Jahrzehntelang haben die Grabmäler ihr Dasein in der St.-Michaels-Kapelle gefristet, die nun ihrer neuen Bestimmung als Dokumentationszentrum für die Epoche des Historismus zugeführt wird.


Restaurator leistet vorsichtige Hilfe

Petro Schillers Tätigkeit war eine Art Rettungsaktion, die steinernen Zeugen der Haßfurter Stadtgeschichte vor weiterer Zerstörung zu schützen. Kernbohrungen an der Außenwand halten eine verzinkte Montagekonstruktion, um die gewichtigen Epitaphe aufzunehmen.

Das abgeschrägte Kaffgesims bietet Wetterschutz für die Steine wie auch für eine metallene Hintergrundplatte. Damit ist eine wirkungsvolle Bedachung der Epitaphe gegeben. In der Werkstatt erledigte Schiller restauratorische Maßnahmen. Die Erinnerungssteine wurden konserviert, Rissbildungen mit Microstiften verdübelt, Hinterspritzungen und Anböschungen vorgenommen.
Rekonstruktionen, erklärt Schiller, unterblieben bewusst.

Vermutlich waren die Grabmäler schon früher an den Außenfassaden der Ritterkapelle befestigt, etwa 1960 wurden sie abgebaut und ins Beinhaus eingelagert. Somit dürfte sich wohl jetzt gerade eine Untersuchung anbieten, die vielen Grabmäler in und außerhalb der Ritterkapelle einmal umfassend zu untersuchen und ihre Geschichte zu erklären. Vereinzelt liegen bereits Befunde vor.