"Das war heute extrem wichtig für uns." Erwin Albert, der Trainer des FC Sieg strahlte wie ein Honigkuchenpferd. 4:1 gegen die vermeintlich große SpVgg Bayreuth gewonnen, "wenn mir das einer vor dem Spiel gesagt hätte, hätte ich kaum geglaubt, dass das so ausgeht", ergänzte Kapitän Daniel Rinbergas. 3:1 am Gründonnerstag gegen Hollfeld und nun 4:1 gegen die "Altstadt" - die Sander sind nach Ostern wieder voll im Rennen um die Bayernliga-Qualifikation dabei und haben ihre Schwächephase nach der Winterpause in der Fußball-Landesliga Nord beendet.
"Natürlich hat uns der Verlauf in die Karten gespielt", gab Albert zu. Es dauerte nämlich genau 45 Sekunden, bis es zum ersten Mal im Bayreuther Kasten klingelte. Die Innenverteidigung der Gäste hatte leichtfertig auf Abseits gespielt - was es aber nicht war. Igor Mikic nutzte das schlitzohrig aus und zog zum frühen 1:0 auf und davon. Danach wurden die Gäste allmählich wach. "Holt den Sand aus dem Getriebe" forderten die rund 100 mitgereisten Fans unter den 500 Zuschauern per Plakat. Das gelang der SpVgg aber nur teilweise. Trotz weitgehenden Spiels auf ein Tor brannte es vor dem Sander Gehäuse nur selten. Francis Kioyo köpfte einmal drüber (5.), und bei einem Alleingang von Christopher Klaszka war Sands Torwart Jan Nirsberger mit dem Fuß zur Stelle (7.). Sonst verteidigte der FCS geschickt.

Hoff verpasst das 3:0 knapp


Es dauerte dann bis zur 26. Minute, bis die "Korbmacher" das zweite Mal vor Bayreuther Gehäuse kamen. Dafür aber richtig: Nach einer Ecke brachte die indisponierte Innenverteidigung den Ball nicht weg, das Leder landete bei Mikic, der aus der Drehung heraus überlegt flach ins lange Eck zielte: 2:0. "Der Igor hat heute sicher das beste Spiel gemacht, seit er bei uns ist", lobte Albert, der aber "insgesamt eigentlich keinen herausheben wollte. Bei uns war heute von Beginn an ein Team auf dem Platz, wir haben die Räume eng gemacht, und jeder hat für den anderen gekämpft. Ein Sieg des Teams." Fast hatte Matthias Hoff vor der Pause gar noch erhöht, doch diesmal brachte Schlussmann Freiberger die Fäuste gerade noch an den Ball (42.).
Auch nach dem Wechsel spielte das Fußball-Schicksal wieder für Sand. Diesmal in Form des Bayreuthers Andreas Goss. Der trat gegen den nach einem Zweikampf fallenden Fabian Benkert völlig überflüssig nach - hinter den Augen des guten Referees Jan Hoffmann (Röthenbach), aber dummerweise direkt vor dem Linienrichter. Konsequente Entscheidung: Rote Karte in der 47. Minute. Als sich die Gäste nach diesem Rückschlag noch sortierten, segelte eine weite Sander Flanke nach einem Freistoß in den Strafraum. Diesmal stieg Dominik Barth am höchsten und hatte noch ein bisschen Glück, dass sein Kopfball regelrecht vom Pfosten ins Tor zum 3:0 hoppelte (50.).

Nur zwei Schrecksekunden


Das war dann schon mehr als die Vorentscheidung. Es gab nur noch zwei Schrecksekunden. Erst schaffte Kioyo mit einem 25-Meter-Freistoß den Ehrentreffer, wobei Nirsberger nicht ganz glücklich aussah (76.). "Standards waren das einzige, wo Bayreuth gefährlich war", so der Sander Coach Albert. 120 Sekunden später legte Alexander Schreckinger den Ball an den Fünf-Meter-Raum, Marcel Mayr grätschte hinein, es fehlten nur wenige Zentimeter zum Anschluss. Doch im direkten Gegenzug löschten die Hausherren das kurze Bayreuther Strohfeuer. Den von Mikic vorgetragenen Konter schloss Matthias Hoff vom Elfmeterpunkt zum 4:1 ab (78.). "Der Sieg war für uns extrem wichtig", atmete Albert auf, "auch wenn wir in Sachen Bayernliga trotzdem noch nicht durch sind."