Die Filialleiterin Marianne Deppert wartet in Zeil auf die nächste Lieferung, doch es wird keine mehr geben. Das hat sie soeben erfahren. Deppert wirkt gefasst, doch die Enttäuschung ist ihr anzumerken. "Es geht zu Ende. Für meine Kolleginnen tut es mir sehr Leid. Eine von ihnen weiß es noch gar nicht. Sie ist im Urlaub", sagt sie. Seit über 23 Jahren arbeitet Deppert bei Schlecker. Nun werden es die letzten Tage in der Drogeriekette für sie sein. Schlecker schließt. "Ich werde mich arbeitslos melden müssen", erklärt sie mit ruhiger Stimme. Wütend wird Deppert, wenn sie an den Firmenchef denkt. "Wir zappeln uns da einen ab. Er hätte uns mit seinem Vermögen retten können. Aber soll er doch glücklich damit werden", schimpft sie.

Noch keine Kündigung erhalten


Die Hoffnung auf einen Investor, chaotische Ausverkäufe in anderen Filialen, traurige Kunden und die Angst vor dem Jobverlust - die letzten Monate bei Schlecker seien schrecklich gewesen. "Ich habe immer mit Herzblut gearbeitet, doch nun ist es für mich sehr schwer, mich überhaupt noch für die Arbeit zu motivieren", erklärt sie. Als Deppert am Samstag erfahren hat, dass ihre Filiale geschlossen wird, war sie sehr traurig. "Am Samstag war es wirklich am schlimmsten", sagt sie. Die offizielle Kündigung haben Deppert und ihre Kolleginnen in Zeil noch nicht erhalten.

Wie die Stimmung in den Filialen in Ebern, Ebelsbach und Haßfurt ist, lesen Sie in der heutigen Ausgabe des Fränkischen Tags.