"Das war Weihnachten pur", sagte Bernd Edrich aus Wülflingen am Ende des Weihnachtskonzerts, das die Kantorei Haßberge zusammen mit Instrumentalmusikern unter der Leitung von Dekanatskantor Matthias Göttemann in der vollbesetzten Pfarrkirche in Haßfurt gegeben hat. So schön war die Musik und so wunderbar klangen die Stimmen und Instrumente, dass die Besucher mit viel Beifall dankten.
Für das Konzert hatte Matthias Göttemann sehr anspruchsvolle und ansprechende Werke aus der Zeit von der Renaissance bis zur zeitgenössischen Musik ausgewählt. Die hatten dabei nur ein Ziel: die Freude über die Geburt Christi und den Lobpreis Gottes auszudrücken. "Die Liedtexte wurden passend zur Weihnachtszeit ausgewählt", erklärte Bernd Edrich, stellvertretender Vorsitzender des Vereins "Kirchenmusik in den Haßbergen" und ehemals Religionslehrer am Regiomontanus-Gymnasium Haßfurt.
"Dass alle Geschöpfe im Himmel und auf Erden den Herrn loben, wie es im ‚Te Deum‘ und in der ‚Hymne‘ von John Rutter heißt, ist eine typisch weihnachtliche Aussage. Es ist daher nur richtig, dass das Konzert in das ‚Gloria‘ von John Rutter mündet", sagte er vor der Aufführung. "Für mich trägt Matthias Göttemann den richtigen Namen, denn er ist ein göttlicher Dirigent", fügte er danach an. "Dieses Konzert war nicht nur fantastisch, sondern für mich der weihnachtliche Höhepunkt schlechthin." Auch Gabi Bauer aus Knetzgau zeigte sich begeistert. "Das war eine Höchstleistung", lobte sie sie Mitwirkenden. "Das Konzert war grandios und jedes Stück für sich ein Genuss für die Ohren."
Gerade in der außergewöhnlichen Programmgestaltung hinsichtlich der Musikstile und der Besetzung lag der Reiz des Konzerts. Zum einen hatte Göttemann Chorsätze ausgewählt, die von der Orgel, einem Bläserensemble und zwei Percussionisten begleitet wurden. Zum anderen gab er den acht Bläsern die Gelegenheit, ihre Kunst bei einer Canzona von Giovanni Gabrieli für zwei vierstimmige Blechbläserchöre darzubieten. Mit dem "Feierlichen Einzug der Ritter des Johanniter-Ordens" für Blechbläser und Orgel von Richard Strauß erklang auch die Königin der Instrumente.

Schöne Klangfarben

Sie wurde von Regine Geisler meisterhaft gespielt, die zudem mit einem Marsch von Félix Alexandre Guilmant die schönen Klangfarben der Orgel ins Spiel brachte. Gänzlich ungewöhnlich mutete das Schlagzeug-Duo "Crossfire" für zwei Percussionisten auf acht Trommeln von Chris Stock an, das Hans-Peter Krause und Philipp Becker zu Gehör brachten. Doch dieses spannende, ausdrucksvolle und rhythmische Stück setzte einen herrlichen Kontrapunkt zu der klingenden Musik des Konzerts.
Besonders lobenswert aber waren die Leistungen der 63 Chorsänger, die sich als Laien der Aufgabe gestellt hatten, das teils sehr schwierige Liedgut von John Rutter, Heinrich Schütz und Walter Rein einzuüben. Mit ihrem Dirigenten Matthias Göttemann war es ihnen gelungen, ein harmonisches Ensemble zu bilden, das bezüglich Intonation, Klangbalance, Textverständlichkeit und chorischer Homogenität nichts zu wünschen übrig ließ. Bewundernswert waren auch der Nuancenreichtum der Sänger, die gute Balance zwischen Emotion und Disziplin, die Beweglichkeit und die Strahlkraft jeder einzelnen Stimme, die besonders bei den a-capella-Passagen zu bewundern waren. Der Dirigent hatte am Ende ein Lächeln auf den Lippen, als ihm und den Künstlern der Applaus entgegenbrandete. Mit der Zugabe "Pomp and Circumstances" von Edward Elgar stiegen noch einmal "Klänge der Freude, festliche Töne und Lieder des Jubels zum Himmel empor".

Die Mitwirkenden

Das Konzert gestalteten die Kantorei Haßberge, Organistin Regine Geisler, die Blechbläser Ronja Dittmar, Josef Kretzmann, Matthias Wallny, Sophie Weiß, Michaela Weißenberger, Tobias Zanner, Peter Oswald und Johannes Freyer sowie die Percussionisten Hans-Peter Krause und Philipp Becker.