Wer wird Bürgermeister in Knetzgau? Der eine ist es ja (noch) und wäre es vor knapp zwei Wochen bei den Wahlen am 16. März um ein Haar wieder geworden: Stefan Paulus (CWG/SPD) fehlten nur wenige Stimmen zum Sieg - 49,9 Prozent ließen den amtierenden Bürgermeister nur ganz knapp an der absoluten Mehrheit scheitern.
Das eröffnete dem Herausforderer Michael Melber (31,6 Prozent, CSU) die Chance auf die Stichwahl (der dritte Bürgermeisterkandidat, Bernhard Jilke von der FDP, war mit 18,5 Prozent ausgeschieden). Am 30. März also gilt es: Paulus oder Melber?

Zum Zankapfel im Wahlkampf war ein geplantes Seniorenheim geworden, das Bürgermeister Paulus auf dem Gelände der Schule in Knetzgau errichten lassen möchte und das rund 80 Bewohnern Platz bieten soll.
Bei einer Abstimmung im Gemeinderat kurz vor der Wahl wurde das Projekt mit 11:10 Stimmen abgelehnt.

CSU-Mann Michael Melber hatte sich vorab klar gegen die Pläne Paulus' ausgesprochen: Für ihn komme ein Seniorenheim in dieser Größenordnung an diesem Standort nicht in Frage. Generell begrüße er jedoch den Bau einer Einrichtung für Senioren in Knetzgau, deswegen habe er sich nach Alternativen zu Paulus' Plänen umgeschaut und bereits ein konkretes Konzept erarbeitet, wie ein solches Projekt an andere Stelle besser umgesetzt werden könne.

Wo wandern Jilkes Wähler hin?

Interessant wird bei der Stichwahl in Knetzgau die Frage sein, für welchen Kandidaten sich die Wähler von FDP-Mann Bernhard Jilke entscheiden. Jilke hatte im Wahlkampf der ersten Runde ebenso gegen die Seniorenheim-Pläne von Paulus Stellung bezogen. "Dass ich auf die Stimmen der FDP hoffe, ist unbestritten", sagt denn auch Michael Melber zu der wieder offenen Situation in der Stichwahl. Auch wenn Paulus im ersten Durchgang sehr viele Knetzgauer Wähler hinter sich stehen hatte, glaubt Melber an seine Chance: Bevor die erste Stimme nicht ausgezählt ist, habe keiner der beiden Kandidaten eine.

Bürgermeister Stefan Paulus hat diese Tage dennoch keinen Grund zu überhöhter Nervosität, wie er gegenüber dem Fränkischen Tag erklärte: "Ich habe da ganz gute Nerven." Er habe sich über das gute Ergebnis vom 16. März gefreut, immerhin hatte er es mit zwei Herausforderern zu tun, die ihm Stimmen streitig gemacht hatten.
Und vor sechs Jahren musste er zudem schon einmal in die Stichwahl, damals gegen Mark Zehe (CSU). Bei einer Wahl gebe es immer Unwägbarkeiten, aber "ich bin entspannt", erklärt er. "Ich habe meinen Hausaufgaben gemacht. Nicht nur in den letzten zwei Monaten, sondern in den letzten sechs Jahren."