Ein 54-jähriger Mann aus dem Kreis Haßberge hat elf Monate lang Hartz-IV-Geld in Höhe von insgesamt 5785 Euro vom Jobcenter in Haßfurt bezogen. Da er der Behörde seine Ersparnisse in Höhe von über 21 500 Euro verschwiegen hatte, wurde der Mann vor dem Amtsgericht in Haßfurt wegen Betrugs in zwei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten (auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt) verurteilt. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

"Ich bin kein Dieb!"


Während der Verhandlung hatte der Kraftfahrer mehrere Male die Fassung verloren und war laut geworden. Der Ärger platzte aus dem groß gewachsenen, kräftigen Mann förmlich heraus. "Ich bin kein Dieb, ich hatte noch nie etwas mit dem Gericht zu tun", rief er immer wieder wild gestikulierend aus.
Richter Roland Wiltschka mühte sich vergeblich, dem Familienvater klar zu machen, dass ihm nicht sein gespartes Geld, sondern seine falschen Angaben vor den Richter gebracht haben. Wiltschka: "Da muss man doch ein schlechtes Gewissen haben, wenn man Geld vom Staat bekommt, das einem nicht zusteht."
Das sah der 54-Jährige aber nicht so. Er habe die über 21 500 Euro für seine Beerdigung angespart. "Ich habe meine Ehre. Ich will nicht, dass meine Kinder meine Beerdigung zahlen müssen", wiederholte er immer wieder. Von diesem "Sterbegeld" habe er der Sachbearbeiterin des Jobcenters auch erzählt.