Seit Anfang Juni sind die Bauarbeiten an der Schleusen-Brücke in Limbach in vollem Gange. Und das war dringend notwendig: Schon viele Jahre durften Fahrzeuge über 7,5 Tonnen den Main an dieser Stelle nicht überqueren.

Und das führte zu Problemen, da die Brücke der einzige Zugang zur anderen Flussseite ist: Landwirte kamen mit schweren Geräten nicht mehr auf ihre Felder und auch das Wasser- und Schifffahrtsamt Schweinfurt war in seiner Arbeit eingeschränkt. Auf der anderen Seite der Brücke werden für die Trinkwasserversorgung Brunnen gebohrt. "Große Bohrgeräte konnten über die Brücke nicht mehr angeliefert werden. Also mussten wir für kleinere Geräte extra Ausnahmegenehmigungen einholen", sagt Helko Fröhner. Er ist im Wasser- und Schifffahrtsamt Schweinfurt für die Schleusen zuständig.

Tragfähigkeit ist eingeschränkt

Dort ist schon lange bekannt, dass an der Limbacher Brücke etwas getan werden muss. "In den Hohlkästen sammelt sich Feuchtigkeit. Und das könnte dazu führen, dass die Stahlträger durchrosten", erklärt Fröhner. Die Tragfähigkeit der Brücke kann dann nicht mehr gewährleistet werden. Die einzige Möglichkeit: Die alte Brücke abreißen und komplett neu bauen. Und das geschieht jetzt.

Seit Anfang Juni wird daran gearbeitet. "Die ersten Pfähle sind gebohrt. Jetzt fangen die Schalungsarbeiten an." Doch wie Fröhner mitteilt, werden die Bauarbeiten noch bis nächstes Jahr andauern. "Die ganzen Leitungen und unsere Signalanlagen müssen umgelegt werden."

Zudem können manche Arbeiten momentan nicht ausgeführt werden, da im Main noch reger Schiffsverkehr herrscht. Dafür soll 2016 die sogenannte Schleusensperre genutzt werden, die sowieso einmal im Jahr stattfindet. Zwei Wochen lang dürfen dabei keine Schiffe durch die Schleuse fahren. "Der Termin wird bereits zwei Jahre im voraus mitgeteilt, damit es zu keinen Ausfällen im Schiffsverkehr kommt", erklärt Fröhner.

Auswirkungen auf den TSV

Neben dem Schiffsverkehr ist auch der Betrieb des TSV Limbach teilweise eingeschränkt. "Die Straße ist zwar hin und wieder gesperrt. Die Leute bemühen sich jedoch, die Sperrungen mit uns abzusprechen", sagt Hans Bühl, ehemaliger Vorstand des TSV Limbach, zum aktuellen Projekt. Er ist im Verein zuständig für alle Fragen rund um den Brückenbau. Bevor die Straße gesperrt wird, haken die Verantwortlichen beim Verein nach, ob Termine oder Fußballspiele feststehen. Je nachdem werden die Sperrzeiten angepasst.

Die marode Brücke war für den Sportverein jedoch ein größeres Handicap als die Baustelle. Die Heizöl-Lieferung wurde immer wieder zum Hindernislauf: Da der schwere Öl-Laster nicht über die Brücke fahren durfte, musste das Öl durch Schläuche über die Brücke zum Sportheim transportiert werden. "Das waren natürlich erhöhte Kosten", erzählt Bühl.
Auch mit dem Neubau der Brücke sind einige Kosten für den Verein verbunden: Die Wasser- und Abwasserleitungen müssen an der neuen Brücke mit angeschlossen werden. "Das sind enorme Kosten. Bis in den fünfstelligen Bereich", meint Bühl. "Da müssen wir schauen, wie wir das bezahlen können." Notwendig ist der Brückenbau auf jeden Fall, findet Bühl.

Zur Information: Haßfurt steuert Limbach und drei weitere Schleusen

Limbach Die Schleuse in Limbach ist im Jahr 1951 für die damals dominierende Schleppschifffahrt in Betrieb genommen worden. Es ist eine Zwei-Kammer-Anlage mit drei Toren. Die Fallhöhe liegt bei 5,36 Metern und die Leistung des Kraftwerks bei 3,70 Megawatt.

Knetzgau Im Jahr 1958 wurde die Schleuse in Knetzgau fertiggestellt. Die Fallhöhe beträgt in Knetzgau 4,24 Meter. Das Kraftwerk hat eine Leistung von 2,90 Megawatt.

Ottendorf Die Schleuse Ottendorf ist die größte Schleuse im Main. Sie fasst 38,5 Millionen Liter Wasser, wenn beide Kammern voll sind. Das Bauwerk ist 1962 geöffnet worden. Die Fallhöhe beträgt 7,59 Meter und das Kraftwerk leistet 6,30 Megawatt Stromenergie.

Viereth Die Schleuse in Viereth wurde 1924 und das Wehr 1925 in Betrieb genommen. Die Fallhöhe beträgt sechs Meter und die Leistung des Kraftwerkes sechs Megawatt.