Die neue Krippe und die Erweiterung des Kindergartens "Arche Noah" werden wohl frühestens Ende Oktober, womöglich erst zum Jahresende zur Verfügung stehen. Dieses Zeitfenster machte Karl-Heinz Fleischmann bei einem Besichtigungstermin an der Baustelle auf und ließ damit die erwartungsvollen Mienen einiger Mitglieder im Bauausschuss wie Rolläden herunterklappen. Der Architekt vom Schweinfurter Büro Pollach korrigierte damit nämlich die Angaben von Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) nach hinten, der kürzlich noch von einer Inbetriebnahme im September gesprochen hatte.

Interimslösung geht weiter


Das bedeutet, dass der katholische Kindergarten, der für die Dauer der Bauarbeiten zum Teil ins Obergeschoss des benachbarten Pfarrzentrums umgezogen ist, sich auch nach der Sommerpause wohl noch für einige Wochen auf "Sonderbetrieb" einstellen muss. Doch mit dieser Interimslösung gebe es seines Wissens keine nennenswerten Probleme, versicherte der Architekt den Mitgliedern des Bauausschusses. Im Pfarrzentrum laufe alles rund und anstelle des mit Bauzäunen versperrten Außengeländes stehen den Kindern eine Wiese am unweit gelegenen Kinder- und Jugendhaus "Obendrin" oder aber der 100 Meter entfernt gelegene Spielplatz am "Dorschengarten" zur Verfügung.

Winter wirbelte Zeitplan durcheinander


Indessen gehen die Arbeiten zügig voran, nachdem der späte Wintereinbruch und zusätzlicher Aufwand für die Bodengründung den Zeitplan zuletzt etwas durchkreuzt hatten. Im Bereich des einstigen Stadtgrabens musste eine bis zu einen Meter dicke Schotterschicht eingebracht werden, um statische Sicherheit zu gewährleisten, berichtete Fleischmann am Mittwochabend. Seit einigen Tagen ist die 400 Quadratmeter große Bodenplatte gegossen, auf der sich später die großzügige Eingangshalle und die beiden neuen Krippengruppen wiederfinden werden. Arbeiter der Maroldsweisacher Firma Bayersdorfer haben inzwischen mit dem Mauern begonnen und die Fenster sind bestellt. Fleischmanns Angaben zufolge wird wohl zum Monatsende die Decke betoniert, und der Rohbau könnte Ende Mai fertig sein. Das passe zeitlich wieder in den Plan, sagte Fleischmann, und auch bei den Kosten liege man aktuell "absolut im Soll."

Bürgermeister denkt an die Kinder


Ein kleines Richtfest, bei dem der Bürgermeister auch die Kinder mit einer kleinen Aufmerksamkeit bedenken will, soll nach Pfingsten angesetzt werden. Laut Architekt Fleischmann drücken sich die Kinder immer wieder neugierig die Nasen an den Fensterscheiben platt, um den Fortgang auf der Baustelle zu verfolgen. "Wenn so etwas Großes entsteht, dann kann das schon ein Erlebnis sein, das man sein ganzes Leben lang nicht mehr vergisst," befand der Bürgermeister und regte "eine Art Baustellentag" für die Mädchen und Buben an. Für Grinsen sorgte Ulrike Zettelmeiers (SPD) scherzhafte Anregung, einen Mörtelkübel für die kleinen "Baumeister" bereitzustellen.