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Natur

So überlebt Gartengemüse auch bei Hitze: Kreisfachberater gibt Tipps zur Bewässerung

Manch einer mag den Klimawandel weiterhin leugnen, dabei werden die Folgen der Erderwärmung schon beim Blick in den eigenen Garten sichtbar. Kreisfachberater Guntram Ulsamer (Kreis Haßberge) verrät, wie Pflanzen trotz Wasserknappheit optimal gedeihen können.
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Die Entnahme von Grundwasser, beispielsweise aus einem Brunnen, kann die Umwelt stark belasten. Die Tröpfchenbewässerung mit Regenwasser ist eine umweltschonende Variante. Foto: privat
Die Entnahme von Grundwasser, beispielsweise aus einem Brunnen, kann die Umwelt stark belasten. Die Tröpfchenbewässerung mit Regenwasser ist eine umweltschonende Variante. Foto: privat
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Die Klimaerwärmung ist eine der größten Herausforderungen der Zukunft - auch in Unterfranken. Der April war in diesem Jahr extrem trocken und warm. Eigentlich sehr angenehm, um schon die ersten Stunden im Freien bei sommerlichen Temperaturen verbringen zu können. Doch was dem Menschen gut tut, gilt nicht unbedingt auch für die Pflanzenwelt. "Für die Vegetation ist es eine kleine Katastrophe, wenn sich die Wasservorräte des Bodens nicht ausreichend füllen", weiß Guntram Ulsamer, Kreisfachberater für den Landkreis Haßberge.

Für Gärtner, die flexibel auf den Klimawandel reagieren wollen, bergen die Veränderungen durchaus auch Positives. Bereits im April war es in den vergangenen Jahren möglich, Salate, Kräuter und Tomaten mit entsprechendem Schutz ins Freiland zu setzten.

Flexibel auf Hitze reagieren

Ebenso führt die Verlängerung der Vegetationszeit bis in den November dazu, dass Gemüse und Salate noch ausreifen können. "Dafür macht uns die Natur von Juli bis September durch extreme Temperaturen einen Strich durch die Anbauplanung. Um mit den Gegebenheiten am besten umgehen zu können, ist Flexibilität gefragt", rät Ulsamer. Die Lösung sei, den Anbauplan zu verfrühen und schon im Februar mit der Anzucht und Aussaat von Gemüsepflanzen wie Tomaten, Gurken und Paprika zu beginnen, um dann im Sommer zu pausieren und nochmals im Herbst mit Salaten und Gemüse zu punkten.

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Die Erfahrung habe gezeigt, dass mit Hilfsmitteln wie Vliesen und Abdeckungen auch frühere Pflanzungen im Freiland möglich sind. Bedingt durch die große Hitze im Sommer stellen die Pflanzen häufig das Wachstum ein, gerade auch wenn natürliche Niederschläge fehlen. Diese können nur bedingt durch künstliches Gießen ausgeglichen werden.

Pflanzen richtig gießen

Doch woher können Gärtner das kostbare Nass nehmen? "Teuer aufbereitetes Trinkwasser ist zu schade. Auch wissen wir, dass die Entnahme von Grundwasser aus eigenen Brunnen den Grundwasserspiegel stark absenkt und belastet", merkt der Kreisfachberater an. Die beste Lösung sei: Regenwasser auffangen und zur natürlichen Bewässerung des Gartens nutzen.

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Damit das Wasser in einer Zisterne möglichst lange ausreicht, rät Ulsamer zu einer Tröpfchenbewässerung: "Das hilft, Wasser zu sparen." Dieses wird gezielt durch ein Schlauchsystem an die Wurzel der Pflanze geleitet und kann dort langsam versickern. Das verschwenderische Sprengeln der Blätter mit einem Regner unterbleibt so. Zusätzliches Mulchen mit Rasenschnitt und Häckselgut vermindert ebenfalls die Verdunstung und das Wachsen unerwünschter Wildkräuter.

An Gärtner-Weisheiten halten

Falls allerdings nicht gemulcht werden soll, kann als Alternative das regelmäßige Lockern der Bodenoberfläche die Abgabe der wertvollen Feuchtigkeit verhindern. Eine alte Gärtnerregel sagt: "Einmal hacken ersetzt zweimal gießen!" In Kombination mit einer intensiven Bodenpflege, die die Anreicherung von Humus im Gartenboden zum Ziel hat, können die Böden selbst ihre Speicherkapazität steigern.

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Voraussetzung ist die regelmäßige Düngung und die Versorgung mit Kompost und organischer Masse. Dies erhöht nicht nur die Fruchtbarkeit, sondern steigert im beträchtlichen Maße auch die Speicherkapazität des Bodens.

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