Der FC Sand hat dem TSV Aubstadt in der Fußball-Bayernliga Nord alles abverlangt, musste aber trotzdem ohne Punkte nach Hause. Der TSV-Sieg war aber "ganz klar verdient", sagte der Sander Trainer Matthias Bayer. "Ihre Offensiv-Qualität ist eine Wucht, was man an der Vielzahl ihrer Torchancen gesehen hat. Wir haben versucht, mit unseren Möglichkeiten dagegenzuhalten. Es ist uns leider nicht gelungen, einen Punkt mitzunehmen", sagte Bayer. Aubstadts Trainer Josef Francic meinte: "Wir wussten, dass es eine enge Kiste würde und man konnte sehen, warum sie Würzburg und Aschaffenburg ein Unentschieden abringen konnten. Umso mehr bin ich begeistert von meiner Mannschaft, wie sie diese Rückschläge weggesteckt hat."

TSV Aubstadt - FC Sand 3:2
Die Anfangsphase der Partie verlief teils vogelwild: Binnen fünf Minuten fielen die vier Tore zum 2:2-Halbzeitstand. Mit "Rückschläge" meinte Francic die Rückstände - Sand ging zwei Mal in Führung, Aubstadt glich zwei Mal postwendend aus. Von wegen nur defensiv und Beton anrühren: Die Bayer-Truppe aus der Abstiegs-Relegationszone stand bei TSV-Angriffen zwar dicht gestaffelt mit zwei voreinander geschalteten Viererketten und zwei Sechsern davor. Wenn sich die Gastgeber mit ihrem fehleranfälligen Tempofußball in diesem engmaschigen Netz verfingen, dann löste sich dieser Verbund auf und veränderte sich blitzschnell wohl sortiert in eine Angriffsformation, die der TSV-Abwehr ganz schön zu schaffen machte. Das war das Rezept der Bayer-Elf, solange sie nicht in Rückstand waren.
Hinzu kam eine ungeheuer robuste Spielweise, so dass es in diesen 93 Minuten mehr und gravierendere Fouls gab als in Aubstadts letzten drei Spielen in Großbardorf, gegen Hof und Schweinfurt II zusammen. Mit aller Cleverness die Limits des sehr guten Schiedsrichters so auslotend, dass man komplett zu Ende spielen konnte. Dann fand etwas statt, was man selten zu sehen bekommt, egal in welcher Liga: je zwei Tore zwischen der 22. und 26. Minute. Grader, Benkenstein oder Torwart Mack: Wer nimmt diesen eigentlich ungefährlichen Ball? Florian Gundelsheimer war es, der sich für das Geschenk bedankte und den FC Sand in Führung schoss (22.). Vom Anstoß weg gab es eine TSV-Ballstafette, Grell lupfte den Ball über diese hintere Kette. Thomann startete durch und lupfte über den herausgeeilten Keeper Mai ins leere Tor zum 1:1 (23.). Und wieder beim ersten Angriff nach dem Anstoß kam die Flanke von Danny Schlereth: Dieser Ball musste Torwart Mack gehören, zum 1:2 verwandeln durfte ihn aber Adrian Reith (24.). Doch erneut glich Aubstadt aus: Behr köpfte völlig ungedeckt ein.


Nervenstarke Reaktion des TSV

Die Platzherren reagierten in der zweiten Hälfte nervenstark, sehr aggressiv und sehr schnell mit dem 3:2 durch Dellinger, der von rechts den Strafraum entlang den Ball trieb und mit links unten links versenkte (51.). Jetzt mussten die Sander aufmachen und selber investieren. Das taten sie und nahmen in Kauf, dass sich die sichere Statik in ihrem Spiel durch viel höheres Pressing auflöste und Platz machte für viele Aubstädter Gegenstöße und Chancen für einen deutlichen Sieg. Doch Thomann, Dellinger und Leicht schafften es nicht, den Ball an FC-Keeper Mai vorbei im Netz unterzubringen. Fast hätte es sogar noch mit dem Sander Punktgewinn geklappt aber TSV-Schlussmann Mack lenkte in der Nachspielzeit einen Schuss von Thorsten Schlereth noch um den Pfosten. red
TSV Aubstadt: Mack - Leicht (88. Kleinhenz), Grader, Grell (74. C. Schmitt), Benkenstein, Behr, Trunk, Dellinger (74. Noack), Thomann, Bauer, Feser / FC Sand: Mai - Gonnert, D. Schlereth, Karmann, Leim, Müller, Wagner, A. Schmitt, Wagner (Mc Cullough), D. Schmitt, Reith (Krüger), Gundelsheimer (74. T. Schlereth) / SR: Potemkin / Zuschauer: 350 / Tore: 0:1 Gundelsheimer (22.), 1:1 Thomann (23.), 1:2 Reith (24.), 2:2 Behr (27.), 3:2 Dellinger (51.) / Gelbe Karten: Benkenstein (13.), Dellinger (56.) / Karmann (17.), Müller (35.), Leim (67.), D. Krüger (89.)