Der 25. Oktober vergangenen Jahres war für Gemeinfeld ein geschichtsträchtiger Tag. Denn an jenem Freitag empfingen die Gläubigen der katholischen Pfarrgemeinde drei Bronzeglocken, die aus der Dominikus-Savio-Kirche in Pfaffendorf stammen. Dort werden sie nicht mehr gebraucht, weil die Kirche aus dem Jahr 1957 nach dem Auszug der Ordensgemeinschaft abgerissen wird. Am Mittwoch wurden die drei Glocken in der Kirche Mariä Geburt montiert, und zwar zusammen mit einer neuen Glocke der Firma Perner aus Passau, die auch die Montagearbeiten vornahm.

Die vier Glocken ersetzen die Eisenglocken aus dem Jahr 1920, die so brüchig geworden sind, dass beim Läuten die Gefahr des Abstürzens besteht, wie bei einer Überprüfung im Jahr 2018 festgestellt wurde. Die alten Glocken wurden daher stillgelegt - bis auf die größte, die noch zum Gottesdienst rufen darf.

Die drei Bronzeglocken, die eine höhere Lebensdauer als Eisenglocken haben, kosteten 5000 Euro. Insgesamt kommen die vier Glocken inklusive Montage auf rund 42 000 Euro. Rund 11 000 Euro zahlte die Gemeinde Burgpreppach als Baulastträger. 31 000 Euro wurden durch Spenden eingenommen.

Zuvor wurden mehrere Möglichkeiten diskutiert: von gebrauchten Glocken der Glockenbörse bis zu elektronischem Sound aus dem Lautsprecher. Nach mehreren Gesprächen ergab sich die Möglichkeit, die Glocken aus der Dominikus-Savio-Kirche der Salesianer in Pfaffendorf zu erwerben. Nachdem die Ordensgemeinschaft im Jahr 2017 den Ort verlassen hat und nur noch das Heim betreibt, wurde die Kirche nicht mehr gebraucht.

Am 17. Oktober vergangenen Jahres wurden die Bronzeglocken mit einem Autokran aus dem Dachreiter der Kirche in Pfaffendorf gehoben und auf einen Traktoranhänger verladen. Dabei ließ es sich Pfarrer Manuel Vetter nicht nehmen, auf dem Dach der Kirche und auf dem Anhänger selbst mit Hand anzulegen. Die drei Glocken wurden von den Gemeinfeldern festlich geschmückt und an jenem Freitagabend mit einer Prozession und Messfeier begrüßt. Die Musikkapelle spielte und eine große Schar von Ministranten und Gläubigen zog mit den Glocken auf dem Anhänger ins Dorf ein. Mit einem Stapler wurden sie unter den Klängen der Allerheiligenlitanei abgeladen und mit dem Hubwagen in das Gotteshaus gebracht. Nach dem Gottesdienst schloss sich ein Glockenfest im Haus der Vereine an. Bis in die späten Abendstunden feierten die Gemeinfelder ihre "neuen" Glocken bei guten Gesprächen und einem reichhaltigen Büffet zugunsten der Glockenfinanzierung.

Die kleine Glocke ist dem Heiligen Johannes Bosco geweiht und trägt die Aufschrift: "Lehre uns die Jugend so zu lieben, wie du sie geliebt hast." Die zweite Glocke ist eine Marienglocke mit der Inschrift: "Maria Hilfe der Christen, bitte für uns!" Die dritte und größte der drei Glocken ist dem Heiligen Dominikus Savio, einem Schüler des heiligen Don Bosco, geweiht und ist mit "La morte ma non peccati/Lieber den Tod als die Sünde", einem Wahlspruch dieses Heiligen, beschriftet.

Die vierte, die neue Glocke wurde in der Glockengießerei Perner in Passau gefertigt und am 18. Oktober dieses Jahres in Gemeinfeld geweiht. Sie ist dem Märtyrer Sebastian geweiht. Bis spätestens Weihnachten sollen die Glocken zusammen als Einheit erklingen.

Von den alten Glocken wurde ein Exemplar an eine Privatperson verkauft. Die anderen werden in Gemeinfeld unter anderem im Friedhof aufgestellt.