Den Weg frei gemacht für eine neue Mobilfunkbasisstation hat der Knetzgauer Gemeinderat in seiner Sitzung am vergangenen Dienstag. Bei Oberschwappach soll ein 30 Meter hoher Stahlgittermast entstehen, der den Mobilfunkempfang im dortigen Umkreis verbessern soll.

"Immer wieder wurden Beschwerden an die Gemeinde herangetragen, dass in Oberschwappach besonders das D1-Netz große Funklöcher aufweise", sagte Bürgermeister Stefan Paulus. Die Deutsche Funkturm GmbH will nun Abhilfe schaffen: Das Unternehmen, das Teil der Deutschen Telekom-Gruppe ist und deutschlandweit rund 31 200 Funkstandorte betreibt, hat sich dafür einen Standort auf einem Feld am Flurweg in Richtung Wohnau ausgesucht.

Errichtung auf privatem Grund

Bernhard Jilke bemängelte, dass es sich dabei um ein Grundstück in Privatbesitz handle. Er und einige weitere Gemeinderäte hätten den Funkmast lieber auf einem gemeindeeigenen Grundstück gesehen. Diese Meinung vertrat auch Sebastian Schierling, der das Vorhaben als gemeinschaftliche Aufgabe sieht und deshalb ebenfalls für einen Standort in Gemeindehand plädierte. Bürgermeister Paulus entgegnete, dass man sehr wohl einige Gemeindegrundstücke angeboten hätte, diese jedoch von der Deutschen Funkturm-GmbH als nicht geeignet befunden worden seien.

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In Bezug auf die Höhe des Turmes zog Konrad Pfister den Vergleich mit einem Hochhaus, das man mitten in die Landschaft stelle. Es sei für ihn unverständlich, warum hier 30 Meter benötigt werden, obwohl die Funkmasten an der Autobahn nach seiner Aussage nur 15 Meter Höhe aufweisen.

"Wir sitzen am kürzeren Hebel", stellte Bürgermeister Stefan Paulus fest, warb aber gleichzeitig für Verständnis. Es sei schließlich nicht selbstverständlich, dass sich der Bauherr entschlossen habe, hier zwischen einem mittelgroßen (Oberschwappach) und einem kleinen Ort (Wohnau) zu investieren. Mit 15 zu fünf Stimmen gab der Gemeinderat sein Einverständnis zu dem Projekt, wobei letztlich der geplante Bau noch vom Landratsamt genehmigt werden muss.

Beteiligung an Freizeitlinien

Profitieren von den touristischen Besonderheiten im Steigerwald will auch die Gemeinde Knetzgau. Das sagte Bürgermeister Paulus in Bezug auf die Finanzierungsbeteiligung der Gemeinde am "Bier- und Wein-Express". Gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN), dem Landratsamt, dem Verein Haßberge-Tourismus, dem Allianzmanagement der "Lebensregion Plus" und dem Management des Deutschen Burgenwinkels hat das Regionalmanagement des Landkreises Haßberge in den vergangenen Monaten die Planungen für zwei Freizeitlinien im nördlichen und südlichen Landkreis aufgenommen.

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Vorerst an Sonn- und Feiertagen sollen die Busse verkehren, deren Linienverläufe auf Sehenswürdigkeiten, Freizeitziele und Gastronomie abgestimmt werden. Befristet auf drei Jahre wird sich die Gemeinde Knetzgau mit den maximal tatsächlichen Kosten in Höhe von 8000 Euro an der Linie, die in den Steigerwald führt, beteiligen. Mit zwei Gegenstimmen sprach sich der Gemeinderat dafür aus.