Die Vorzeichen für den ESC standen schlecht, denn mit Jan Slivka, Christian Dietrich und vor allem David Franek mussten die Hausherren gleich mehrere hochkarätige Ausfälle kompensieren. "Ich weiß nicht genau, was er hat. David muss nächste Woche noch zur Untersuchung gehen, aber es sieht nicht gut aus", gab Trainer Lubos Thür keine Hoffnung auf baldige Genesung des Angreifers. Zudem liefen einige ESC-Spieler mit kleineren Verletzungen auf.

Etwas Entlastung sollten die beiden Neuzugänge Enriko Kovacic und Sydney Els in die angespannte Personallage der "Hawks" bringen, die ihr Debüt im Dress des ESC gaben.

Die erste gute Chance der Partie hatten aber die Hausherren bereits nach wenigen Sekunden durch einen Schlagschuss von Eugen Nold. Im Anschluss jedoch bestimmten die Gäste durch feine Spielzüge das Spielgeschehen.
Mikhail Nemirovsky nutzte eine Überzahlsituation zum 0:1 nach schöner Vorarbeit von Viktor Ledin und Toms Tilla (15.). Auch im Anschluss behielten die Kissinger die Oberhand, während die "Hawks" kämpferisch versuchten mitzuhalten. Immer wieder prüften vor allem Frederic Rambacher und Neuzugang Enriko Kovacic Gästetorwart Michael Gundlach, der sein Gehäuse im ersten Drittel aber sauber hielt. Im Gegenteil, die "Wölfe" erhöhten in letzter Sekunde durch Charles Müller, der von Nemirovsky mustergültig bedient wurde, auf 0:2 (20.).


Gute Chancen für den ESC

Auch nach der ersten Pause zeigten sich die "Hawks" kämpferisch und erspielten sich in Überzahl gute Chancen. Und nach einigen guten Paraden musste der Gästetorwart hinter sich greifen. Eugen Nold hämmerte den Puck nach Vorlage von Ilja Kinereisch zum 1:2 in die Maschen (27.). Die Drangphase der Hausherren hielt an, jedoch schafften es die Mannen von Trainer Lubos Thür in zwei weiteren Überzahlsituationen nicht auszugleichen. Statt dessen nutzten die "Wölfe" eine doppelte Überzahl durch Alexander Andrusovich (40.) zum 1:3.

Im Schlussabschnitt kamen die "Hawks" allerdings wieder heran. Nach einem langen Befreiungspass von Frederic Rambacher traf Neuzugang Enriko Kovacic nach einem Alleingang eiskalt zum 2:3 (43.). Nur kurze Zeit später bremsten die Gäste aber die Euphorie des ESC mit einem Doppelschlag binnen einer Minute wieder. Erst überwand Mikhail Nemirovsky ESC-Torwart Martin Hildenbrand mit einem Alleingang, dann netzte Phillip Golz im Fallen zum 2:5 ein. Konstantin Firsanov erhöhte mit einem weiteren Alleingang noch auf 2:6 (54.), ehe Max Hildenbrand im selben Stil den 3:6-Endstand herstellte (59.).


Die Kissinger spielen ihre individuelle Klasse aus

Die Hausherren versuchten bis zuletzt mit viel Kampf, das Spiel offen zu gestalten, allerdings mussten sie sich der individuellen Klasse der Kissinger "Wölfe" geschlagen geben. "Ich kann nicht sagen, dass die Jungs nicht gekämpft haben, aber es war am Ende einfach zu wenig gegen die starke Truppe, die Bad Kissingen hat", erklärte Lubos Thür nach dem Spiel. "Teilweise haben wir meiner Meinung nach in einigen Situationen zu ängstlich gespielt", ergänzte der Trainer der "Hawks".

Entscheidend für ihn sei ebenfalls gewesen, dass sein Team immer wieder ein Gegentor bekommen habe, als es bis auf ein Tor herangekommen war. Besonders auffällig war an diesem Abend die Leistung der beiden Neuzugänge, die auch in Überzahl ihre Stärke beweisen durften. So glänzte Sydney Els besonders durch seine Schnelligkeit und Wendigkeit, während sich Enriko Kovacic durch große Übersicht sowie einen harten Schuss und defensive Mitarbeit auszeichnete. "Die beiden brauchen aber noch einige Zeit", merkte Thür an.