Im Jahr 1989 - vor genau 30 Jahren - fanden sie in Rentweinsdorf zum ersten Mal statt: Die Büttenabende der damals frisch gegründeten Rentweinsdorfer Carnevalsgesellschaft (RCG). Auch heute erfreuen sich die Büttenabende in der Faschingszeit großer Beliebtheit bei den Rentweinsdorfern. Das zeigte sich wieder am Wochenende: Am Freitag und Samstag sind wieder viele Narren in den Marktsaal gekommen, um sich dieses Spektakel nicht entgehen zu lassen. Die Veranstaltung am Samstag war restlos ausverkauft. Die Gäste konnten sich auf ein fast sechsstündiges Programm freuen, das sich aus Tanzeinlagen, Büttenreden und Sketchen zusammensetzte und beim Publikum wieder gut ankam.

An das Motto der Abende "Die Rentweinsdorfer und die Helden ihrer Kindheit" hielten sich nicht nur die Sechserräte, sondern auch viele Gäste. So waren die Sechserräte als Kermit, Gargamel, Rocky, Bud Spencer, Supermario und Lukas der Lokomotivführer auf der Bühne und im Publikum wuselten Mickey-Mäuse, Biene Majas und andere Kindheitshelden durch den Saal.

Das große Weltgeschehen

Wie schon in den Vorjahren stand das Duo "Cathrin Geiser & Dad" auf der Bühne, diesmal als Dr. Faust und Mephistopheles. Sie blickten auf das Weltgeschehen und die Politik und nahmen in ihrer Bütt in Reimform so manche große Persönlichkeit auf die Schippe. Unter anderem waren die Flüchtlingskrise, die mangelhaften Waffen der Bundeswehr und der Klimawandel Thema. "Acht Monate Sommer sind es wert, dass man einen dicken Diesel fährt." Auch die Fußball-WM wurde thematisiert sowie einige Politiker auf die Schippe genommen. Das Duo s erntete großen Applaus.

Im Mittelpunkt des Abends stand auch das 30-jährige Jubiläum der RCG. Angefangen habe alles vor 30 Jahren mit der "Muppet-Show" - so hieß die allererste Rentweinsdorfer Büttensitzung. So nahm das damalige Motto eine Gruppe auf und spielte die Muppet-Show. Es wurde von Geschehnissen des vergangenen Jahres berichtet. Dabei wurden die häufigen Verkehrskontrollen in Rentweinsdorf durch die Polizei auf die Schippe genommen. Das führte schließlich dazu, dass im letzten Jahr der Rentweinsdorfer Faschingswagen schon kontrolliert wurde, als er noch keine 20 Meter weit Richtung Ebern zum Faschingsumzug gefahren ist. In Ebern angekommen ging dann die Kontrolle des Wagens mit Beamten in Zivil weiter, worüber die Rentweinsdorfer nicht gerade erfreut waren. Auch der Klau des Eberner Maibaums durch die Treinfelder zum dritten Mal in Folge war Thema bei der Muppet-Show. Etliche Witze zwischen den verschiedenen Beiträgen rundeten den Auftritt ab, der beim Publikum tosenden Applaus erntete.

"Radio Rentweinsdorf"

Rund um das Jubiläum drehte sich auch der Sketch der Weißheimers. Kurt Weißheimer und sein Sohn traten auf die Bühne und ließen die letzten 30 Jahre Büttensitzungen noch einmal bei "Radio Rentweinsdorf" Revue passieren, wobei auch die eine oder andere Panne ans Licht kam. Aber auch aktuelle Geschehnisse nahmen sie auf die Schippe und begeisterten durch ihre Art und Weise des Erzählens das Publikum.

"Die Helden des Faschings"

Das Jubiläum nahmen die aktuellen Sechserräte zum Anlass, noch einmal alle ehemaligen Sechserräte auf die Bühne zu bitten. Ohne sie und ihr ehrenamtliches Engagement wäre es nicht möglich gewesen, in den letzten drei Jahrzehnten die Büttensitzung abzuhalten. "Ihr seid die wahren Helden des Rentweinsdorfer Faschings", betonte der Sechserrat Oliver Stark, der durch das Programm führte. Sie bekamen als Anerkennung für ihre meist jahrzehntelange Arbeit im Sechserrat den Jubiläums-Faschingsorden überreicht.

