850 Euro soll ein 43-jähriger Mann aus dem Maintal laut Staatsanwaltschaft im August vergangenen Jahres aus dem Haus seiner Ex-Frau und deren Eltern gestohlen haben. Seit Mittwoch muss er sich am Amtsgericht in Haßfurt verantworten, wo er durch seine Verteidigerin Kerstin Rieger jede Schuld von sich wies. Der Angeklagte wurde zum Gerichtstermin aus der Justizvollzugsanstalt Würzburg in Handfesseln vorgeführt.

Am Sonntag, 4. August, vergangenen Jahres soll er das gemeinsame Kleinkind bei seiner Ex-Frau abgeliefert haben. Da die Ehefrau bereits zu einer Geburtstagsfeier gegangen war, nahm die Ex-Schwiegermutter das Kind in Empfang, um mit ihm ebenfalls zur Geburtstagsfeier aufzubrechen. Die Tatsache, dass das Haus mit Ausnahme des Hundes leerstand, soll der Angeklagte ausgenutzt haben. Laut Anklage soll er aus einer Kommode seiner Ex-Frau, die im ersten Stock wohnt, 700 Euro entwendet haben. Danach soll er aus dem Nachttischschrank seines Ex-Schwiegervaters im Erdgeschoss 150 Euro gestohlen haben.

"Das stimmt nicht", ließ der Angeklagte über seine Verteidigerin verlauten. Er habe seit der Trennung im Januar 2019 das Haus nicht mehr betreten. Den Haustürschlüssel habe er damals beim Auszug abgegeben. "Wie erklären Sie dann ihre Fingerabdrücke auf der Spardose der Frau?", wollte die Richterin wissen. Die Spardose hätten er und seine Frau zur Hochzeit vor fünf Jahren geschenkt bekommen, antwortete der Angeklagte. In dieser Zeit habe er die Dose auch in die Hand genommen, gab er zu Protokoll.

Die Ex-Frau des Angeklagten war im Zeugenstand von der Schuld ihres Ex-Gatten überzeugt. "Er wusste als einziger, wo das Geld war", ließ sie das Gericht wissen. Am Tag bevor der Angeklagte sein Kind zurückbrachte, sei das Geld noch da gewesen, schilderte sie. Als sie am Mittwoch darauf etwas entnehmen wollte, sei "alles weg" gewesen. Ihr Ex-Mann habe gewusst, dass die Geburtstagsfeier anstand und keiner im Haus war. "Er hat wohl den Schlüssel nachmachen lassen oder hat gewusst, wo der Ersatzschlüssel versteckt ist", vermutete die Bestohlene. Alte Fingerabdrücke des Ex-Gatten könnten sich nicht auf der Spardose befunden haben, da sie regelmäßig Staub gewischt habe. Außerdem gab es keine Einbruchsspuren am Haus.

Bereits zuvor habe mehrmals Geld gefehlt, beschrieb die Zeugin. Einmal seien aus dem Tresor ihres Vaters 6000 Euro verschwunden. Nach dem jetzt angeklagten Vorfall seien die Schlösser am Haus ausgetauscht worden. Seitdem sei nichts mehr passiert.

Die Verteidigerin warf ein, dass auch DNA-Spuren der Schwiegermutter an der Spardose gefunden wurden. Darauf hatte die Bestohlene jedoch keine Antwort. Die soll nun die Schwiegermutter des Angeklagten selbst bei einem Fortsetzungstermin am Mittwoch, 28. Oktober, um 16 Uhr geben. Dann soll auch der ermittelnde Beamte der Kripo Schweinfurt aussagen.