Mit diesem Dreier haben sich die Sander vorerst Luft vor der Abstiegszone verschafft. Die Schweinfurter dagegen stecken mittendrin. Demzufolge hätte FC-Verteidiger Andre Schmitt eigentlich gut gelaunt in die Kabine verschwinden können. Schließlich hatte er im Derby auch seinen Cousin Daniel Hämmerlein, Außenbahnspieler in der Viererkette bei den "Turnern", geschlagen. Doch Schmitt war überhaupt nicht zum Feiern zu Mute. Denn der Sander hatte ausgerechnet im Familienduell keinen guten Tag erwischt. Ein ums andere mal entwischte ihm der pfeilschnelle Yannik Saal. Ein solcher Vorstoß führte auch prompt zum Gegentor, als Saal bis fast an die Grundlinie marschierte und Pabst bei seiner präzisen Flanke am Fünfmeterraum nur den Fuß hinhalten musste (57.).

Da wurde es dann wieder spannend im Sander Seestadion, denn dies war der Anschlusstreffer zum 2:1.
Lange Zeit hatten die stark ersatzgeschwächten Gäste den anfangs stark verunsicherten Sandern Paroli geboten, denen ihre vorangegangene Misserfolgserie anzumerken war. "Wir haben immer gut gespielt und die Partien beherrscht, die Gegner haben gar nicht gewusst, warum sie gewonnen haben", schüttelte Trainer Erwin Albert darüber am Samstag noch den Kopf.

Nach einer Viertelstunde wird es gefährlich

Erst nach einer Viertelstunde kamen die Sander gefährlich vors Schweinfurter Tor, doch Dinis Ribeiro schoss vorbei. Damit nahm das Derby Fahrt auf. Fast im Gegenzug wären die Gäste fast in Front gegangen, doch Pabsts Kopfball nach Michael Mantels Maßflanke landete am hinteren Torgestänge (17.). Zwei Minuten später traf Mantel das Außennetz.

Die Entscheidung fiel dann schon kurz vor der Pause. Sands Torwart Dominik Biemer, für den Trainer Albert ein Sonderlob übrig hatte ("Mittlerweile der beste Torwart der Region") wehrte Florian Riegels abgefälschten Kopfball ab, im direkten Gegenzug flog ein 50-Meter-Befreiungsschlag genau auf Dominik Rippstein, der FTS-Torwart Simon Mai überlupfte (43.). Kaum ausgejubelt, assistierte André Karmann für Matthias Hoff, der aus fünf Metern das 2:0 erzielte (45.).

Albert: "Wir sind aus dem Gröbsten raus"

Natürlich versuchten die Schweinfurter nach dem Wechsel im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles, und das gar nicht schlecht. Die größte Ausgleichschance vergab Pabst: Nach einem 40-Meter-Steilpass von Mantel spielte er Schmitt und einen weiteren FCS-Abwehrrecken aus, um dann den Ball völlig freistehend drüber zu setzen. Das mögliche Unentschieden hätte wohl auch bei den Familien Hämmerlein/Schmitt für Freude gesorgt. Doch es blieb beim 2:1. Die Gastgeber hatten am Schluss einige Konterchancen. So traf Jan Derra aus zehn Metern nicht ins leere Tor, sondern nur ans Außennetz (85.). "Ich denke, wir sind aus dem Gröbsten raus und werden jetzt noch unsere Punkte holen", freute sich Albert.

Für den 60-jährigen war es ja auch das letzte Derby. "Nächste Saison werde ich definitiv nichts machen", sagte Sands scheidender Trainer. Golf spielen will Albert mit seinem Sohn. "Vielleicht höre ich ganz mit Fußball auf. Außer es kommt was ganz Unvorhergesehenes, oder in einem halben Jahr kribbelt es dermaßen, dass ich samstags nicht zu Hause bleiben kann."