Die Projektleiter, die katholische Familienseelsorgerin Dagmar Schnös und der evangelische Diakon Robert Hager, erklären ihre Gedanken dazu bei einem Rundgang.

"So, wie der Ostergarten die Besucher durch seine fünf, thematisch unterschiedlichen Räume auf Ostern hinführt, so gehen die Gläubigen in der Fastenzeit der Auferstehung Jesu entgegen", beschreibt es Dagmar Schnös. "Im ersten Raum erleben wir den Einzug Jesu in Jerusalem und die Menschen, die damals unterwegs waren mit all ihren Hoffnungen, Erwartungen und Wünschen und einer genauen Vorstellung, was Jesus tun sollte. Doch gerade die Fastenzeit bedeutet für mich, die ich eben nicht alles weiß, Gott wieder mehr Raum zu geben in meinem Leben. Offen zu sein für himmlische Begegnungen."

Fern von Jesus

Für Robert Hager hat Jesu nicht nur in Jerusalem, sondern auch in seinem Leben Einzug gehalten. "Schaue ich zurück, dann entdecke ich bei mir Zeiten, in denen ich mich Jesus ganz nahe fühlte, wie einem guten Freund, der an meiner Seite geht. Es gibt aber auch Zeiten, wo ich mich fern fühlte und zweifelte, ob er wirklich da ist. In diesem Jahr will ich mich vergewissern: Ja, er ist da!"

Im zweiten Raum, in dem das Abendmahl gefeiert wird, können Besucher die Tischgemeinschaft erleben und erfahren, dass alle ihren Platz haben und gestärkt werden. "Ich möchte mir jetzt bewusst Zeit nehmen für die alltägliche Tischgemeinschaft mit der Familie und dankbar für das ‚genussvolle‘ Miteinander sein", erzählte Dagmar Schnös, während Robert Hager der Blick in die Zukunft ganz wichtig erscheint: der Blick auf die Verheißung Jesu, dass er in Gottes Reich mit den Seinen aufs Neue das Fest feiern wird. "Ich will mich vergewissern, zu ihm zu gehören auf ewig", so seine spirituelle Aussage.

"Der dritte Raum erinnert an die Verurteilung Jesu durch Pontius Pilatus, der sein Urteil gefällt hat, ohne genauer hinzuhören", erklärte die Familienseelsorgerin. "Wir alle haben unsere Vorurteile und sind schnell mit dem Urteilen. Daher möchte ich in der Fastenzeit besser auf das hören, was jemand sagt, also ein hörendes Herz beweisen."

Da in dem Raum auch an die Verleugnung Jesu durch Petrus erinnert wird, hat sich Robert Hager vorgenommen: "Ich möchte mich mutiger zu Jesus bekennen und bitte dafür um Weisheit und seinen Heiligen Geist."

Im vierten Raum wird der Besucher anhand der Kreuzigung Jesu mit Leiden und Tod konfrontiert. "Hier kann ich nur darüber staunen, was Jesus auf sich genommen hat aus Liebe zu mir, um mir die Zugehörigkeit zu Gottes Reich zu ermöglichen", gab der Diakon an. " Die Erfahrung von Leid und Tod gehören zu unserem Leben dazu, und so versuche ich, mit meiner Endlichkeit zu leben und mir Momente der ‚unendlichen‘ Stille zu suchen", beschrieb Dagmar Schnös ihre Gefühle, die sich im letzten Raum, dem Raum der Auferstehung, in pures Glück verwandeln.

Der Sinn der Fastenzeit

"Hier ruft das volle Leben, das mir geschenkt wird", sagte sie. "Hier gipfelt der Sinn der Fastenzeit, der darin besteht, verwandelt und beschenkt zu werden, in der Zusage, dass ich ein hoffnungsvolles Leben führen kann." Robert Hager fühlte sich in dem Raum an die ökumenisch ausgewählte Jahreslosung für das Jahr 2013 erinnert, die da lautet: "Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir." "Es bedeutet, dass wir Christen in Gottes Hand sind und dass er diejenigen, die sich zu ihm bekennen, in sein Reich führt. Darüber freue ich mich und darauf verlasse ich mich", gab er an.

