So deutlich hätte die Vorstandschaft der SPD Ebern den Zuspruch nicht erwartet; das gibt die Vorsitzende und amtierende Stadträtin Brunhilde Giegold offen zu. Während der letzten Wochen wurden nämlich eifrig Diskussionen geführt, potenzielle Bewerber gesammelt und letztlich ein Vorschlag von 20 Stadtratskandidaten erarbeitet. "Gut wählbar" sei der, meint Giegold, und bekommt kaum eine halbe Stunde später schon die Bestätigung: Die Versammlungsteilnehmer beschließen die Liste einstimmig.

16 Ersatzleute

Auch die Ersatzliste, das zeigt der zweite Wahlgang des Abends, erfährt fast hundertprozentige Unterstützung - mit nur einer Enthaltung bestätigt die Partei ganze 16 "Aufrücker". "Das ist ein super Ergebnis", findet Giegold, "ab jetzt heißt es, gemeinschaftlich voranzugehen."

An der Spitze - das ist bereits seit September klar - wird genau das Jürgen Hennemann tun. Er kandidiert 2014 zum vierten Mal für das Amt des Bürgermeisters und führt die SPD-Stadtratsliste an.

"Das Gemeinsame entscheidet"

"Wahnsinnig" freue er sich über die große Unterstützung, sagt er, und verweist in diesem Kontext gleich auf das Wahlkampfmotto: "Ebern ist, was wir daraus machen." Denn gerade der Zusammenhalt, das Gemeinsame, sei entscheidend, wenn man etwas verändern wolle. "Hier in Ebern gibt es so viel Engagement - das zusammenzubringen, wird die Aufgabe eines zukünftigen Bürgermeisters sein."

Einen Vorteil dieses Vorhabens sieht Brunhilde Giegold in der Nähe der SPD-Kandidaten zu den Eberner Bürgern. "Viele Probleme aus dem Stadtgebiet sind uns durch Gespräche und jahrelange Kontakte zu den Leuten gut bekannt. Wir müssen nicht erst Rundreisen durch die Stadtteile unternehmen, um uns zu informieren."
Und so werden vor allem soziale Themen die Wahlkampfagenda prägen: In erster Linie sollen die Menschen eben zusammengebracht werden - sei es beim gemeinsamen Mittagessen für Alleinstehende, der Mittagsbetreuung von Schülern, einer "Oma-Börse" oder Mehrgenerationentreffs. Außerdem geht es der SPD darum, Ehrenamt, Vereine und Bürgerarbeit zu unterstützen. Generell soll die Stadt Ebern positiver dargestellt werden, um den Tourismus weiter zu beleben. Ein wichtiges Thema ist zudem die Mobilität und Versorgung in den Stadtteilen, die es zu fördern gilt.

Ideenkarten

Doch auch "weitere Ideen können gerne an uns herangetragen werden", versichert Giegold. "Dazu werden wir an alle Haushalte eine Ideenkarte verteilen, mit der die Bürger ihre Wünsche und Verbesserungsvorschläge an uns senden können." Auch Stadtteilbesuche seien geplant.

Vorerst jedoch sollen in den folgenden beiden Monaten zahlreiche Veranstaltungen zu inhaltlichen Themen stattfinden. Der erste Termin steht bereits fest: Am 29. Januar werden sich der Bamberger Oberbürgermeister Andreas Starke, der SPD-Landratskandidat Bernhard Ruß aus Sand und Jürgen Hennemann mit der überkommunalen Zusammenarbeit auseinandersetzen. Denn auch die sei aufgrund der Eberner Lage am Rande des Landkreises und Regierungsbezirks wichtig, so Hennemann.

Die Mehrheit knacken

Weitere Informationen und Termine wird der "Rote Eber" liefern, der nächstes Wochenende verteilt werden soll. Diesmal, kündigt Giegold an, "streben wir mehr Sitze an als die CSU (aktuell steht es 6 zu 7; Anm. d.Red.). Wir wollen stärkste Kraft im Eberner Rathaus werden". Da kann der Listenerste nur zustimmen. Die Kandidaten-Vorstellungsrunde habe es gezeigt: "Mit wie vielen Ideen und Gedanken sich die Einzelnen einbringen - super", zeigt sich Hennemann beeindruckt. "Das muss mit dem Teufel zugehen, wenn wir die CSU-Mehrheit nicht knacken können."

Mit gemischten Gefühlen


Alle Kandidaten zur Stadtratswahl sollen vom Bürgermeister zum Neujahrsempfang eingeladen werden, überbringt Brunhilde Giegold dem SPD-Vorstand. Das sei eine gute Idee, die engagierten ehrenamtlichen Kandidaten einzuladen, sind sich die SPDler einig. Vermutet wird aber hinter der Entscheidung des CSU-Bürgermeisters, dass sich neben den Stadträten und Vereinsvertretern, die sonst eingeladen sind, bestimmte Kandidaten oder Kandidatinnen in der Öffentlichkeit zeigen können, die sonst keine Einladung erhalten würden. "Dann werden halt alle Kandidaten aller Listen eingeladen, auch wenn es nur um eine geht", bringt es SPD Vorstandsmitglied Barbara Hahnlein auf den Punkt.

Die Bewerber
1 Jürgen Hennemann
2 Brunhilde Giegold
3 Irene Jungnickl
4 Werner Riegel
5 Werner Freibott
6 Ulrike Zettelmeier
7 karin Kaiser
8 Theo Lerche
9 Markus Appel
10 Gabi Pfeufer
11 Barbara Hahnlein
12 Walter Ullrich
13 Florian Schmidt
14 Ruth Metter
15 Johanna Eckert
16 Uwe Holzwarth
17 Michael Huth
18 Jasmin Kuhn
19 Marko Hager
20 Johannes Rennebohm

Ersatzleute
Außerdem steht eine weitere Liste mit 16 Personen als Nachrücker für die Stadtratsliste zur Verfügung.
21 Heppt Wolfgang
22 Drummer Monika
23 Golonka Winfried
24 Heinel Michelle
25 Dinkel Michael
26 Mahr Doris
27 Baiersdorfer Achim
28 Gaspic Anna
29 Bäuerlein Thomas
30 Fuchs Mareike
31 Wilhelm Heinrich
32 Musik Karin
33 Ostermann Johannes
34 Forkel Günter
35 Martin Harald
36 Schätzlein Ditmar