Der Gemeinderat Kirchlauter traf sich am Samstag an der umgebauten Kirchlauterer Kläranlage. Dort besichtigten die Mitglieder unter der Führung von Bürgermeister Karl-Heinz Kandler und Bauhofleiter Thomas Kempf die neue Anlage sowie das erst vor wenigen Tagen gekauft neue Bauhoffahrzeug.

Für hohe Wellen hatte der teuere Umbau der bisherigen Teichkläranlage in eine konventionelle Einrichtung bekanntlich schon mehrfach gesorgt. Auch in der Januarsitzung des Rates prallten die Emotionen vor allem wegen der Kosten wieder heftig aneinander. Rund eine Million Euro verschlingt das Projekt.

Nitritwerte waren viel zu hoch

Nötig geworden war der Umbau, weil die Nitrifikation nicht ausreichend genug funktioniert und die Nitritwerte auch nach einer Ertüchtigung weit über dem gesetzlichen Grenzwert lagen.
Die Aufsichtsbehörden hatten daraufhin mit einer Stilllegung von Amts wegen gedroht, wenn die Gemeinde nicht bis 2015 etwas unternimmt. Da entschied sich der Rat zum Umbau in eine Scheibentauchkörperanlage, die günstigste aller möglichen Optionen.

Jetzt sind die Arbeiten abgeschlossen. Seit 7. Januar ist die Anlage nun in Betrieb. Bisher läuft sie gut. "Es ist wesentlich weniger harte Arbeit", sagt Bauhofleiter Thomas Kempf, der auch für die Kläranlage zuständig ist. Zwar muss er nun täglich nach dem Rechten sehen, denn die Einrichtung läuft im Gegensatz zur Vorgängerin mit Strom, doch viele körperlich schweren Tätigkeiten wie das Abfischen schwimmender Feststoffe mit dem Rechen fallen jetzt weg.

Regenüberlaufbecken notwendig

Das Abwasser kommt von Kirchlauter her in ein kleines, gemauertes Becken, dort wird es über ein schmales Rohr in die Kläranlage eingeleitet. Nur sieben Liter können auf einmal einlaufen. Kommt mehr, fließt der Rest erst mal zurück in ein geräumiges Regenüberlaufbecken. Anfang der Woche war das bereits der Fall, erläutert Kempf. Auch bei Schneeschmelze oder Starkregen wird das Rückhaltebecken gefüllt.

In der eigentlichen Kläanlage läuft das Schmutzwasser zunächst über einen elektronisch gesteuerten Rechen. Hier werden alle Grobpartikel wie Essensreste oder Hygieneartikel maschinell herausgefiltert und über eine sich drehende Winde direkt in einen großen Müllbeutel eingeleitet. Rund alle 14 Tage ist er voll, berichtet Kempf. Dann wird er über die Restmülltonne entsorgt. Es ist übrigens schon viel weniger als noch bei der alten Teichkläranlage geworden, fügt er an. Anschließend fließt das Wasser ins Absetzbecken und kommt dort schon sehr klar wieder heraus. Den restlichen, aber oft hartnäckigen Feinschmutz zersetzen nun die Bakterien im eigentlichen Herzstück der Anlage, den beiden Scheibentauchkörperbecken. Diese flächenmäßig recht kleinen Bereiche haben es in sich. Hier wird die Hauptarbeit erledigt.

Rund 70 000 Kubikmeter Abwasser fallen jährlich im Durchschnitt an. Sie müssen hier soweit gereinigt werden, dass sie keine Gefahr mehr für die Umwelt darstellen, denn direkt neben an beginnt das Wasserschutzgebiet mit den Quellen für die Veitensteingruppe. Da die neue Anlage kleiner ist als das Vorgängermodell, reicht sie auch kaum noch ins Schutzgebiet hinein, lediglich der Oxidationsteich liegt noch mit einem Viertel seiner Fläche drin.
Im Juni plant die Gemeinde einen Tag der offen Tür, zu dem sich auch die Menschen aus Kirchlauter direkt vor Ort informieren können.

Transporter gefunden

Bürgermeister Kandler stellte seinen Räten außerdem noch das neue Kommunalfahrzeug vor. Noch in der Sitzung Ende Januar hat sich das Gremium entschieden, einen gebrauchten Transporter zu kaufen, weil der Bauhofleiter mit seinem Diensttraktor einfach zu lange für die Strecken braucht. Schon jetzt wurde man fündig in der Konkursmasse einer Sander Firma und konnte einen recht neuen Doppelsitzer ergattern. Zweiter Bürgermeister Reinhold Stöhr war so begeistert, dass er gleich eine Probefahrt machte. Kostenmäßig lag das Fahrzeug unter dem vom Rat festgesetzen Höchstpreis von 17 000 Euro.