Endlich Weihnachten! Vielleicht noch am Vormittag das ein oder andere Telefonat, dann aber ist Familienzeit bei den meisten Bürgern im Landkreis Haßberge und auch bei den prominenteren Menschen, die in öffentlichen Funktionen und Ämtern im Scheinwerferlicht stehen.

Wie feiern unsere "Pomis" Weihnachten, das wollte die Lokalredaktion Haßberge wissen und stellte dem ausgewählten Personenkreis daher diese Fragen:

1 Dieses Jahr ist ja alles etwas anders. Wie gestalten Sie ihre Weihnachtsfeiertage?

2 Aufgrund des aktuellen Lockdowns muss Weihnachten im kleineren Rahmen stattfinden. Wen werden Sie vermissen?

3 Welche besondere Tradition gehört für Sie an Weihnachten einfach dazu?

4 Verraten Sie uns, was an Heiligabend bei Ihnen auf dem Tisch landet?

5 Welches Lied läuft bei Ihnen jedes Jahr zu Weihnachten rauf und unter?

6 Was wünschen Sie sich für das kommende Jahr?

Unsere Fragen beantworteten Digitalministerin Dorothee Bär aus Ebelsbach, der Landrat des Landkreises Haßberge, Wilhelm Schneider aus Maroldsweisach, Anna-Lena Werb, Weinprinzessin aus Steinbach, der Kabarettist Otmar Schmelzer aus Oberschwappach, der Kinderbuchautor Paul Maar aus Bamberg/Obertheres und der Mundartdichter Wilhelm Wolpert.

Landrat Wilhelm Schneider (62 Jahre)

1

"Wie wahrscheinlich bei vielen Familien feiern auch wir im engsten Familienkreis, mit zwei von drei Kindern. Es wird demnach ruhig und besinnlich. Für mich gehören besonders Spiele, Spaziergänge oder auch ein Buch lesen dazu."

2

"Vermissen werden wir unsere Tochter Julia, ihren Mann und unser zweijähriges Enkelkind. Sie können leider aufgrund des Lockdowns nicht kommen."

3

"Traditionell geht die ganze Familie eigentlich in den Gottesdienst und dann werden unter dem Baum die Geschenke ausgepackt und Plätzchen gegessen. Also wie in jeder anderen Familie."

4

"Mittags gibt es traditionell Linsensuppe und abends Raclette, da kann mal lange und gemütlich beieinandersitzen, sich unterhalten und den Abend verlängern."

5

"Wir hören zu Weihnachten gerne klassische Musik, wie das Weihnachtsoratorium von Bach oder klassische Weihnachtslieder. Aber später am Abend kommen auch modernere Lieder hinzu."

6:

"Ich wünsche mir, dass durch die Versorgung mit dem Impfstoff möglichst bald wieder Normalität einzieht, die haben wir alle zu schätzen gelernt. Außerdem wünsche ich allen Familien Gesundheit und Glück im neuen Jahr."

Landrat Wilhelm Schneider verriet sogar das Rezept für seine Lieblingsplätzchen, die Schokosterne: Aus

300 g Mehl,

1 TL Backpulver,

300 g gemahlenen Haselnüssen,

300 g Zucker,

1 Prise Salz,

1 TL Zimt,

2 Eiern und

200 g Margarine

knetet man einen Teig und stellt den kühl. Dann 3 mm dick ausrollen und Sterne ausstechen. Bei 200 Grad zehn Minuten backen; Teilchen erkalten lassen, dann einen Stern mit Nougat bestreichen und mit einem anderen zusammenlegen. Die "Doppeldecker" zur Hälfte in Schoko-/Kakaoglasur tauchen. Fertig!

Oti Schmelzer (59 Jahre, Oberschwappach)

1 "Wir feiern im engsten Familienkreis mit Kindern und Enkeln, aber es bleibt trotzdem richtig gschmeidig und wie immer. Der künstliche Baum steht schon seit November und auch meine selbstgemachte Krippe ist schon aufgebaut. Aber mir würde auch ein Besenstiel mit Lametta reichen, es geht ja um die innere Einstellung."

2:

"Meine Brüder werde ich schon vermissen, aber man muss das Beste daraus machen. Ich freue mich sehr auf die Zeit der Stille. Normalerweise fühlt man sich ja auch verpflichtet mit großer Verwandtschaft zu feiern, das fällt jetzt weg. Zu der Situation gibt es eben zwei Seiten."

3

"Wir machen nichts Spezielles. Die Mette, der Baum und die Geschenke gehören natürlich dazu und ich schmücke sehr gerne. Außerdem machen wir an Weihnachten auch immer mit unseren Kindern Musik, wir sind ja alle recht musikalisch."

4

"Wir haben kein Spezialgericht. Aber ich freue mich nach meiner Alkoholpause auf einen guten Wein oder wir packen den Whisky aus."

5

"Meine Mutter ist 95 Jahre und wohnt bei uns im Haus. Die freut sich immer, wenn Lieder laufen. Aber an Weihnachten machen wir sehr gerne auch selbst Musik."

6

"Ich spreche jetzt mal für alle Künstler: Wir wünschen uns natürlich für das neue Jahr wieder vor lebendem Publikum spielen zu können. Die Situation ist ja nicht nur ein finanzielles Problem. Ein Künstler ohne Publikum ist wie ein Fisch ohne Wasser. Ich hoffe also wieder auf mehr Normalität."

Weinprinzessin Anna-Lena Werb (20 Jahre) Steinbach

1

"In diesem Jahr fühlt sich alles weniger weihnachtlich an. Normalerweise feiern wir zusammen mit der ganzen Familie, jedoch können wir uns diesem Jahr nur im kleinsten Familienkreis treffen."

