"Der Wald geht dem Menschen voraus - Die Wüste folgt ihm", darüber sprach der Physiker Robert Atzmüller aus Sand bei der ÖDP Haßberge. Die Veranstalter erlebten etwas, was sie noch nicht erlebt hatten: Es gab Platzprobleme, der Andrang war hoch.

Atzmüller unterstrich, dass der Wald nicht nur Holzlieferant sei, sondern nicht verhandelbaren Naturgesetzen folge. Und Atzmüller erinnerte an die Berechnungen des World Wide Fund For Nature (WWF): "Seit dem 20. August haben wir alle Ressourcen verbraucht, die uns die Erde für dieses Jahr zur Verfügung stellt." Beispiel Regenwald: Er ist enorm wichtig ist für das ökologische Gleichgewicht auf der ganzen Welt, wird aber aus Profitgier dramatisch verringert. Die Folge: Die Natur verändere sich so, dass die Menschen in ihr nicht mehr leben können.
"Bereits unsere Kinder werden", warnte der Referent, "die Sünden der jetzigen Generation ausbaden müssen."

Unglaubliche lange Zeit gereift und unglaublich schnell gepflückt

In "Gedankenexperimenten", machte der Physiker an Zahlenbändern deutlich, in welch langen Zeiträumen natürliche Systeme bestanden und wie schnell sie der Mensch zerstörten. "Wir spielen an Dingen rum, von denen wir keine Ahnung haben und wovon wir nicht wissen, welche Folgen das haben wird." Er erläuterte den Vergleich von "ökologischem Fußabdruck" und "Biokapazität". Hier herrsche zunehmend ein gestörtes Gleichgewicht. Die Politik sei gefordert, Rahmenbedingungen vorzugeben. Dafür müsste sie unabhängig sein und dürfe nicht nach den Vorgaben der Wirtschaft handeln.

Atzmüller nannte Handlungsansätze: Abholzungsstopp, durch Ausweisung von Schutzgebieten, Unterbinden von Spekulationsgeschäften und Einführen von Zöllen, was lokale Märkte stabilisiere.

Für die eigene Lebensgestaltung wäre laut Atzmüller wichtig, die eigene Lebensweise einer Verträglichkeitsprüfung zu unterziehen. Dient sie der Entwicklung und Bewahrung der Schöpfung? Wie hält man es mit der eigenen Mobilität, der Ernährung, dem Energieverbrauch und dem Verbrauch von Ressourcen überhaupt? Für jeden einzelnen bedeute dies, über die Lebenswirklichkeit kritisch nachzudenken und werteorientiert zu leben.

ÖDP-Kandidaten

Abschließend stellten sich die ÖDP-Kandidaten für die Wahlen am 15. September vor: Landtags-Direktkandidat ist Klemens Albert aus Kraisdorf, Bezirkstagskandidat Rainer Baumgärtner (Zeil) sowie Listenkandidaten Reinhold Ort und Stefan Zettelmeier (Sand). ft