Stars des Abends waren eine Made, eine Maus, ein Rabe und ein Kabeljau. Der Erfolg der Live-Musik-Kneipe am Samstag kann sich durchaus sehen lassen. Etwa 70 Besucher lockte das Vokalensemble "Quartsext" ins evangelische Gemeindehaus. Seit sieben Jahren gibt es nun schon die se "Live-Musik-Kneipen" der Eberner evangelischen Kirchengemeinde. "Sich hängen lassen, Spaß und Freude", darum geht es bei diesen Veranstaltungen, erklärt Pfarrer Grosser.

"Die Geselligkeit und Gemeinschaft steht im Vordergrund". Ziel ist es auf diese Weise auch die "mittlere Generation" anzusprechen. Zweimal im Jahr soll die Veranstaltung stattfinden und unterschiedliches Publikum ansprechen. Daher gibt es immer wechselnde Stilrichtungen, wie z.B. Klassisch, A-Capella oder auch Self-made-Programm und das mit jeweils unterschiedlichem Erfolg. Einen Treffer landete Grosser einmal mehr mit der Gruppe "Quartsext".

Vom Maulbronner Kammerchor

"Quartsext" hat fast alle Stilrichtungen des A-Capella-Gesangs im Repertoire und besteht in der Kernbesetzung aus dem Männerquartett Mathias Michel (Tenor), Rolf Most (Tenor), Matthias Leeflang (Bariton) und Frieder Weckermann (Bass).

Gegründet hat sich die Gruppe 1999 aus Mitgliedern des Maulbronner Kammerchors. Begleitet wurden die vier durch den Pianist Thomas Meyer.

Eine besondere Note verlieh auch Tom Kaymer dem Abend. Der Schauspieler und Rundfunksprecher moderierte durch das Programm und trug dabei selbst Gedichte und Anekdoten zu den literarischen und musikalischen Darbietungen des Quartetts vor. Eine Zeile aus "Singe, wem Gesang gegeben" war der Anstoß zum dem Motto "Tierisch, tragisch, literarisch". In dem Gedicht heißt es: "Er singt ein Lied. Er lässt sich das nicht nehmen, und weder Ringelstern noch Morgennatz verfassten es".

Wortwitz und schwarzer Humor

Als Wortspiel waren hier die Dichter Ringelnatz, Morgenstern in dem Gedicht von Erhard versteckt. Die Männer von "Quartsext" haben sich daher gezielt auf die Suche nach Gedichten dieser drei Herren gemacht. Dabei ist aufgefallen, dass häufig Tiere Inhalt der lyrischen Texte sind und oftmals mit tragischem Ausgang, wie bei "Die Made" oder "Der Kabeljau" von Erhard. Eine Ausnahme des Programms waren die drei Gegenstände, denen Ringelnatz eigene Zeilen widmete, "Der Briefmark", "Die Nagelfeile" und "der Bumerang", die aber in den Gedichten lebendig waren.

Viele der Gedichte waren den zahlreichen Besuchern sicherlich bekannt. Durch die Darbietung mit Gesang, erstrahlten die Reime jedoch in einem ganz anderen Licht. Mal energisch und stimmgewaltig, wie sich zum Beispiel der Hai dem Kabeljau nähert, mal ganz sanft und still, wie das ruhige Wasser. Das Publikum konnte so eine ganz andere Interpretation der Texte erleben. Solistisch mit Klavierbegleitung, mal im Duett oder vielstimmig, die Männer von "Quartsext" boten abwechslungsreiche Unterhaltung.

Mit netten Pointen

Dabei ging es bei den meisten Gedichten sehr humorvoll zu, trotz des oft tragischen Ausgangs, v.a. bei den Gedichten von Heinz Erhardt, wie z.B. "Die Kellermaus", "Die Polyglotte Katze" oder "Das Lama". Etwas anspruchsvoller und nachdenklicher waren dagegen die Texte von Christian Morgenstern, wie z.B. "Der Rabe Ralf" oder "Das Huhn".

Durch die humorvolle Moderation von Tom Kaymer wurden die Zuhörer auf die folgenden Stücke eingestimmt. "Das gesprochene Wort dazu, kommt beim Publikum besser an", erklärt Matthias Leeflang.
Im Anschluss an den literarischen Teil begeisterten "Quartsext" mit Popsongs und Spirituals. Vielstimmig, einfühlsam und mitreißend sangen sie beliebte Lieder wie "For the longest time", von Billy Joel, "How deep is your love" von den Bee Gees oder "Crazy little thing called Love" von Freddy Mercury.
Nach dem eher anspruchsvollen ersten Teil des Abends, genoss das Publikum hier die schwungvollen Rhythmen und die beeindruckend klangvollen a-Capella-Darbietungen. Der tosende Beifall und die Zugaben zeugten von einem gelungenen Abend.

Die nächste Live-Musik-Kneipe findet am 25. Oktober statt. Das Thema lautet dann "Mitmach-Kneipe", das heißt jeder, der Singen oder ein Instrument spielen kann, egal ob Flöte, Gitarre oder anderes ist dazu herzlich eingeladen.



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