Mit Sebastian Richter als Kapitän hat der VC Eschenbacher Eltmann eine überragende Saison in der 2. Volleyball-Liga Süd hinter sich gebracht. Am Ende durfte die Vizemeisterschaft unterhalb der Wallburg gefeiert werden. Der aus Ransbach-Baumbach stammende, Erstliga-erfahrene Richter kennt sich aus in Volleyball-Deutschland. In Unterfranken hat er neben seiner Leidenschaft, dem Sport, auch seine große Liebe namens Diana gefunden. Doch nicht nur deswegen bleibt er am Main. Wir unterhielten uns mit dem Spielführer der Oshino Volleys Eltmann.

Legen Sie sich jetzt noch viel länger auf Unterfranken fest?
Richter: Ich wüsste nicht, was dagegenspricht. Unterfranken bietet mir privat, beruflich und auch sportlich auf lange Sicht viele interessante Perspektiven.
Solange es mir möglich ist, werde ich dem Verein erhalten bleiben und helfen, wo ich gebraucht werde.

Sie sind eine feste Größe im Eltmanner Spiel. Einer der Stars?
Wir sind eine sehr gut eingespielte Mannschaft mit vielen Qualitäten. Nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch abseits vom Volleyball haben wir einen starken Zusammenhalt. Es macht einfach Spaß, mit den Jungs zu spielen. Auch wenn es abgedroschen klingt, das Team ist der Star. Es ist nicht selbstverständlich, so viele talentierte Spieler in den eigenen Reihen zu wissen, in der jeder Einzelne das Potenzial hat, Spiele in engen Situationen zu entscheiden.

Ab sofort gibt es vier Knaller-Teams in der 2. Liga Süd. Werden die fränkischen Vertreter Hammelburg, Schwaig, Coburg und Eltmann die Meisterschaft unter sich ausmachen?
Es wird sicherlich eine der stärksten, wenn nicht die stärkste 2. Liga Süd aller Zeiten. Innerhalb der Klasse herrscht ein ausgeglichenes Niveau mit vielen starken Athleten. Das Frankenland hat mit den vier genannten Teams eine starke Position innerhalb der Liga. Der amtierende Meister jedoch kommt aus Fellbach und ist auch kommende Saison wieder der Topfavorit auf den Titel.

Was erwarten Sie von der Konkurrenz?
Coburg wird sicherlich ein starkes, konkurrenzfähiges Team aufs Parkett schicken. Ich persönlich freue mich auf zwei weitere interessante und hart umkämpfte Derbys mit einem besseren Ausgang für Eltmann.

Der VCE-Sportvorsitzende Rolf Werner setzt auf den in Eltmann bestens bekannten Milan Maric als neuen Trainer. Ihre Meinung?

Rolf Werner und Milan Maric sind mit Sicherheit ein absolutes Erfolgsduo. Was ich an den beiden sehr schätze, ist zum einen der sehr hohe Sachverstand bezüglich unserer Sportart und zum anderen ihre hohe Bereitschaft, Konzepte und Visionen zu verwirklichen. Die jahrelange Erfahrung im deutschen Spitzenvolleyball macht die beiden für unseren Verein enorm wertvoll. Was ich noch gerne erwähnen möchte, ist die Arbeit von verschiedenen Leuten, die meist nicht so sehr im Rampenlicht stehen. Ein ganz herzliches Dankeschön geht an Peter Knieling, Michi Mahr, Michael Rippstein, die Familie Barthelmes und natürlich meine Freundin Diana, die mich seit Jahren sehr unterstützt.

In der Bundesliga rumort es ständig. Traditionsvereine und Newcomer kämpfen mit dem sogenannten Masterplan. Sind dessen Hürden zu hoch oder liegt es an den Vereinen?
Generell ist der Masterplan eine gute Sache. Alle Bundesligisten müssen gemeinsam daran arbeiten, unsere Sportart Volleyball nach außen hin so professionell wie möglich darzustellen. Dabei hilft der Masterplan. Einige Punkte sollten jedoch gründlich überdacht und gegebenenfalls entschärft werden. Es ist traurig, dass sich sportlich etablierte Mannschaften aus finanziellen Gründen aus dem Spitzensport zurückziehen müssen.

Gibt es einen Umbruch im Eltmanner Team oder ist der Stamm um Sie als Kapitän bereits recht fest?
Wir bleiben zusammen! Das ist erst einmal das Wichtigste für uns als Mannschaft. Vielleicht gibt es noch eine Verpflichtung, aber das Grundgerüst bleibt bestehen. Wir haben einen guten Mix aus erfahrenen und jüngeren Spielern. Besonders Tobias Werner, Johannes Engel, Nico Bitsch und Mircea Peta haben im letzten Jahr einen großen Schritt nach vorne gemacht und sind spielerisch wie auch menschlich sehr gereift.

Sie waren in einem Volleyball-Internat. Spielen dessen Schüler den besseren Volleyball? Wer sind die bekanntesten Vertreter?
Ob es die besseren Volleyballer sind, wage ich nicht zu beurteilen. Allerdings haben alle Spieler, die in einem Leistungsstützpunkt arbeiten, optimale Rahmenbedingungen, um sich sportlich bestens zu entwickeln. Das Volleyball-Internat Frankfurt brachte zahlreiche Bundesliga- und Nationalspieler wie etwa Bernhard Hoffmann, Michael Dornheim, Axel Hager, Christian Pampel, Jochen Schöps, Christian Dünnes oder Lukas Kampa hervor. Spieler wie beispielsweise Chris Nowak spielen seit Jahren auf einem Topniveau in der 1. oder 2. Liga.

Die Oshino Volleys hätten aufsteigen können. Allerdings hat ein realistisch agierendes Management die Situation als zu risikoreich bewertet. Welche Ziele verfolgen Trainer und Management in diesem Jahr?
In der letzten Saison sind wir Vizemeister geworden. Welche Ziele der Trainer und das Management haben, kann ich nicht beurteilen. Persönlich möchte ich mich natürlich sportlich verbessern. Was das heißt, kann sich ja jeder denken. Ob es am Ende reicht, werden 24 spannende Spiele zeigen.

Die Fragen stellte unser
Mitarbeiter Frank Heumann.