Mitten im Zentrum des kleinen Weindorfes, in der östlichsten Weinregion Frankens gelegen, entstand ein lauschiges Plätzchen, das zum Verweilen einlädt. Es bietet Informationen über das, was Oberschwappach, neben seiner Sehenswürdigkeit, dem Schloss, mit ausmacht: den Wein. Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus (CWG/SPD) freute sich, dass mit dem Weinlehrpfad künftig die Verbindung vom Rebsaft Wein zum Winzerdorf Oberschwappach stärker betont wird. In dieser Form sei der Weinlehrpfad einmalig: Alle Rebsorten, die im Oberschwappacher Sommertal angebaut werden, stehen hier als Weinstöcke.

Neugestaltung tat Not


Vor einigen Jahren wurde auf dem Gelände Schutt abgelagert; der Platz war verwahrlost. Bis Gemeinderat Udo Vogt (Mündige Bürger) die Initiative ergriff und den Gemeinderat Knetzgau dazu motivierte, das Grundstück zu kaufen und den Platz umzugestalten.

"Der Wein bleibt unser wichtigstes Kulturobjekt, das die Menschen zusammenführt", hob Bürgermeister Paulus hervor. Er verwies auf die erschwerten Arbeitsbedingungen oftmals in Steillagen und dem liebevoll gewonnen Tropfen, dem jeder Winzer seine kreative Note verleiht. Den Respekt vor guten und nachhaltig produzierten Lebensmitteln, der früher noch vorhanden war, zeige auch die Historie des Bildstocks, den die Gemeinde Knetzgau restaurieren ließ.

Der Bildstock dürfte aus der Rokokozeit stammen, wie Steinrestaurator Petro Schiller aus Königsberg erläuterte. Christiane Kern vom bayerischen Landesamt für Denkmalpflege sprach dem Steinrestaurator ein Lob für seine Arbeit aus. Der Sockel, aus einem Stein aus der heimischen Gegend neu gearbeitet, trägt die Inschrift: "Maria Königin des Friedens, bitte für uns". Früher stand der Bildstock in der Flur von Oberschwappach.

Wie Schiller weiter erläuterte, stiftet der Bildstock eine Verbindung zwischen den Zisterziensern, die das Schloss als Sommerresidenz nutzten, und der Pfarrkirche St. Barbara. Schiller unterstrich: Der Bildstock habe als Krönung des Weinlehr pfades einen ehrwürdigen Platz gefunden. Eingerahmt von Bacchus, Silvaner und all den anderen Weinsorten setze das Artefakt nun den Weinbau als eine Art "Kunst" ehrwürdig in Szene.
Pfarrer Jürgen Schwarz verwies auf den Bildstock als Wegweiser, der dorthin zeigt, wo die Menschen Lebensfülle erführen. Einst in der Flur von Oberschwappach eher unbeachtet zeigt der Bildstock die Krönung Mariens heute den Menschen im Ort. Pfarrer Schwarz segnete Weinlehrpfad und Bildstock.

Vereinigung von Glaube und Wein


"Vielfalt, die nicht auf eine feste Größe zurückgeführt werden kann, bedeutet Chaos", mit diesem Zitat von Blaise Pascal verwies Hermann Kolesch von der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (Veitshöchheim) auf die Vereinigung der beiden Größen von Glaube und Wein, die der Platz verkörpere.

"Hoch lebe Oberschwappach und sein Wein, der ist spitze und mundet fein" - quasi als Generalprobe für das Zeiler Weinfest am Wochenende gratulierte "Abt Degen" Richard Schlegelmilch aus Zeil. "Wo ein Wille, da ist auch ein Weg", sagte Zeils Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD). Als Vorsitzender der Vermarktergemeinschaft "Abt-Degen-Weintal" freute er sich, dass Oberschwappach mit diesem wunderbaren Platz als Begegnungsstätte an Attraktivität gewinne.

"Die Wirklichkeit ist fantastischer als jede Fantasie", so gratulierte die fränkische Weinkönigin Melanie Dietrich. Dieser Platz lade dazu ein, den Wein mit allen Sinnen zu genießen.