Wenn auch dem gastgebenden VfL Frohnlach in Person von Angreifer Lukas Pflaum der erste Torschuss dieser Partie des fünften Spieltags der Fußball-Bayernliga Nord gehörte, waren es die Unterfranken aus Sand, die am Mittwochabend früh die Initiative ergriffen. Insbesondere der erfahrene Thorsten Schlereth war es, der Angriff um Angriff einleitete, weshalb der Frohnlacher Schlussmann Michael Edemodu bereits in der 9. Min. hellwach sein musste, um einen Rippstein-Abschluss per Fußabwehr zu parieren.
Auf dem regennassen Boden versuchten es die Mannen von Cheftrainer Uwe Ernst aber nicht nur über schnelle Kombinationen, sondern auch mit Fernschüssen, so dass sich der Schlussmann der "Blau-Weißen" auch weiter keineswegs über mangelnde Ballkontakte beschweren konnte.
Auf der Gegenseite stand sein Pendant jedoch ebenfalls goldrichtig, als Rene Knie ihn nach einem schönen Spielzug über Pflaum und Philipp Schubert per Direktabnahme aber auch zu zentral anvisierte (25. Min.). Während die Hausherren mehr und mehr die Kontrolle übernahmen, war es allerdings erneut Rechtsverteidiger Rippstein, der VfL-Torhüter Edemodu mit seinem aus etwa 20 m halblinker Position getretenen Freistoß zum spektakulären Eingreifen zwang (35.).
Zwar tat FCS-Keeper Mai es ihm wenig später zunächst bei einem Autsch-Freistoß gleich (42.), bevor er aus elf Metern gegen den VfL-Kapitän den Kürzeren zog, der zwei Minuten später nach einem Foul an Weinreich zum Strafstoß angetreten war. Aus der Kabine kamen die Sander mit Wagner für Elfmeter-Verursacher Steinmann, so dass ausgerechnet das Duo der ehemaligen Frohnlacher aus Sicht der Gäste fortan für die Wende sorgen sollte. In der 57. Min. hatten Tevin McCullough und seine Kollegen aber erst einmal Glück, dass Knie das Leder auf Zuspiel des wenige Augenblicke zuvor ins Match gekommenen Lukas Werner haarscharf am Gehäuse der Unterfranken vorbeijagte. Tumultartige Szenen dann auf den Rängen, als die Sander Fans bei einem brutalen Einsteigen von Karmann gegen Hartmann dem Frohnlacher Offensivakteur lautstark Schauspielerei vorwarfen und die VfL-Anhänger mit der entsprechenden Ahndung durch Schiedsrichter Roman Solter von der TSG Mantel-Weiherhammer mit dem Gelben Karton ebenfalls nicht einverstanden waren.


Chancen auf beiden Seiten

Die Gemüter hatten sich kaum beruhigt, da jubelten allein die "Korbmacher", denn eine Hereingabe des umtriebigen Thorsten Schlereth war in diesem Moment nach einem Konter über ein Abwehrbein der Frohnlacher Hintermannschaft unglücklich ins Tor des VfL gerutscht (71.). Ärgerlich war dieser Ausgleich übrigens vor allem auch deshalb, weil Defensivspezialist Alles im Nachfassen zuvor genauso an FCS-Schlussmann Mai gescheitert war (68.), wie der mit einer Körpertäuschung durchgebrochene Werner (75.), wobei auch beim Abschluss des besten Sanders Thorsten Schlereth nur Zentimeter zum Lucky Punch fehlten (84.). Am Ende einer unterhaltsamen Begegnung trennten sich die in dieser Runde höchstwahrscheinlichen Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt daher also unentschieden, was den Sandern jedoch insgesamt mehr Freude bereiten dürfte, die doch so in der Tabelle weiterhin vier Zähler vor dem VfL rangieren.
Der Sander Trainer Uwe Ernst analysierte: "Es war schade, dass wir unsere Chancen im ersten Abschnitt nicht nutzen konnten, in der ich mein Team spielerisch und läuferisch überlegen sah. Das Gegentor durch den Foulelfmeter fiel so auch zum psychologisch ungünstigsten Zeitpunkt. Aufgrund der zweiten Halbzeit bin ich mit dem Remis einverstanden." Sein Gegenüber Oliver Müller sagte: "Das war unsere schwächste erste Halbzeit dieser Saison. Erst ab der 35. Min. waren wir besser in der Partie, wobei wir den Sack nach der Pause hätten zumachen können, als wir zwei oder dreimal allein vor dem Sander Tor standen. In Summe ist das Unentschieden jedoch aber auch in meinen Augen gerecht."
VfL Frohnlach: Edemodu - T. Rebhan, Göhring, Knie, Autsch, Scheler (53. Werner), Alles, M. Weinreich, Pflaum, P. Schubert (80. Fischer), Hartmann (88. Pfadenhauer) / FC Sand: Mai - Ma. Fischer (60. Wirth), A. Schmitt, Krüger, Man. Müller, Steinmann (46. Wagner), D. Schlereth, Karmann, Rippstein, T. Schlereth, McCullough / SR: Solter (Weiherhammer) / Zuschauer: 285 / Tore: 1:0 Autsch (44., Foulelfmeter), 1:1 Eigentor (71.) / Gelbe Karten: Knie, Werner, Rebhan / Rippstein, Wagner, Karmann