Nachdem das Polizeipräsidium Unterfranken (Würzburg) dieser Tage vor reisenden britischen und irischen Gruppen gewarnt hatte, die unter anderem Stromaggregate von offensichtlich minderer Qualität zu hohen Preisen anbieten, haben sich mehrere Bürger aus der Region Main-Rhön gemeldet, bei denen die mutmaßlichen Betrüger vorstellig wurden. Käufer der Aggregate werden vom Präsidium gebeten, sich bei der Schweinfurter Polizei zu melden. Die Dienststelle in Schweinfurt führt die Ermittlungen.

Im Laufe des Montags, 16. Januar, waren zwei irische Staatsangehörige in Eltmann mit einem silberfarbenen VW Golf mit Hamburger Zulassung unterwegs, wie die Polizei berichtete. Sie verkauften einem Mann eines der minderwertigen Aggregate für 500 Euro. Auch auf einer Baustelle in Ebelsbach versuchten die Männer ihr Glück, wurden jedoch abgewiesen. Dass es sich offensichtlich um mehrere Personen handelt, die mit dieser Masche unterwegs sind, zeigte sich dann am Montagmittag in Königsberg. Dort verkaufte ein junger Mann, der mit einem blauen Rover mit britischer Zulassung umherfuhr, einem "Kunden" für 400 Euro ein derartiges Stromaggregat.

Als die Polizei dann am Dienstag eine weitere Meldung aus Schwebheim (Kreis Schweinfurt) über die reisenden mutmaßlichen Betrüger erhielt, gelang es einer Streife der Polizei, die beiden irischen Staatsangehörigen im Alter von 21 und 27 Jahren vorläufig festzunehmen. Nach ersten Ermittlungen hatten sie sowohl in Schwebheim als auch in Zeil und in Schweinfurt versucht, die Ware gutgläubigen Käufern anzudrehen.

Beide mussten die Beamten in der Folge zur Wache der Polizeiinspektion Schweinfurt begleiten. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde eines der Geräte sichergestellt und wird jetzt zum Zwecke der Beweisführung fachmännisch begutachtet. Nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen kam das Duo wieder auf freien Fuß, berichtete die Polizei weiter.

Der Sachbearbeiter der Polizei bittet jetzt Personen, die Aggregate oder auch Motorsägen von dem Duo erworben haben, sich unter Telefon 09721/2020 zu melden. Eindringlich weist die Polizei darauf hin, dass in gleich gelagerten Fällen derartige sichergestellte Geräte nicht den deutschen oder den europäischen Sicherheitsstandards entsprachen. Gutachter hatten bereits in der Vergangenheit laut Polizei festgestellt, dass deren Betrieb Leib und Leben des Maschinisten gefährden kann.