Auch zum Thema Fastenzeit äußerten sich die beiden engagierten Christen. So bedeutet die Fastenzeit für Dagmar Schnös nicht, in Sack und Asche zu gehen. "Ich gebe vielmehr meiner Sehnsucht nach dem wirklichen Leben Raum, um von der Liebe Gottes berührt zu werden und in vielen kleinen alltäglichen Schritten ganz Mensch zu werden."
Auch für Robert Hager ist die Fastenzeit keine strenge Kasteiung. So habe Martin Luther die Fastenzeit als "eine feine äußere Zucht" bezeichnet, sie aber nicht als notwendig für das ewige Heil erachtet.


Der Ostergarten - Die Erlebnisausstellung

Die Passion Christi mitgehen, die Ostergeschichte greifen und begreifen, das können alle, die sich vom ökumenischen Verein Bibelwelten Haßfurt in den Ostergarten im Bibelturm in Haßfurt einladen lassen.

Wichtige Szenen des letzten Weges Christi vom Einzug in Jerusalem bis zur Kreuzigung und Auferstehung werden in verschiedenen Räumen erfahrbar gemacht und von Zeitzeugen begleitet. Die Buchung von Gruppenführungen sowie von Kindergottesdiensten und Kinderkirchen (Jeden Sonntag um 10 Uhr) ist über das Internet unter www.bibelwelten.de erforderlich. Führungen für Einzelpersonen, zu denen keine Anmeldung notwendig ist, finden an den Sonntagen 10. März, 17. März und 24. März, jeweils um 14 Uhr statt.

Weitere Veranstaltungen

Darüber hinaus gibt es sehr viele unterschiedliche Angebote:
Am Donnerstag, 21. Februar, findet um 20 Uhr unter dem Thema "Wer bittet, der empfängt" eine Nacht für Gebet, Stille und Gesang mit Marita Schroers und Elisabeth Hager im Bibelturm in Haßfurt statt. Eine Anmeldung ist unter der E-Mail: marita-schroers@freenet.de notwendig. Hier kann auch ein Gebetsanliegen gesendet werden. Die Teilnahme ist kostenlos.

Am Montag, 4. März, gibt ein Gesprächs- und Vortragsabend unter dem Motto: "Krieg‘ die Angst in den Griff" Impulse und Anregungen, um sich den Ängsten des Lebens zu stellen. Bei der Veranstaltung im Bibelturm in Haßfurt, die um 19.30 Uhr beginnt, geht es der Referentin, Pfarrerin Claudia Winterstein, darum, Ängste als Herausforderungen zu sehen und sich nicht von ihnen lähmen zu lassen. Denn Jesus sagt: "In der Welt habt ihr Angst - ich habe die Welt überwunden." Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, eine Spende möglich.

Am Montag, 11. März, lädt Pfarrer Stephan Eschenbacher um 20 Uhr in den Bibelturm in Haßfurt zu einem Gesprächsabend für Männer über Ziele, Herausforderungen und Hoffnungen im Leben ein. Es geht um Johannes und Petrus, zwei Freunde Jesu liefern sich einen Wettlauf, als sie hören, das Grab sei leer. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, eine Spende möglich.

Am Freitag, 29. März, heißt es von 18 bis 20.30 Uhr Karfreitag "Reloaded" - der etwas andere Karfreitag für junge Leute. Regionaljugendseelsorger Matthias Vetter und Familienseelsorgerin Dagmar Schnös werden gemeinsam unterwegs in Haßfurt an nicht ganz alltäglichen und alltäglichen Orten Leid und Leben aufspüren. Treffpunkt ist bei jedem Wetter an der Ritterkapelle. Der Abschluss findet im Ostergarten statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos.