Im Burgpreppacher Gemeindeteil Ibind gibt es jetzt ein sogenanntes "grünes Klassenzimmer". Im Beisein von Vertretern aus Schule, Politik, Kirchen und Behörden wurde das im Wald gelegene Holzgebäude offiziell eröffnet. Es beherbergt einen Aufenthaltsraum, der auch für Unterricht genutzt werden kann, Toiletten und Möglichkeiten zum Aufenthalt im Freien.


Viel Eigenleistung

Bürgermeister Hermann Niediek (CSU) schilderte den Hauptzweck des neu geschaffenen Projekts. Die Kinder sollen einen Bezug zu Umwelt und Natur gewinnen. "Ein langer Weg ist es gewesen von der Planung bis zum heutigen Tag der Einweihung" stellte er fest. Bürger aus Ibind hätten mit hohem ehrenamtlichem Engagement und in einer vorbildlichen Gemeinschaftsleistung etwas Tolles geschaffen.
Von der Gemeinde Burgpreppach wurden nach den Worten des Bürgermeisters 40 000 Euro und zusätzlich Leistungsstunden der Bauhofmitarbeiter eingebracht.

Landrat Wilhelm Schneider (CSU) drückte seine Hochachtung darüber aus, wie hier eine gute Idee trotz eines steinigen Weges umgesetzt worden sei, mit Hartnäckigkeit, Zielstrebigkeit und einem beeindruckenden Gemeinschaftssinn der Dorfgemeinschaft von Ibind. Viele Beteiligte hätten an einem Strang gezogen, mit an vorderster Position Wolfgang Meiners vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Schweinfurt. Der Landrat drückte Freude und Dank dafür aus, dass hier künftig ein waldpädagogisches Angebot gemacht werde, denn "je früher unsere Kinder die Natur entdecken, umso besser ist es."


Besonders wirkungsvoll

Wenn dies in einem Klassenzimmer im Grünen mit allen Sinnen geschehe, also mit Sehen, Fühlen, Hören und Riechen, dann sei dies besonders wirkungsvoll und fruchtbar. So könnten die Kinder dann auch ihre Eltern für die Natur und die ökologischen Kreisläufe begeistern. Den Nutzern wünschte er viel Spaß bei ihren Entdeckungsreisen im Wald, den Verantwortlichen eine gute Ausnutzung des Angebots.

Claudia Schmidt, Schulrätin im Staatlichen Schulamt Haßberge, stellte die Bedeutung des Waldes in den Mittelpunkt ihrer Rede an Kinder und Erwachsene. Einerseits biete der Wald viele Erklärungen über das Leben, andererseits sei er Balsam für die Seele. Man könne dort Entspannung finden in einem lebendigen Organismus, der sich über das Jahr immer wieder verändert.


Vom Sinn des Lernens

Die kirchliche Segnung nahmen Pfarrer Peter Bauer und Pastoralreferent Norbert Zettelmeier vor. Pfarrer Bauer zeigte sich davon überzeugt, dass das Klassenzimmer dazu dienen könne, die Frage nach dem Sinn des Lernens zu beantworten. Seiner Meinung nach sei dessen Ziel, in Frieden mit sich selbst, mit den Mitmenschen und mit der Umwelt zu leben. Wenn man Verständnis und Achtung hierfür habe, dann denke man anders über Schöpfung und Mitmenschen. Schon die Kinder könnten eine Beziehung zum Wald gewinnen, zu seinem reichhaltigen Wert und zu dem, was sich darin abspielt. "Im Wald kann man Frieden und Harmonie suchen und finden. Wir sollen achtungsvoll, freudig und staunend vom Wald reden."

Umrahmt wurde die Feier im Grünen von Kinderliedern der Grundschule Burgpreppach, die von Anfang an die Initiative und das Konzept für dieses Projekt mitgetragen hat.
Das "Grüne Klassenzimmer" steht bereit für Schulen, Kindertageseinrichtungen und sonstige Bildungsträger. Wer es künftig nutzen will, kann sich zur Terminvereinbarung an Diana Welk, Leuzendorf 2, 97496 Burgpreppach, Telefonnummer 0151/40064527 wenden.