Lisa Käb hat es geschafft. Nicht nur, dass sie ihre Ausbildung zur Bankkauffrau erfolgreich abgeschlossen hat, sie hat ihre Prüfung sogar mit besonders guten Noten bestanden. Am Mittwoch wurde sie von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt dafür ausgezeichnet. Sie war eine von 104 Jugendlichen, die an diesem Tag in Königsberg ihre Urkunden erhielten.


Beste in Mainfranken

Für die junge Frau aus dem Ebelsbacher Ortsteil Rudendorf hat es zu einer bayernweiten Auszeichnung nicht gereicht, doch immerhin war sie in ihrem Beruf die Beste in Mainfranken. Ihre Ausbildung zur Bankkauffrau machte die 20-jährige in Haßfurt bei der Sparkasse.
In der Prüfung musste sie ein 20-minütiges Beratungsgespräch führen und offene Fälle beantworten.
Dazu kamen diverse Aufgaben in Rechenwesen, Wirtschaft, Zahlungsverkehr, Kreditgeschäft und Geld und Vermögen. Nach den Prüfungen hätte sie zunächst nicht gedacht, dass sie sogar mit Auszeichnung bestehen würde. "Nach dem ersten Tag habe ich gedacht, das war eine Katastrophe", sagt sie.


Interesse für Wirtschaft

"Ich kam von der Wirtschaftsschule und war allgemein an Wirtschaft interessiert", beschreibt sie die Motivation, sich gerade in diesem Beruf zu versuchen. Auf jeden Fall sollte es ein kaufmännischer Beruf werden, war sie sich schon früh sicher. Nach einem Praktikum war dann klar, dass sie zur Sparkasse wollte.
Besonders mag sie den Kundenkontakt und wollte etwas machen, bei dem sie "Menschen helfen" kann. Allgemein habe ihr die Sparkasse viel auf dem Weg geholfen und sie "total unterstützt". Nun hat sie dort einen unbefristeten Arbeitsvertrag. "Das ist ja heute auch nicht mehr selbstverständlich", meint sie. Für die Zukunft plant Lisa Käb Weiterbildungen, unter anderem zur Sparkassen-Fachwirtin und zur allgemeinen Bankwirtin.
"Von wegen Spaßgesellschaft", beschrieb Königsbergs Bürgermeister Claus Bittenbrünn (FWG) die jungen Menschen aus ganz Mainfranken, die in seiner Stadt zusammenkamen, um sich ihre Auszeichnungen abzuholen. In der Rudolf-Mett-Halle zeichnete die IHK in jedem Beruf die Prüfungsbesten aus. Die Zweit- und Drittplatzierten erhalten ihre Urkunden per Post.
Der Bürgermeister lobte die besondere Leistungsbereitschaft der jungen Menschen und zog Vergleiche zum besonderen Fleiß des berühmtesten Sohnes der Stadt Königsberg, dem Mathematiker Regiomontanus. Der stellvertretende Landrat Oskar Ebert (FW) zeigte sich besonders erfreut darüber, dass immerhin elf der ausgezeichneten Prüflinge aus dem Landkreis Haßberge stammen. Er betonte jedoch, auf die Jugendlichen kämen auch in den kommenden Jahren viele Aufgaben zu, daher dürften sie sich nur kurz auf ihren Lorbeeren ausruhen.


Deutlicher Zuwachs

Der mainfränkische IHK-Präsident Otto Kirchner sagte, in einer Zeit voll von schlechten Nachrichten sei es erfreulich, auch positive Nachrichten zu hören. "Mit insgesamt 3460 neuen Ausbildungsverträgen zum Ausbildungsstart 2015 am 1. September hat die mainfränkische IHK 4,1 Prozent mehr Ausbildungsverträge als im Vorjahr zu verzeichnen", berichtete er.
Auch ein Thema seiner Rede war die Flüchtlingssituation und die Frage, wie gut sich die vielen Menschen in den deutschen Arbeitsmarkt integrieren lassen. Hier sehe er große Probleme, besonders durch Kapazitätsgrenzen und die Sprachbarriere. Es seien aber auch gut ausgebildete Menschen dabei, die schnell integriert werden sollten.
Weiter ging er darauf ein, wie es im Leben der jungen Menschen nun weitergehen solle. Er verwies auf das Sepp-Herberger-Zitat "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel" und formte es um zu "Nach der Ausbildung ist vor der Weiterbildung." So sollten die Jugendlichen nach der erfolgreichen Ausbildung nun nicht den Anschluss verlieren und weiter an einem Aufstieg arbeiten.


Unter den Besten Bayerns

Im Anschluss an die Reden überreichten Kirchner und der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg Schweinfurt Max-Martin W. Deinhard die Urkunden und Präsente an die Erstplatzierten.
"In meinem Skript steht: Ich muss jetzt Spannung erzeugen", sagte Lukas Kagerbauer, der die Moderation der Übergabe übernommen hatte. Denn unter den 104 Jungen Menschen, die als Beste in Mainfranken ausgezeichnet wurden, waren auch neun, die sogar bayernweit die besten Leistungen erreicht hatten.
"Dass sie zu den besten in Mainfranken gehören, wussten sie", erklärte Kagerbauer. Doch von der Auszeichnung als Bayern-beste sollten die Jugendlichen erst bei der Verleihung überrascht werden.


Die Geehrten

1. Platz
Dominik Arnold (Haßfurt), Daniel Deinhart (Oberaurach), Robin Frey (Sand), Nico Gehring (Zeil), Katharina Johanydes (Sand), Lisa Käb (Ebelsbach), Stefanie Schmitt (Bundorf), Christian Schneider (Königsberg) sowie Jaqueline Schwarz (Haßfurt) und Karina Stüllein (Untermerzbach).
2. Platz Lea Heusinger (Aidhausen), Vanessa Svenja Fritzhanns (Rentweinsdorf) sowie Janine Stretz (Zeil) und Christian Heger (Wonfurt).

3. Platz Carina Kram aus Gädheim sowie Daniel Schoppel aus Ebern und Linus Weiß aus Eltmann wurden geehrt.