2

"Besonders vermissen werde ich das traditionelle Weihnachtsessen bei meiner Oma zusammen mit meiner ganzen Familie."

3

"Bei uns ist es Tradition vor dem gemütlichen Teil, zusammen mit der Familie, die Heilige Messe zu besuchen, das macht Weihnachten für mich erst zu Weihnachten. Leider sieht es dieses Jahr etwas anders aus."

4

"Das Weihnachtsessen lassen wir uns natürlich nicht nehmen. Bei uns gibt es jedes Jahr an Heilig Abend nach dem Kirchenbesuch, Lende im Speckmantel und Spätzchen. Am 1. Weihnachtsfeiertag gibt es bei uns traditionell Omas Gänsebrust mit Wirsing und Klößen. Wenigstens etwas auf das man sich freuen kann."

5

"Wir sind in der Familie nicht so die Weihnachtslied-Hörer und sind froh, wenn normale Lieder im Radio laufen. Aber an Heiligabend ist es auch mal schön gemeinsam mit Oma und Opa ein paar klassische Weihnachtslieder wie `Alle Jahre wieder` oder `Ihr Kinderlein kommt zu singen`."

6

"Das was sich in dieser Zeit die meisten von uns wünschen. Normalität! Das allmählich wieder Lockerungen beschlossen werden und es erlaubt ist, dass man sich mit Freunden und der Familie treffen darf. Natürlich würde ich mich besonders darüber freuen mal wieder ein Weinfest besuchen zu dürfen und mit netten Menschen bei einem Glas Wein anzustoßen."

Dorothee Bär (42 Jahre)

1

"Wir begehen die Festtage im kleinen Kreis, dieses Jahr nur mit der Kernfamilie. Ich freue mich noch mehr als sonst auf diese besinnliche Zeit und bin dankbar, wenn alle gesund sind."

2

"Meine ganze große Großfamilie - wir verbringen die Weihnachtstage und die Zeit zwischen den Jahren eigentlich immer alle gemeinsam. Das wird dieses Jahr erstmals nicht so sein."

3

"Die Kindermette mit Krippenspiel ist für uns der Mittelpunkt unserer Weihnacht."

4

"Das Wichtigste ist die Gans meiner Schwiegermutter mit Serviettenknödel am ersten Weihnachtsfeiertag."

5

"Meine Weihnachtsplaylist ist endlos und läuft immer ab dem 1. Advent."

6

"Weltfrieden und das Ende des Corona-Wahnsinns."

Paul Maar (83 Jahre) Bamberg

1

"In diesem Jahr feiern wir nur mit der Kernfamilie: Meine Frau Nele, ich und die Töchter Katja und Anne."

2

"Das sonst übliche Weihnachtspersonal: Unseren Sohn Michael mit Partnerin Eva, Ulla (die Schwester meiner Frau) und die Enkelkinder Antonia, Hannes und Bruno."

3

"Wir spielen gemeinsam Gesellschaftsspiele, oft bis morgens um zwei Uhr."

4

"Der sogenannte `Polnische Salat` nach dem Rezept meiner verstorbenen Schwiegermutter, mit Roter Bete, Kartoffeln, Nüssen, Gürkchen, Würstchen."

5

"An Weihnachtsabend läuft überhaupt kein Lied, das Radio und der CD-Spieler bleiben stumm. Unsere Enkel machen selbst Musik mit Klavier, Flöte und Klarinette."

6

"Ich wünsche mir, dass es besser wird als das jetzige, von Corona gebeutelte."

Wilhelm Wolpert (83 Jahre) Haßfurt

1

"Die Weihnachtsfeiertage werden dieses Jahr noch ein bisschen stiller als sonst. Wir haben, als betagte Menschen, die Geburt unseres Erlösers nicht nur als ein freudiges, sondern als das `freudigste Ereignis` zu begehen und wir schauen, wie immer etwas verächtlich auf den Trubel und die vielen Lichter."

2

"Unsere drei Kinder und die Enkel können wir in diesem Jahr nicht um uns scharren, sondern sie kommen nacheinander. Die körperliche Gemeinsamkeit werden wir vermissen aber im Geist sind wir, Gott sei Dank, immer eine große, fröhliche und gut verträgliche Familie gewesen und wollen das auch bleiben."

3

"Der Kirchgang gehört auf jeden Fall auch heuer dazu und aber auch der Gang durch die schlafende Natur, in der man, wachen Auges, jetzt schon so viel Leben spüren kann."

4

"Wir hatten nie die fette Weihnachtsgans oder andere kulinarische Höhepunkte, sondern eher einfaches Essen. Pflicht allerdings ist der hausgemachte Kartoffelsalat und dazu Fisch oder Würstchen oder ähnliches. Warum soll man sich vollstopfen, wo doch die leckeren Plätzchen meiner Frau noch auf uns warten?"

5

"`Rauf und runter` berieseln lassen wir uns schon lange nicht mehr. Viele Weihnachtslieder gefallen mir, sie sind sehr emotional. Besonders gerne höre und singe ich `Maria durch ein Dornwald gin`. Allerdings habe ich selbst, unter meinen vielen humorvollen Mundartliedern, fünf Weihnachtslieder geschrieben von denen eines, `Der Christkindlesbrief der kleinen Barbara` vom BR vor Weihnachten `rauf und runter` gespielt wird."

6

"Wem nützt es, wenn man nicht mehr lacht? Ich wünsche mir für das kommende Jahr, dass wieder mehr gelacht wird. Gott will, dass wir lachen, warum sonst hätte er uns als einzigen, unter Milliarden Lebewesen, dieses große Geschenk, gemacht. Meine Bitte für 2021: Wir müssen endlich wieder damit anfangen, mehr zu lachen."