GädheimDas orkanartige Unwetter im Juli vergangenen Jahres hat den gesamten Landkreis Haßberge in Mitleidenschaft gezogen. Nicht nur die abgeknickte Kirchturmspitze der Haßfurter Stadtpfarrkirche musste dran glauben, sondern auch das Kirchturmkreuz in Gädheim.
Nach Angaben von Bürgermeister Peter Kraus ist "vielen Bürgern nach dem Sturm aufgefallen, dass das Kreuz schräg steht. Mittlerweile hat sich die Kirchturmspitze in zwei Richtungen geneigt."


In 36 Meter Höhe

Weil die Kirchturmspitze eine Sache der Gemeinde ist, wurde am gestrigen Mittwoch die Operation in Angriff genommen. Ein Autokran mit 80 Tonnen Traglast beförderte den 61-jährigen Dachdeckermeister Otto Wilm mit 40 Jahre Berufserfahrung und seinen Arbeitskollegen Peter Netter (53 Jahre) in 36 Meter Höhe befördert.
Vor Ort stellten die Kirchturmspezialisten fest, dass sich das zirka 30 Jahre alte
Epoxidharz gebrochen ist und somit das Kreuz nicht mehr fest fixiert ist. Alte Keile wurden entfernt und durch neue Keile ersetzt, das Kreuz neu ausgerichtet und mit Denso-Binde abgedichtet. "Wenn das Epoxidharz mehr beschädigt wäre, hätte wir die komplette Kirchturmspitze abmontieren müssen", so Wilm. Laut Kraus wird der Versicherungsschaden auf rund 3500 Euro beziffert.
Der Bürgermeister ließ sich nach Abschluss der Arbeiten den Blick auf das Kreuz nicht nehmen: "Beim Hochfahren hatte ich großen Respekt", bekannte er, "aber als ich oben war, es ein sehr interessanter Blickwinkel auf das Kreuz und auf die Ortschaft."


"Höchste Eisenbahn"

Auch der Kirchenpfleger war vor Ort und ist über die geglückte Maßnahme "sehr froh, weil es höchste Eisenbahn war."
Die "Kreuz-Maßnahme" dauerte etwa vier Stunden. Dazu gehörte auch die Befestigung eines Kunststoff-Netzes in der offenen Kuppel, damit Tauben, welche für starke Verunreinigung verantwortlich gemacht werden, dort oben keinen Zugang mehr haben.