"Endlich" - dutzendfach war der erleichterte Ausruf bei der Sander Anhängerschaft zu hören, als Torhüter Markus Geier den letzten gefährlichen Freistoß von Mutlu Kilic im Nachfassen sicherte, der Unparteiische abpfiff und der FC Sand den ersten Sieg in der Fußball-Bayernliga Nord seit Oktober über die Zeit gebracht hatte. 2:1 hieß es am Ende gegen den FSV Erlangen-Bruck.

Es war der erwartete Nervenkrieg, der in 92 Minuten alles zu bieten hatte: einen dramatisch frühen Rückstand, einen verschossenen Sander Elfmeter und ein entscheidendes Jokertor. Nach längerer Absenz fand also auch das Glück wieder den Weg ins Sander Seestadion und bescherte den Gastgebern einen ihrer wichtigsten Siege der Saison, der für die von der ersten bis zur letzten Sekunde aufopferungsvoll kämpfenden Sander hoch verdient war.


Früh in Rückstand

Es waren noch nicht einmal fünf Minuten gespielt, da sah es nach 13 sieglosen Pflichtspielen schon nach der nächsten Niederlage für das Team von Trainer Erwin Albert aus. Ein langer Ball aus dem Mittelfeld landete beim schnellen Brucker Alexander Piller, der scharf nach innen flankte , wo Daniel Abraham aus leicht abseitsverdächtiger Position zur Führung für die Gäste einschob. Dass der Samstagabend dann aber doch noch ein Happy-end bereithielt, hatten sich die Sander durch eine beeindruckende kämpferische Leistung und einen imposanten, immerwährenden Siegeswillen selbst zu verdanken.

Götz feuert einen Warnschuss ab

Trotz des Rückstands machte der FC couragiert weiter und verzeichnete im direkten Gegenzug bereits einen Warnschuss von Sebastian Götz, der knapp am linken Pfosten vorbeiflog (6.). Der FSV Bruck hatte zwar weniger Ballbesitz als der Gegner, war aber, sobald der Ball in den eigenen Reihen war, äußerst flink im Spiel nach vorne und durch Piller auf der rechten Außenbahn jederzeit brandgefährlich. So auch in der 15. Minute, in der Piller für Wiesenmayer vorlegte, dessen Versuch zu unpräzise war. Nach einem Konter von Piller, diesmal über links, rettete Sands Schlussmann Markus Geier noch mit einer mutigen Fußabwehr (24.).

Der FC Sand agierte meist mit schnellen Kombinationen, die über zwei, drei Stationen oft lehrbuchhaft anzusehen waren, den zwingenden Abschluss aber vermissen ließen. Die Unistädter ließen die Sander immer wieder kommen, die zeitweise zu sorglose Gästeabwehr ließ für Rinbergas und Pankratz Möglichkeiten (17., 36.). Dominik Barth, nach seiner Verletzung erstmals wieder in der Sander Startelf, setzte sich gleich gegen zwei Abwehrleute durch und war nur durch ein Handspiel zu bremsen (29.) - der darauf folgende Freistoß vom Sander Kapitän Rinbergas brachte aber nichts ein.

1:1 gibt viel Auftrieb

Zum psychologisch gesehen besten Zeitpunkt gelang dann der längst fällige Ausgleich. Dabei sah es fast schon wieder so aus, als wären die Gastgeber einmal mehr vergeblich angerannt, als der Ball über Sebastian Götz und Dominik Barth doch noch bei Bernd Pankratz landete, der aus zweiter Reihe stramm abzog und mit dem 1:1 für viel Sander Auftrieb sorgte (45.).

Die "Schwarz-Weißen" hatten demzufolge im zweiten Durchgang mehr von Spiel, allerdings nervlich strapaziöse 45 Restminuten zu überstehen. Erst scheiterte Stefan Krines, dann lenkte FSV-Torwart Himmrich einen Schuss von Maximilian Göbhardt mit den Fingerspitzen über die Querlatte (50., 55.). Nach einem strafstoßwürdigen Foul an Barth trat Spielführer Rinbergas am Elfmeterpunkt an und jagte das Leder an die Querlatte (64.) - es blieb beim 1:1. Auch, weil Sands Schlussmann Geier zweimal bei Freistößen des eingewechselten Mutlu Kilic bravourös dazwischen ging (67., 69.).

Vom Strafraumeck ins Glück

Das Sander Spiel wurde in dieser Phase leicht hektisch, nach einem aussichtsreichen Konter über Maximilian Göbhardt waren sich Matthias Hoff und Sebastian Götz uneinig, wer den Abschluss wagen sollte (72.).
Der ersehnte Siegtreffer ließ aber nicht mehr lange auf sich warten. Als einer der flüssigen Sander Angriffe bei Matthias Hoff landete, zirkelte der sieben Minute zuvor eingewechselte Mittelfeldspieler den Ball unbedrängt von der rechten Strafraumecke in die Maschen (77.). Noch zweimal rettete Geier gegen den brillanten Freistoßschützen Kilic (83., 92.), auf der anderen Seite verpasste Dinis Ribeiro beim Nachschuss nach einem Angriff von Youngster Stefan Wasser das 1:3 (84.).