Täglich bringt der Landkreis Haßberge rund 3480 Schüler zu den Schulen. Busse fahren im Landkreis Haßberge, doch auch in benachbarte Landkreise wie Bamberg, Coburg oder Schweinfurt. Schülerbeförderung und Kostenrückerstattung für 2012 kommen auf über 2,4 Millionen Euro.

Die Schülerbeförderung ist im ländlichen Raum das Rückgrat des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und deshalb wichtige Grundlage für das ÖPNV-Angebot im Landkreis. Deswegen sind die Schülerverkehre so weit als möglich in die öffentlichen Linienverkehre integriert. Das heißt: Wenn Schüler in einem Bus fahren, können auch ganz normale Bürger (gegen Entgeld) mitfahren. Nur in Einzelfällen nutzen ausschließlich berechtigte Schüler Schulbusse.

Mehr Busse für die Bürger

Unter dem Strich ließ sich insbesondere bei schwächeren Buslinien das Verkehrsangebot für die Allgemeinheit teilweise erheblich verbessern, wie die Pressesprecherin des Landratsamts Haßberge, Monika Göhr, mitteilt. "Leider wird der öffentliche Personennahverkehr vor allem als Schulbus von der Öffentlichkeit wahrgenommen", bedauert Susanne Lutz, die Leiterin des Sachgebiets ÖPNV und Schülerbeförderung am Landratsamt. "Vielen ist nicht bewusst, dass die Busse von jedermann genutzt werden können und eine ökologisch sinnvolle Alternative zum Auto sind."

Abstimmungsmarathon

Der Landkreis Haßberge hat in den letzten Wochen mit den Vorbereitungen für die Organisation der Schülerbeförderung 2013/14 begonnen. Und da braucht es eine gute Abstimmung zwischen den Schulen, den Verkehrsunternehmen und dem Landratsamt.

Überhaupt, weil durch die großen Veränderungen in der Schullandschaft (G8, Schulkooperationen, sinkende Schülerzahlen) die Schülerbeförderung in weiten Teilen neu geplant und umstrukturiert werden musste. Ob das erfolgreich war oder weitere Änderungen nötig sind, diskutiert der Landkreis an einem "Runden Tisch" mit den Schulen und mit Vertretern der Verkehrsunternehmen sowie der Polizei. Ziel: kurze Beförderungszeiten und optimale Buskapazitäten.

"Eine große Herausforderung für alle Beteiligten", weiß Susanne Lutz. Bei den Busfirmen muss die Fahrplangestaltung ebenso stimmen wie die Planung der Fahrer und der Busse, an den Schulen müssen die Stundenpläne mit den Fahrplanzeiten abgestimmt werden, und schließlich hat das Landratsamt aller Beförderungswünsche im Öffentlichen Personennahverkehr zu koordinieren. Nicht zuletzt soll es nicht zu viel kosten.

Der "Runde Tisch" für die Schulstandorte in Haßfurt und Eltmann findet in den nächsten Wochen statt. In Ebern hat man schon getagt.

Wann geht der Unterricht los?

Vor allem dreht es sich um die rechtzeitige Abstimmung. Pro Schulstandort soll es eine Fahrt zum Unterrichtsbeginn geben, nach Unterrichtsschluss zwei Fahrten. Die Schulen müssen aus dem Blickwinkel der Behörde Veränderungen der Unterrichtszeiten rechtzeitig melden. Nur so könnten gut funktionierende Beförderungskonzepte erarbeitet werden, betont Susanne Lutz. Fahrplanwünsche werden gegenwärtig mit den Schulen und dem Landratsamt auf Umsetzbarkeit geprüft.

Spezielle Probleme, wie die Organisation des Winterdienstes an den Haltestellen und Schulparkplätzen waren ebenfalls Thema. Außerdem die besondere Situation beim Ein- und Aussteigen der Schüler an den Haltestellen, etwa in Ebern, wo man mit uneinsichtigen Autofahrern zu tun hat. "Diese fahren trotz Beschilderung in die Busbuchten ein und sogar zwischen den Bussen und den aus dem Bus aussteigenden Schulkindern durch und gefährden die Kinder massiv", so Lutz. Die Polizeiinspektion Ebern wird mehr kontrollieren.

Auch ein wichtiges Thema: Stehplätze in den Bussen und Sicherheit an den Haltestellen. Beim Einsteigen kommt es zwischen den Kindern häufig zu Gerangel und Gedränge: Schüler drücken gegen die Bustüren oder werden von den hinteren Kindern dagegen gedrückt. Am Landratsamt sieht man eine Lösung: Ehrenamtliche Schulweghelfer könnten vor Ort für mehr Sicherheit sorgen.
Bis Herbst stehen noch viele weitere Gespräche am "Runden Tisch" an.