Für eine Überraschung zum Jubiläum sorgten auch die anwesenden Elferräte des Kulturrings Ebern, die kurzerhand auf die Bühne traten und für einige Zeit das Mikrofon an sich rissen und für einen Überraschungsprogrammpunkt sorgten: Man habe lange überlegt, was man anlässlich des Jubiläums machen könne. Schließlich sei ihnen nichts eingefallen, weshalb sie androhten, nun 30 schlechte Witze zu erzählen. Tatsächlich fingen die Elferräte an, Witze zu erzählen was für Lacher im Publikum sorgte. Da sie jedoch das ohnehin schon ausgedehnte Programm nicht sprengen wollten, beschränkten sie sich nur auf einige Witze. Der spontane Auftritt des Kulturrings kam beim Publikum gut an und sorgte auch bei den Rentweinsdorfer Sechserräten für eine Überraschung. Schließlich hatten sie auch noch ein Geschenk dabei: Passend zum 30-jährigen Jubiläum gab es 30 Liter Bier für den Sechserrat.

Witzige Tenöre

Für Brüller beim Publikum sorgten nach der Pause drei internationale Gäste, genannt "Die drei Tenöre" durch ihre witzige Performance unter anderem zum Lied "Goodbye my Love", das sie Playback sangen, sorgten sie für ausgelassene Lachattacken. Das Publikum tobte nach dem Auftritt und forderte eine Zugabe.

Als Psychologe trat der ehemalige Sechserrat Thomas Schnitzer in die Bütt und erzählte einige Geschichten aus seinem Berufsalltag. "Doch hast eine Meise du im Kopf, bist du noch lange nicht bekloppt", stellt er fest. Seine Praxis habe schließlich nur vom 11.11. bis Ostern geöffnet. Nach Ostern sei das Dorf nämlich wieder normal. Am liebsten seien ihm Patienten mit einer gespaltenen Persönlichkeit, da könne er doppelt abrechnen. Durch die lustigen Geschichten aus dem Alltag eines Psychologen brachte er das Publikum zum Lachen und sorgte für eine gute Stimmung.

Die Gruppe "The Boss" die sich aus den Familien Sperber und Neubauer zusammensetzt, blickten in ihrer Frankenschau auf die Geschehnisse in Rentweinsdorf und Ebern zurück. Auch hier wurde der eine oder andere Rentweinsdorfer auf die Schippe genommen, aber auch die Eberner mussten sich warm anziehen.

So einiges mussten die Eberner sowie auch die Rentweinsdorfer beim Auftritt der "Treinfelder Dorfdeppen" einstecken, die heuer als "Altneihauser Feierwehrkapell"n" mit Instrumenten ausgestattet auf die Bühne traten.

Die Gruppe "Die Ahnungslosen" spielten "Dingsda". Das Publikum musste erraten, welche Rentweinsdorfer Persönlichkeiten die "Kinder" auf der Bühne beschreiben. Hier kam der eine oder andere Fauxpas so mancher Bürger der Marktgemeinde ans Licht, was beim Publikum für Lacher sorgte und großen Applaus erntete.

Beeindruckt zeigte sich das Publikum auch von den vielen Tanzeinlagen. Zum Dahinschmelzen brachten die kleinen Mädchen der Kindertanzgruppe das Publikum. Sie wuselten heuer als kleine Minions über die Bühne. Ein wahrer Augenschmaus war auch in diesem Jahr wieder der Auftritt des Rentweinsdorfer Männerballetts. Als die Tänzer die Hüllen - in diesem Fall wohl eher Hemd und Latzhose - fallen ließen, tobte das Publikum. Die Rentweinsdorfer Prinzengarde sowie die Jugendgarde sorgen mit ihrem Gardetanz für Begeisterung beim Publikum, ebenso die Showtanzgarde Ebern-Heubach mit ihrem Showtanz "Jukebox" und die Prinzengarde Rentweinsdorf mit ihrem Showtanz "Highschool".