieren. Bauhofleiter Thomas Kempf führte durch die Anlage. Und über den Tag verteilt nahmen knapp 150 interessierte Anlieger daran teil. Sie ließen sich alles genau zeigen und prüften kritisch, die Stimmung war aber durchweg positiv.
"Die meisten haben ihren Anteil auch bereits bezahlt", sagte Bürgermeister Karl-Heinz Kandler in einem Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Anlage präsentierte sich beinahe idyllisch bei trockenem, meist sonnigem Wetter. Sie liegt an der kleinen Verbindungsstraße nach Weikartslauter, am Rande des Wasserschutzgebiets der Veitensteingruppe. Das erste, was auffiel, war das vielstimmige Froschkornzert. Enten und Bläshühner zogen ruhig über den Oxiationsteich und das Regenrückhaltebecken. Natur pur in einer Kläranlage. Selbst die Geruchsbelästigung ist fast weg.

Bauhofleiter Thomas Kempf erläuterte mit Begeisterung die Scheibentauchkörper und das Rechengebäude. Zwar muss er jetzt zur Kontrolle der Technik jeden Tag auf das Gelände, aber viele schwere und unangenehme Arbeit, wie das Abschöpfen der unerwünschten Feststoffe per Hand, sind weggefallen. Eine elektronisch gesteuerte Schraube, der Rechen, übernimmt nun das höchst widerwärtige Herausfischen von Hygieneartikeln, Kondomen und Co. und befördert sie gleich direkt in einen Kunststoffsack, der schon über der Mülltonne hängt.

Großes Interesse am Kleinen

Besonders interessiert waren die Besucher aber an den Kleinstlebewesen, den Bakterien auf den Scheibentauchkörpern. Sie sorgen für die gründliche Endreinigung des Kirchlauterer Abwassers. Manche mutige Bürger riskierten sogar einen Finger und streichelten ein bisschen über den braunen Flor.

Andere atmeten am Oxidationsteich tief durch und genossen die natürlichen Geräusche der Umgebung oder freuten sich über die Enten.

Insgesamt belaufen sich die Kosten der Umrüstung auf 1 055 000 Euro. Das sind etwa 400 000 Euro mehr, als anfangs geplant. Besonders das neu hinzu gekommene Rechengebäude, die Überdachung der Scheibentauchkörper, die Trennung der beiden Teiche, die Umzäunung und der Strom, der erst hinaus gelegt werden musste, schlugen zu Buche. Dafür steht hier im Unterschied zu Neubrunn eine eigene Anlage.

Bleibt abzuwarten, ob das in den vergangenen Monaten heiß diskutierte Thema in Kirchlauter nun abgeschlossen werden kann.