"Ich hätte nie gedacht, dass ich das noch einmal erleben darf", erzählte Alois Voigt aus Bramberg tief bewegt nach dem Konzert von Peter Horton beim Kulturamt Haßfurt in der Rathaushalle. Dabei war er zum ersten Mal dem legendären Sänger, Komponisten, Gitarristen und Buchautoren persönlich begegnet. Der 69-Jährige aus dem Landkreis Haßberge, der seit Jahrzehnten ein Fan von Peter Horton ist und ihn bisher noch nie live erlebt hatte, sagte nach dem Konzert: "Es war fantastisch."

Alois Voigt hat früher selbst Gitarre in verschiedenen Bands gespielt und bewundert an Peter Horton vor allem dessen Virtuosität auf diesem Instrument. "Es erinnert mich stark an Andrés Segovia - wenn man ihm zusieht, kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus", erklärte er. "Aber auch seine Stimme ist sagenhaft und seine tiefgründigen Lieder rühren mich an", so der Fan. "Mit seinen Texten, die teilweise auch kritisch sind, hat er sich in ungewohnte Tiefen vorgewagt, und je öfter man sie hört, desto mehr entdeckt man in ihnen." Alois Voigt, der Musik von und mit Peter Horton auf vielen Musikkassetten besitzt und den Künstler oft im Fernsehen erlebt hat, hatte 1977 die Langspielplatte "Peter Horton live" erworben und zum Konzert nach Haßfurt mitgebracht. "Ich freue mich riesig, dass Peter Horton mir diese LP signiert hat", betonte er und dankte dem weltweit bekannten Musiker dafür, dass er als Zugabe sein Lieblingslied, den "Kartendipplerblues" gespielt hatte: "Das war der Knaller!"

Horton stellte in Haßfurt sein neuestes Album vor

"Was blüht, schreib ich ins Herz, was lebt, schreib ich in Lieder, drum erfüllt Blühen mein Herz, Leben meine Lieder", singt Peter Horton auf seiner neuesten CD "Personalissimo", die er in Haßfurt vorstellte. Diese Zeilen charakterisieren ihn und sein Schaffen vortrefflich. Seine Lieder sind kleine Kunststücke, deren Texte und Musik seinem Herzen, seinem Leben entsprießen. Kleinodien, die den Zuhörer der Zeit und des Raums entrücken, ihn in klingende Poesie einhüllen und auf der Musik schweben lasen.

Er ist der Poet, das Leben seine Poesie, er ist der Gitarrist, das Auditorium seine Saiten, er ist die Stimme, das Publikum sein Klangraum, und er ist die Inspiration, an der sich die Zuhörer laben. "Der Zeitraum zwischen dem Aufwachen und dem Wachsein ist eine der kostbarsten Zeiten für die Intuition", erklärte er mit seiner leicht wienerischen eingefärbten, sonoren Stimme. "In dieser Zeit kommt mir manch wunderbarer Gedanke." So auch der Text für das Lied für seinen verstorbenen Vater, zu dem die Beziehung nicht ganz einfach war, das aber dennoch in den Worten "Er war, wie er war, wunderbar, ganz einfach, weil er mein Vater war" mündete.

Vater: Blues, Mutter: Melodie

Er ist ein Musiker durch und durch, wie er es in dem Song "Ich bin a Musiker" besingt, dessen "Träume symphonisch" sind, dessen Vater der Blues ist und dessen Mutter die Melodie im Liebestraum von Liszt ist. Ein Musiker, der mit seinen Texten sowohl politische Botschaften ("Vater Staat, dir fehlt die Mutter") als auch persönliche Anschauungen ("Sprich leiser", "Wenn du nichts hast als die Liebe" oder "Lass das Haar mal in der Suppe") vermittelt. Immer mit einer guten Portion Humor, einer beeindruckenden Emotionalität, einem faszinierenden Instrumentalspiel und einer tiefen, kraftvollen, etwas rauchig klingenden Stimme. Zusammen mit Auszügen aus seinem Buch "Die zweite Saite", brillanten Gitarrensoli und Interpretationen internationaler Songs bescherte Horton seinen begeisterten Zuhörern einen musikalisch wie poetisch reizvollen, sehr intimen Abend mit Einblicken in sein Leben und seine Gedankenwelt.