Immer wieder war in Augsfeld - durchaus berechtigt - die Rede von "schweren Spielen", "großen Herausforderungen" und "starken Gegnern". Am zehnten Spieltag der Landesliga Nordwest kommt nun am Samstag (16 Uhr) der FC Oberhaid an den Augsfelder Lindenhain, und Dieter Schlereth spricht seiner Mannschaft erstmals die Favoritenrolle zu.

Das darf er auch, denn die Oberfranken haben nach neun Spieltagen gerade einmal einen Zähler auf ihrem Punktekonto vorzuweisen. Für Schlereth & Co. waren alle guten Dinge bisher drei: Dreimal wanderten die Punkte nach 90 Minuten auf das Augsfelder Konto - jedoch bisher immer nur auf fremdem Terrain. Laut Trainer Schlereth sollte das aber die längste Zeit so gewesen sein. "Ich denke schon, dass wir diesmal als Favorit in die Partie gehen können", sagt aber auch: "Natürlich sind manchmal genau das die schwierigsten Spiele, wenn die Erwartungen von außen entsprechend hoch sind.
Ein Selbstläufer wird es trotzdem nicht."

Schon 33 Gegentore


Auch wenn die Augsfelder vor heimischem Publikum noch sieglos sind und bei ihrem letzten Auftritt eine deutliche 0:4-Klatsche gegen Bayern Kitzingen kassierten, eine Woche später erspielten sie sich in Bergrheinfeld einen Last-Minute-Sieg und kletterten in der Tabelle auf Rang zwölf. Während sich der FCA von den Abstiegsplätzen wieder Luft verschaffte, schmücken die heutigen Gäste seit fünf Wochen kontinuierlich das Tabellenende. Insgesamt trafen Oberhaids Gegner schon 33 Mal "ins Schwarze", allein in den letzten beiden Spielen hagelte es zehn Gegentore, die höchste Niederlage setzte es Mitte August gegen den Tabellenzweiten FT Schweinfurt (1:7).

Auch Schlereth nahm den Gegner zweimal persönlich in Augenschein und berichtet: "Oberhaid steht anfangs an sich meist recht gut, ihr deutliches Problem ist nur, wenn sie einmal in Rückstand geraten, werden sie meistens auch unschön vom Gegner auseinander genommen." Bisher spricht nicht viel dafür, dass die Oberfranken in nächster Zeit eine Kehrtwende schaffen. "Oberhaid wird sicherlich auch am Ende der Saison hinten zu finden sein", prognostiziert Schlereth.

Fast in bester Besetzung


Er hofft, dass der FC Augsfeld den Schwung aus dem letztwöchigen Sieg mit in die Begegnung nehmen kann, um die bisher viel versprechendste Heimsieg-Gelegenheit auch zu nutzen. Der Coach glaubt, "wenn man in dieser Liga bestehen will, dann muss man wahrscheinlich solche Spiele auf jeden Fall gewinnen." Personell kann er auf seine eingespielte Truppe setzen, einzig Alexander Derra hat immer noch mit Knieproblemen zu kämpfen und muss pausieren.