Der Erfolg der Vergangenheit ist verblasst. Leider. Wonfurt ist einst als Gold-Dorf ausgezeichnet worden. Der Ort, der zwischen Maintal und Steigerwald liegt, holte sich eine tolle Auszeichnung im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft". Mit Gold wurden die Bemühungen der Wonfurter prämiert, sich eine lebenswerte Heimat zu schaffen.

Mittlerweile macht das böse Wort vom Gift-Dorf die Runde. Die Ursache ist der am Ortsrand gelegene Recyclingbetrieb Loacker, der Kabel- und Elektroschrott aufarbeitet und im Verdacht steht, dass mit Giftstoffen belasteter Staub aus der Produktion in die Umgebung gelangt.

Untersuchungen haben zu Beginn des Jahres 2012 ergeben, dass in der Umgebung des Unternehmens erhöhte Konzentrationen an Schwermetallen, vor allem Kupfer, und anderen giftigen Substanzen vorhanden sind.
Das Landratsamt Haßberge in Haßfurt als Aufsichtsbehörde verfügte die Stilllegung des Unternehmens. Das Verwaltungsgericht in Würzburg hob den Bescheid postwendend auf. Seither darf bei Loacker nur noch Kabelschrott aufgearbeitet werden, kein Elektroschrott mehr.

Monatelang wurde gemessen, und es wird noch gemessen. Was kommt aus dem Betrieb heraus? Niemand kann es definitiv sagen. Die Untersuchungsergebnisse wurden veröffentlicht und wurden interpretiert. Ämter und Betreiber wollen beruhigen und dementieren eine Gefährdung. Die Wonfurter, sowohl viele Bürger als auch die Gemeinde und die Bürgerinitiative "Lebenswertes Wonfurt", sehen nach wie vor eine große Gefahr, die von der Firma Loacker ausgehen soll.

Die Lösung des Problems, technische und bauliche Veränderungen mit der Einhausung der Produktionsanlagen, lässt auf sich warten. Ein im Juli eingereichter Antrag des Unternehmens, mit dem die Produktion sicher werden soll, wird seither geprüft. Das Thema Loacker hat das ganze Jahr 2012 überlagert, und es wird auch 2013 nicht viel leiser werden.

Der Steigerwald

Wer über Wonfurt hinaus in Richtung Süden blickt, schaut auf ein anderes Konfliktgebiet, den Steigerwald. Die Auseinandersetzung darüber, ob ein Nationalpark eingerichtet werden soll, ebbt nicht ab. Obwohl die Staatsregierung in München ein Machtwort gesprochen und einen Nationalpark kategorisch ausgeschlossen hat und obwohl der Freistaat mit der Errichtung des Zentrums Nachhaltigkeit Wald in Handthal (Landkreis Schweinfurt) Fakten schafft.

Der Bund Naturschutz, der eifrigste Verfechter eines Schutzgebietes, brachte 2012 einen Nationalpark immer wieder ins Gespräch. Es gab mehrere Vorstöße, und der Bund Naturschutz wird auch 2013 damit nicht aufhören. Ein Nationalpark Steigerwald ist das erklärte Ziel der Naturschützer.

Ebenso hartnäckig wie die Befürworter haben die Gegner eines Nationalparks, allen voran der Verein "Unser Steigerwald", die Einrichtung einer solchen Schutzzone abgelehnt und auf eigene Konzepte verwiesen. Ihr Leitgedanke: Die Menschen sollen den Steigerwald schützen und nützen - so ist das Gebiet über Jahrhunderte zu dem geworden, was es heute ist.