In der Marktgemeinde Maroldsweisach gibt es keine großen Probleme, aber auch im Detail kann der Teufel stecken. So wurde von den Bürgern bei einer Bürgerversammlung in Marbach massiv protestiert, dass seit Schulbeginn die Kinder wieder in der Durchgangsstraße in den Schulbus zusteigen müssen. Es wurde mit Boykott gedroht, wenn das so weiter geht. Bürgermeister Schneider will sich mit dem Busunternehmen in Verbindung setzen, damit die Zusteigemöglichkeit wie bisher gewährleistet wird.

Seit in Fahrzeugen vermehrt Navigationsgeräte genutzt werden, wird ein immer stärkerer Verkehr als Verbindung von Voccawind zur B 303 durch Marbach festgestellt. Es wurde überlegt, am Ortseingang mit "kleinen Buchten" zu arbeiten, damit die Fahrer zu geringeren Geschwindigkeiten gezwungen werden. "Ohne GPS käme kein Fremder auf die Idee, über Marbach zur B 303 zu fahren", so Bürgermeister Wilhelm Schneider.

Teichkläranlage in der Kritik


Umfangreich diskutiert wurde die Teichkläranlage in Marbach, weil ein Bürger die Kostenhöhe bemängelte. Schneider erklärte, im Markt Maroldsweisach bestünden acht dezentrale Kläranlagen, die aber als eine Einheit geführt und abgerechnet werden. Der Neubau der Teichkläranlage in Marbach verursachte 720 000 Euro Kosten, die mit 384 000 Euro bezuschusst wurden. Obwohl Beiträge eingeholt wurden, verblieb noch eine Restsumme von 145 000 Euro, die über Gebühren aller Einleiter in der Einheit mitbezahlt werden. Dippach wurde an Birkenfeld, Dürrenried an Wasmuthhausen und Geroldswind an Voccawind angeschlossen. Insgesamt musste die Gemeinde rund eine Million Euro übernehmen und auf 30 Jahre gerechnet auf die Verbrauchsgebühren aufschlagen.

Da in absehbarer Zeit in Maroldsweisach eine neue Kläranlage fällig wird, möchte Bürgermeister Schneider und sein Gemeinderat die Restkosten über Gebühren abzahlen. Dies wäre die günstigste Lösung, um die Bürger aus dem Kläranlagenbereich nicht zu hoch belasten zu müssen. Im Marktbereich gibt es noch den Abwasserverband "Mittlerer Weisachgrund", der selbstständig geführt wird.

Zu "Riesenveränderungen" sei es in Marktgemeinde in den vergangenen Jahren gekommen, erklärte dann der Bürgermeister. Gab es vor zehn Jahren noch 3811 Bewohner des Marktes Maroldsweisach, sind es heute nur noch 3456 Einwohner. Marbach verlor bei 112 Einwohnern 24 Einwohner seit 2002. Die Sozialraumanalyse zeige deutlich, wohin der Trend geht. In Maroldsweisach wohnen 591 Personen, die unter 18 Jahre alt sind (1987 waren es noch 925). Einwohner über 65 Jahre gibt es zurzeit 762, während es 1987 nur 610 waren.

Da aber die finanziellen Verpflichtungen der Gemeinde nicht zurückgehen, müssen nun weniger Einwohner die Kosten tragen. Dies wird auch bei der Verschuldung deutlich: Konnte der Markt Maroldsweisach von 2003 bis 2010 seine Schulden auf 950 000 Euro herunterfahren, so stiegen sie aktuell wieder auf rund 2,5 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt nun bei 773 Euro, 2008 waren es nur 265 Euro.

Was die Jüngeren in der Versammlung besonders interessierte, war der Ausbau von DSL. Die Bereiche um Maroldsweisach und Hafenpreppach sind mittlerweile gut versorgt. Der südliche Bereich, zu dem Marbach gehört, soll über eine Hybridlösung durch Funk abgedeckt werden. Wann diese Lösung verwirklicht wird, konnte Bürgermeister Schneider nicht sagen. Nur so viel, dass heuer wohl nichts mehr daraus wird.

Die Vergabe von neuen Straßennamen und Hausnummern ist nicht nur in Marbach ein Problem, erklärte Bürgermeister Schneider. Man komme aber nicht darum herum, denn hauptsächlich die Rettungsdienste würden darauf angewiesen sein. Ein vorgelegter Ortsplan von Marbach wies Straßennamen wie "Zum Leisenturm", "Zur Schmiede", "Zum Hermannsbrünnle" oder "Gerichtsweg" auf. Nun können die Bürger in Ruhe darüber nachdenken und noch Änderungswünsche einbringen. Gsch