Wenn es bei Markus Scheuring einmal nicht so gut läuft, darf man das bei ihm durchaus wörtlich verstehen. Der Wassermeister der Stadt Eltmann kümmert sich nämlich darum, dass in allen Stadtteilen aus jedem Hahn an jedem Tag zu jeder Uhrzeit sauberes Trinkwasser kommt.

Meist schaffen er und seine Kollegen das. Aber auch von Problemen weiß er zu berichten. Zum heutigen Welttag des Wassers wirft er zusammen mit dem Fränkischen Tag einen Blick ins städtische Wasserwerk und erklärt, wie die Versorgung mit dem wertvollen Gut Wasser funktioniert. Die jeder als selbstverständlich ansieht. Hinter der aber doch eine Menge Technik und Arbeit stecken.

In Eltmann und seinen Stadtteilen wurden im vergangenen Jahr 286.431 Kubikmeter Wasser verbraucht, das sind 286.431   000 Liter.
Ein Viertel davon fließt in die Industrie, der Rest an die rund 5600 Einwohner.

Eisen und Mangan

Im Wasserwerk der Stadt laufen die Rohre zusammen: In dem 1979 in Betrieb gegangenen Bauwerk wird das Wasser aus den zwei Flachwasserbrunnen zwischen Eltmann und Eschenbach eingeleitet und gefiltert. Zwar hat es laut Scheuring bereits im Brunnen eine gute Qualität, dennoch müssen die beiden Metalle Eisen und Mangan herausgenommen werden, um die vorgeschriebenen Werte zu erreichen.

Beide Metalle lösen sich aus Erdschichten, wenn sie vom Wasser durchdrungen werden. Eisen als Spurenelement und Mangan als Bestandteil im Stoffwechselsystem sind ohnehin für den menschlichen Organismus essenziell. Die Mengen, die im Wasser der Eltmanner Brunnen vorkommen, sind laut Scheuring auch nicht bedenklich.

Mangan etwa aber hat die Eigenschaft, dass es das Wasser verfärbt, beziehungsweise Wäsche, die damit gewaschen wird. In der großen Filteranlage im Wasserwerk durchfließt das Wasser eine Kiesschicht. Indem Sauerstoff eingeblasen wird, kommt es zur Oxidation der Metalle, und sie können herausgelöst werden.

Quelle bei Weisbrunn

Nicht nötig ist dieser Vorgang bei dem Wasser, das aus der Kalkofen-Quelle (in Richtung Weisbrunn) gefördert wird: Es wird direkt ins Netz eingespeist .

Bereits seit 1909 hat Eltmann eine zentrale Wasserversorgung, die von der Stadt gewährleistet wird. Und das soll auch langfristig so bleiben. Eine Privatisierung kommt für Bürgermeister Michael Ziegler (CSU) nicht in Frage. Die städtische Trinkwasserversorgung ist per Gesetz eine "kostendeckende Einrichtung. Und das ist auch richtig so. Es ist eine Gebühr, die der Bürger direkt verbraucht. Eine gerechte Gebühr".

In den vergangenen Jahren habe man immer wieder in das Versorgungsnetz investiert: vor neun Jahren die Kompletterneuerung der Kiesfilter im Wasserwerk, vergangenes Jahr die Reinigung der beiden Brunnen sowie die Installation zweier neuer Pumpen. Der Unterhalt der Leitungen.

Und weiter sagt Ziegler: "Wir haben vor, im Millionenbereich zu investieren." In den kommenden Jahren soll ein dritter Flachwasserbrunnen gebaut werden.

"Wir schreiben die Werte auf"

Außerdem steht früher oder später die Generalsanierung der Technik im Wasserwerk an. Vieles muss dort manuell überwacht werden. "Die Anlagen werden von uns täglich inspiziert, und wir schreiben die Werte auf", sagt Scheuring.

In einer moderneren Anlage übermittelt ein Programm die aktuellen Werte an einen Laptop. Qualitativ aber bedeutet das keinen Unterschied, versichert Scheuring. Die alte Technik im Wasserwerk und Versorgungsnetz der Stadt funktioniert einwandfrei. Jeden Tag aufs Neue.