Was ist denn plötzlich mit dem FC Sand los? Diese Frage wird sich der ein oder andere Fan gestellt haben. Vor ein paar Wochen hatten einige das Team von Trainer Dieter Schlereth schon abgeschrieben, nun haben die Sander eine kleine Serie gestartet und schielen auf die Nichtabstiegsplätze. Heute um 18.30 Uhr geht es zur U23 der Würzburger Kickers. Würzburger Kickers II (11.) - FC Sand (14.)

Für Johannes Bechmann darf sich die Siegesserie gern fortsetzen, allerdings warnt der 31-Jährige vor Hochmut: "Im Moment schaut das ganz gut aus. Davon dürfen wir uns aber nicht blenden lassen, denn abgerechnet wird immer am Schluss."

Das Momentum spricht auf jeden Fall für Sand. Die Korbmacher haben trotz Schwächephasen gegen Neumarkt gewonnen, das zeigt, dass sie sich in schwierigen Situationen durchsetzen können. Das Sieger-Gen ist wieder zurück. Bechmann brachte sein Team durch ein Freistoßtor in die Erfolgsspur. Seiner Meinung nach bedarf es dafür nicht viel Übung: "Wir schießen ab und an nach dem Training ein paar Freistöße. Zudem muss man sagen, dass der Ball absolut haltbar war aus meiner Sicht - für so etwas sollte man denke ich nicht extra trainieren", sagt Bechmann.

Der Defensivspezialist ist ein wichtiger Sicherheitsfaktor in der Abwehr. Bechmann lief bereits für den FC Schweinfurt und Eintracht Bamberg in der Regionalliga auf, insgesamt hat er mehr als 310 Partien im Herrenbereich auf dem Buckel - Erfahrung pur. Umso wichtiger war es, dass er am 9. Spieltag wieder zur Verfügung stand. Der 31-Jährige nahm sich zunächst eine kleine Pause, um mit dem Hausbau voranzukommen.

Dass die Sander jüngst ohne Gegentor auskamen, weiß Bechmann pragmatisch einzuschätzen: "Zu-Null-Spiele sind eine gute Sache. Allerdings ist Fußball ein Ergebnissport, von daher bringt dir ein 4:3 genauso viel wie ein 1:0. Fans und Mannschaft geht es darum, Spiele zu gewinnen. Keinen Gegentreffer zu kassieren, ist da nur eine schöne Randnotiz."

Die missratene Hinrunde will Bechmann schnell vergessen machen, schließlich wächst das im Sommer umgebaute Mannschaftsgefüge nun zu einem stabilen und schlagkräftigen Gebilde zusammen. "Entscheidend für den jetzigen Erfolg ist, dass sich das Lazarett nach und nach gelichtet hat. Du merkst einfach, wenn ein Großteil auf dem Platz schonmal Bayernliga oder höher gespielt hat."

Den Unerfahrenen müsse man noch mehr Zeit einräumen, "um sich an das Tempo und die Zweikampfhärte zu gewöhnen. Das ist aber ganz normal", so Bechmann. Gegen die U23 der Kickers wollen die Sander an den aktuellen Erfolg anknüpfen. Bei einem Spiel weniger auf dem Konto beträgt der Abstand auf den sicheren Platz 13 nur noch drei Punkte. Die Reise wird aber keine einfache sein. In den vergangenen fünf Partien fuhren die Würzburger drei Siege ein - zuletzt musste das Team von Trainer Rainer Zietsch allerdings eine 0:2-Niederlage gegen Don Bosco Bamberg hinnehmen. Das letzte Aufeinandertreffen im Seestadion entschieden die Kickers knapp mit 2:1 für sich. Dominik Meisels Siegtreffer fiel in der Nachspielzeit, Sand hat noch eine Rechnung offen.

Verzichten muss Trainer Dieter Schlereth auf Linksverteidiger Julian Klauer, der aufgrund von Leistenproblemen ausfällt. Sportleiter Erich Barfuß schaltet derweil in den Angriffsmodus: "Nach den drei Siegen in Folge sind wir unserem Ziel, über Weihnachten nicht Letzter zu sein, näher gekommen. Das soll auch so weitergehen."

Fanbus fährt nach Würzburg

Zum Auswärtsspiel gegen die Würzburger Kickers II gibt es wieder einen Fanbus. Abfahrt ist um 17.15 Uhr am Sportheim.

FC Sand: Geier, Klemm - Flachsenberger, Karmann, Gonnert, Witchen, Bechmann, Steinmann, Wieczorek, Rippstein, Schlereth D., Schmitt D., Krug, Moser, Bischoff, Reith, Schlereth T., Wagner, Rugovaj