Der evangelische Pfarrer Peter Bauer wird die Kirchengemeinde Burgpreppach verlassen und schon in der zweiten Hälfte des Februars mit seiner Frau und seinen drei Kindern in seine neue Gemeinde Wunsiedel umziehen.
Für den jetzt 39 Jahre alten Pfarrer war, wie er im Gespräch erklärt, klar, dass turnusmäßig bald ein Wechsel anstehen wird. Deshalb sah er sich nach einer freien Stelle um, bewarb sich, fand bei den Verantwortlichen in Wunsiedel Gefallen und wurde als ihr neuer Pfarrer und Dekan gewählt. "Pfarrer sein, da ist Segen drauf. Es waren sieben gute Jahre hier in Burgpreppach." So blickt Bauer auf seine Zeit in der Haßberggemeinde zurück. Gemeinsam mit den Menschen hier habe viel geschaffen werden können, ob in großen Dingen, wie bei den Neubauten, oder in vielen kleinen Dingen des Alltags.


Die Kraft des Evangeliums

Den Kern seines Verständnisses für das Wirken eines Pfarrers sieht er in der Seelsorge und in der Verkündigung, hier aber nicht lediglich in der Predigt am Sonntag. Evangelium ist für den Pfarrer ein umfassendes Verständnis der Botschaft Jesu. Die Kraft des Evangeliums greife, wirke, strahle - in welcher Situation auch immer.
Das bedeutet für ihn als Seelsorger, so erklärt Peter Bauer, da zu sein, wo es in der Gemeinde nötig ist. Evangelium bedeutet für ihn Liebe, die zusammenhält, in der jeder, auch der Andersartige, da sein darf und immer wieder neue Möglichkeiten bekommt. "So können wir gut miteinander leben", ist er sich sicher. Auf ein so verstandenes Evangelium aufbauend versteht und lebt er seinen Dienst in der Gemeinde. Ökumene sieht Bauer als eine Selbstverständlichkeit an, denn sie ist für ihn eine notwendige Perspektive für das Leben der Gemeinde. Ökumene gibt es seiner Meinung nach nicht nur im Blick auf die verschiedenen Konfessionen und Religionen. Auch in der eigenen Konfession sei nicht jeder gleich, und jeder habe seine Würde. Für ihn wird das schon aus der Zusammensetzung der Jünger Jesu deutlich, denn das seien sehr unterschiedliche Personen gewesen und darin ein Vorbild für die Gemeinde. Auf dieser Basis erst könne man ernsthaft miteinander reden, auch über die Unterschiede und das, was sich ändern müsste. Pfarrer Bauer geht bald, vielleicht schneller als erwartet. Von ihm bleibe in Burgpreppach, wie er eingesteht, zunächst ein Stück des Herzens zurück.