Wie in über 170 Ländern in aller Welt kamen am Freitag auch in Hafenpreppach Frauen zusammen um anlässlich des Weltgebetstags zu besten und zu singen. Lieder und Gebete dieses Gottesdienstes werden in jedem Jahr von Frauen eines anderen Landes vorbereitet: 2017 kommt die Ordnung aus den Philippinen und trägt den Titel "Was ist denn fair?".

Direkt und unvermittelt trifft diese Frage und lädt zum Nachdenken über Gerechtigkeit ein, ein Anliegen, das mit Liedern, Texten und Anspielen in den Weltgebetstagsgottesdiensten vertieft wurde.

Das wachsenden Interesse an dieser Veranstaltung zeigte sich in Hafenpreppach daran, dass schon vor Beginn des Gottesdienstes die Heftchen mit der Gebetstagsordnung restlos verteilt waren. Auch der anschließende Besuch im Gemeindesaal übertraf die Erwartungen des rührigen Vorbereitungsteams.


Ungewohnte Klänge

Nach der Landesvorstellung in Wort und Bild, die einen Abriss über Geschichte, Natur, Kultur, Wirtschaft, Schulwesen und insbesondere das Leben der philippinischen Frauen gab, stieg man gemeinsam in die Ordnung ein, wie sie vom Weltgebetstagskomitee verfasst worden war.

Drei Frauen mit philippinischen Wurzeln, die schon seit Jahrzehnten in Deutschland wohnen und hier mit ihren Partnern eine neue Zukunft aufbauen konnten, lasen bei der Feier in Hafenpreppach die Eingangstexte. Zusammen mit den Gottesdienstbesuchern - unterstützt von einer achtköpfigen Gesangsgruppe, die sich extra für diesen Abend formiert hatte - wagte man sich an die Lieder; die trotz ihrer ungewohnten Melodieführung doch recht schnell "ins Ohr gingen".

"Frauen fordern Gerechtigkeit" - so der Titel des Anspiels, welches in einer Art Interview gehalten wurde, stellt ausgewählte Lebenssituationen vor, wie sie auf den Philippinen gegenwärtig sind. Durch die personalisierte Darstellung im Hafenpreppacher Gottesdienst konnten sich die Anwesenden ein Bild vom Leben der Philippinas machen.


"Was ist denn Fair?"

In ähnlicher Weise vertieften Teammitglieder die Frage "Was ist denn fair?" im Gleichnis vom Weinbergsbesitzer, der am Ende allen Arbeitern den gleichen Lohn auszahlt, obwohl sie unterschiedlich lange in seinem Weinberg gearbeitet hatten. - Da auf den Philippinen vorwiegend Reis angebaut wird, schuf man eine Verbindung zu diesem Land und dessen Tradition: Dort ist es üblich, beim Ernten und Pflanzen die Leute aus der Nachbarschaft um Hilfe zu bitten. Niemand wird dafür bezahlt, aber alle bekommen etwas von der Ernte. Diese Tradition wird "Dagyaw" genannt.


Reis als Symbol

In Anlehnung daran erhielt im Gottesdienst jeder Besucher ein Tütchen mit Reis. - Eine symbolische Reispflanze, deren Körner Antworten auf die zentrale Frage nach Gerechtigkeit darstellten, schärfte nochmals den Blick auf das Thema "Was ist denn fair?"

Nach der Kollekte, mit der weltweit Projekte zur Stärkung der Rechte von Frauen und Mädchen unterstützt werden, rundeten Titelbild-Puzzle und Fürbitten den informativen Gottesdienst ab.
Im Anschluss daran wechselten Vorbereitungsteam und Besucher in den benachbarten Gemeindesaal, wo von fleißigen Händen bereits leckere Speisen vorbereitet worden waren, die ein kulinarisches Abbild von der Vielfalt des Weltgebetstagslandes gaben.



Jens Fertinger
Fotos: Fertinger

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