33 Tage lang hatte die Eismaschine im Haßfurter Stadion weniger zu tun als üblich. Das ist ab Freitagabend jedoch vorbei, denn die "Hawks" des ESC (4. Platz / 11:7 Punkte) tragen nach langer Pause in der Eishockey-Landesliga Nordost diesmal gleich zwei Heimspiele aus. Und die haben es in sich, denn mit dem EHC Mitterteich (2. / 14:4) gastiert am Freitag (19.30 Uhr) der Topfavorit der Liga am großen Anger, während es am Sonntag (18.30 Uhr) zu einem Wiedersehen mit Ex-Kapitän Markus Waldvogel kommt, der nun für die SE Freising (9./8:8) stürmt.

"Wir freuen uns sehr auf diese zwei Partien, vor allem, dass wir wieder vor unseren Fans spielen können", sagt ESC-Trainer Frank Genßler. "Ich hoffe natürlich, dass jetzt, nachdem der Fußball endgültig in der Winterpause ist, das Stadion jeweils gut gefüllt ist.
Wir brauchen die Unterstützung, damit wir weiter oben mitmischen können und zumindest Platz zwei nicht aus den Augen verlieren."

Trainer Genßler setzt auf ein volles Stadion

Dabei verweist der Trainer in erster Linie auf die Gefährlichkeit des ersten Gegners, für ihn "die Mannschaft, die als erster Aufsteiger in die Bayernliga quasi schon feststeht." Mit seiner Einschätzung steht Genßler nicht alleine. Viele Eishockey-experten trauen den "Stiftland Dragons" von Trainer Heinz Zerres, ähnlich wie im Vorjahr dem EV Moosburg, einen Start-Ziel-Sieg zu. Kein Wunder, denn der Kader der Oberpfälzer hat sich zu Saisonbeginn gewaltig verändert - vor allem qualitativ.

Unter anderen holten die Verantwortlichen den letztjährigen Kissinger Spielertrainer Marc Hemmerich nach Mitterteich, der gleich Kevin Tausend und Patrick Pfänder mitbrachte. Hinzu kommen die ebenfalls oberligaerfahrenen Andreas Hampl (EV Weiden), Stephan Trolda (EV Lindau), Marcus Schlott (EHC Schönheide), Armin Köhler (EHC Bayreuth), der Ex-Haßfurter Sean Andre, Christoph Wohn (VER Selb) und seit einige Tagen auch Sven Rothemund (ERSC Amberg).

Ein neuer Star für die Mitterteicher

Neuer Star - neben dem letztjährigen Topspieler Pierre Kracht - ist aber der 35-jährige Lette Roman Nikitin, der bereits für die "Mighty Dogs" des ERV Schweinfurt aktiv war und vom Oberligisten Adendorfer SC zu den "Drachen" gewechselt ist. Indes ist der ebenfalls aus Bad Kissingen gekommene und in Haßfurt bestens bekannte Manager Andreas Goerke wenige Monate nach seinem Amtsantritt in Mitterteich bereits wieder abgetreten. Berufliche Überlastung wurde als Grund dafür genannt. Der sportliche Erfolg spricht zumindest bis jetzt für die Verpflichtungen. Sieben der bisherigen neun Partien haben die Oberpfälzer für sich entschieden, wobei die Niederlage gegen den EV Regenburg 1b wegen eines nicht einsatzberechtigten Spielers erst am "Grünen Tisch" zustande kam. Einzig der EV Dingolfing behielt sportlich mit 6:5 die Oberhand über Mitterteich. Gegen die Überraschungsmannschaft der Liga, den ERC Regen, gab es vor einer Woche einen 10:3-Kantersieg.

Auch wenn der Tabellenstand etwas anderes aussagt, wird die zweite Heimpartie gegen die SE Freising wahrscheinlich nicht einfacher. Gerade weil die "Black Bears" noch nicht richtig in Schwung gekommen sind, müssen sich die Hausherren auf einen 60-minütigen harten Kampf einstellen. Trainer Christian Eibel, dessen Team durch die Neuzugänge Bernhard Weinzierl (EV Moosburg), Moritz Kraus (EV Germering) und vor allem das Haßfurter Eigengewächs Markus Waldvogel, langjähriger Leistungsträger und Kapitän der "Hawks", erheblich aufgewertet wurde, will sich jedenfalls, wie schon in den Duellen der vergangenen Jahre, als "harte Nuss" präsentieren. Immerhin konnte diese zuletzt vor heimischen Fans zwei Mal geknackt werden: Im Oktober 2011 gab es einen 5:1-Erfolg und im Januar 2011 ein 7:4.

Nach wie vor fehlen wichtige Stützen des Teams

"Wir brauchen uns nichts vormachen: Gegen Mitterteich können wir nur positiv überraschen, gegen Freising nur negativ", schätzt Frank Genßler die beiden Spiele ein. Er weiß, dass seine Truppe bei einem guten Tag "jeden Gegner in der Liga schlagen kann." Andererseits, was vor allem der Auftritt in Regensburg bewiesen hat, sind auch Niederlagen gegen jeden Gegner möglich.
Erst recht bei der aktuellen Personalsituation. "Das ist schon bitter, ausgerechnet in dieser Phase der Saison fehlen viele wichtige Spieler", bedauert Genßler. Mit den langzeitverletzten Franek und Jens Freund sowie dem gesperrten Martin Dürr sind gegen Mitterteich gleich drei Leistungsträger nicht dabei.