Die ÖDP Haßberge möchte den Haßfurter Flugplatz schließen. Das teilte die Partei am Freitag mit.

Die ÖDP Haßberge beschäftigt sich nach eigenen Angaben schon länger mit dem Verkehrslandeplatz Haßfurt.

Sowohl der Kreisverband wie auch die ÖDP-Kreistagsfraktion würden den Platz lieber heute als morgen schließen, zumal mit dem Rückzug der Stadt Schweinfurt aus der Flugplatz-GmbH weitere Belastungen auf den Landkreis zukommen.

Das Geld sollte besser in die Krankenhäuser, ein Allianzbad oder den Nahverkehr fließen, meint die Partei in einer Stellungnahme zum Flugplatz.

Das wichtigste Argument für die ÖDP ist die umweltschädliche Wirkung: "Fliegen ist ökologisch nicht vertretbar, zumal die allermeisten Flüge in Haßfurt auf das Konto der Hobbyfliegerei gehen. Teilweise wird noch mit verbleitem Benzin geflogen, was neben der Kohlendioxid-Belastung unsere Luft verunreinigt und als krebserregend gilt", so die ÖDP.

Lärm an Sonn- und Feiertagen

Hinzu komme der Lärm, unter dem vor allem die Bürger der umliegenden Gemeinden leiden. Beim Überfliegen würden große Flächen beschallt, auch sonn- und feiertags, wenn sich die Menschen eigentlich nach Ruhe sehnen. Auch für das in direkter Nachbarschaft angrenzende, empfindliche Vogelschutzgebiet wäre ein Ende des Flugbetriebs ein Segen.

Wichtig für Infrastruktur?

Die Behauptung, es handle sich um eine wichtige Infrastruktureinrichtung, gar für den gesamten Landkreis, "können wir nicht nachvollziehen. Wenn nicht einmal Schweinfurt den Platz braucht, braucht ihn Haßfurt noch viel weniger", betont die Partei. Mit dem hervorragend ausgebauten Straßennetz erreiche man sowohl das Leopoldina-Krankenhaus als auch den Bamberger Flughafen in wenigen Minuten mit dem Rettungsfahrzeug.

Unterdessen würden sich viele Bürger mehr Informationen wünschen: Wie viele Flüge, Starts, Landungen finden statt? Wer nutzt den Platz wie häufig? Wie wird sich die Nutzung in der Zukunft entwickeln, wenn Flugtaxis an Bedeutung gewinnen? Wie viele Organe werden tatsächlich pro Jahr von Haßfurt aus befördert und wie sähen die Alternativen aus? Welche Investitionen werden in den nächsten Jahren für Unterhalt, neue Auflagen nötig sein und den Kreis zusätzlich belasten?ft